DFL-Sicherheitspapier: St. Pauli beantragt Verschiebung

Der FC St. Pauli hat kurz vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt einen Antrag auf Verschiebung der Abstimmungen zu den Anträgen in Sachen Sicherheit sowie auf kurzfristige Bildung einer Kommission unter Einbeziehung von Fanvertretern und der operativen Arbeitsebene gestellt.

Fans des FC Sankt Pauli (Foto: Papenburger / CC BY-NC 2.0)
Fans des FC Sankt Pauli (Foto: Papenburger / CC BY-NC 2.0)

Die Verantwortlichen des FC St. Pauli begründeten diese Maßnahmen in einer Presseerklärung mit der bislang mangelhaften Einbindung der Fanvertreter in den Abstimmungsprozess. Darüber hinaus empfinden sie den Zeitdruck in der Sache als unangemessen.

Das Präsidium des FC St. Pauli teilte der DFL zudem mit, dass es im Falle einer dennoch stattfindenden Abstimmung des Antragspaketes aufgrund eines entsprechenden Beschlusses der letzten Jahreshauptversammlung die einzelnen Anträge ablehnen werde. Diese Anträge stellen aus Sicht des FC St. Pauli die Konsequenz eines Prozesses dar, in dem Fanvertreter nicht in einem erforderlichen Umfang beteiligt worden sind, weshalb die Anträge aus Sicht des Vereins so nicht zustimmungsfähig sind.

Für die DFL zusätzlicher Gegenwind. Während die Innenpolitiker die Fußball-Liga mit Drohungen von Stehplatzverboten oder Kosten für Polizeieinsätzen geradezu nötigen, weht der Liga mittlerweile auch medial der Wind ins Gesicht. Von Spiegel Online über FAZ bis Berliner Zeitung und weiteren Medien kommen Kritiker des Sicherheitskonzepts zu Wort. Und auch Funktionäre, die gänzlich unverdächtigt sind, mit brandschatzenden Ultras zu sympathisieren, kritisieren das Konzept – so beispielsweise HSV-Aufsichtsratsmitglied Jürgen Hunke.

Publikative.org hatte im Oktober über ein Sicherheitsleak beim Sicherheitskonzept „Sicheres Stadionerlebnis“ berichtet. Im Oktober gab es bei Bayern München – Eintracht Frankfurt bereits „Ganzkörperkontrollen„. In den vergangenen Wochen hatte es zudem massive Proteste gegen das DFL-Konzept gegeben.

Siehe auch: Fangipfel in Berlin: Die AbschlusserklärungGanzkörperkontrollen – Wir können, wenn wir wollenSicherheitsleak: das DFL-Papier “Sicheres Stadionerlebnis”

 

3 thoughts on “DFL-Sicherheitspapier: St. Pauli beantragt Verschiebung

  1. Haha, so kann man seine Sympathien und Antipathien bzgl. bestimmter Vereine auch ausdrücken:

    „Der FC St. Pauli ist dagegen […] und selbst Hunke, der gänzlich unverdächtig ist, mit brandschatzenden Ultras zu sympathisieren, ist dagegen.“

    Chapeau!

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