Filmtipp: „Männer, Helden, Schwule Nazis“

Heute vor 70 Jahren wurde der Filmemacher Rosa von Praunheim als Holger Mischwitzky in Riga geboren. Die Redaktion von Publikative.org gratuliert herzlich zum Geburtstag! Er gilt auch wegen seinem Dokumentarfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ von 1971 als einer der Mitbegründer der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland. Zur Feier des Tages heute darum ein Filmtipp von uns.

Von Roland Sieber

Holger Mischwitzky verbrachte Schule und Studium in Frankfurt am Main, wo er mit seinen Eltern nach der Flucht aus Lettland über Umwege landete. Im Jahr 1967 entstand sein erstes Buch sowie sein erster Kurzfilm: „Von Rosa von Praunheim“, benannt nach seinem Künstlername unter dem seine Popularität von nun an stets zunahm. Rosa erinnert an die Rosa Winkel, mit denen homosexuelle Männer in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern kategorisiert wurden. Praunheim ist der Frankfurter Stadtteil, in dem er seine Jugend verbrachte.

Rosa von Praunheim, Kurzfilm „Ich bin ein Gedicht“

Verdient machte er sich neben seinen künstlerischen Werken und seiner Lehrtätigkeit als Professor an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg vor allem durch sein Engagement für die Rechte von Minderheiten und den Kampf gegen AIDS. Heute feiert er seinen Geburtstag. Er wäre nicht er, würde er nicht in seinem Geburtstagsjahr 70 Filme drehen.

Bereits 2005 produzierte er in Zusammenarbeit mit dem NDR die Dokumentation „Männer, Helden und schwule Nazis“. Der Film porträtiert schwule Neonazis, lässt Aussteiger zu Wort kommen, handelt von Homoerotik aber auch über schwulenfeindliche Gewalt bis hin zum Mord. Schwul und rechts sein – von der NSDAP bis zu den europäischen Rechtspopulisten – ohne dabei die Schwulenverfolgung im Nationalsozialismus und die vielen Widersprüche auszublenden:


Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, offizielle Homepage.

Siehe auch: Schwulenfeindliche Ärzte auf Katholikentag, Frankfurt verbietet Mahnwache für Naziopfer, Gemeinderätin aus Sachsen: Offener Hass auf SchwuleNazis feiern schwulenfeindliche Sprühereien

One thought on “Filmtipp: „Männer, Helden, Schwule Nazis“

  1. „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

    Kann man eigentlich sagen, dass ähnliches auch für Pädophile gilt?
    Ich denke, ja.

    Ich will damit nichts gegen die Schwulen- und Lesbenbewegung sagen, ich musste nur beim Lesen dieses Filmtitels an die alten (Pädosexuellen kontakt scheinbar oftmals leider befürwortenden) Pädophilenbewegungen denken, von denen man ab und zu liest.

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