Augstein, Pirker und die „Cui bono?“-Frage

‚Wem nützt es?‘ – Wenn beim Reden oder Schreiben über aktuelle Konflikte auf dem Globus diese Frage aufkommt, braucht man die Antwort in der Regel gar nicht erst abzuwarten. Denn obwohl sich in den letzten Jahrzehnten die ökonomischen Abhängigkeiten und politischen Konstellationen auf der Welt grundlegend verändert haben, sind die Erklärungsmuster für Vorgänge, die die Menschen nicht verstehen können oder wollen, erstaunlich konsistent geblieben.

Von Thorsten Mense

Letzte Woche gab es in der deutschen Medienlandschaft wieder mal eine aufschlussreiche Lehrstunde in Sachen postmodernen Verschwörungstheorien. „Wem nützt es?“ – Diese Frage wurde innerhalb von einem Tag gleich zweimal in Bezug auf die islamistischen Ausschreitungen in den muslimischen Ländern gestellt. Einmal von Jakob Augstein, der mit seiner Kolumne „Im Zweifel Links“ auf Spiegel Online anschaulich aufzeigte, gegen wen es ‚im Zweifel‘ zuallererst geht. „Wem nützt die Gewalt?“ fragte Augstein und schloss direkt alle möglichen Antworten selber aus, so dass am Ende nur eine übrig blieb: USA (aber nur die Republikaner) und Israel (aber nur die Regierung).

Jakob Augstein, Herausgeber des "Freitag" (Foto: xtranews.de / CC BY 2.0)
Jakob Augstein, Herausgeber des „Freitag“ (Foto: xtranews.de / CC BY 2.0)

Zuerst sprach er die Gewaltausbrüche von jeglicher religiös-fundamentalistischen Motivation frei: „Mit Religion hat das nichts zu tun“, denn „der Glaube braucht Vernunft“, schrieb Augstein und bewies damit zugleich einmal mehr, dass Vernunft keine notwendige Eigenschaft ist, um Kolumnen auf Spiegel Online verfassen zu dürfen. Im nächsten Schritt nahm der Freitag-Herausgeber dann den Mob auf den Straßen in Schutz. Die „zornigen jungen Männer“ seien „ebenso Opfer wie die Toten von Bengasi und Sanaa“. Wir fassen zusammen: Die Demonstranten, die mit der islamischen Shahada-Flagge in der Hand und unter ‚Allah ist groß‘-Rufen Botschaften und Kinos niederbrennen und Menschen totschlagen, sind weder religiös motiviert noch Schuld an der Gewalt. Man fragt sich unweigerlich, ob Augstein die Zeitungen liest, in denen er veröffentlicht. Aber für ihn sind die Gewalttäter nur Marionetten, „die Brandstifter sitzen anderswo“. Augstein ist jedoch noch schlau genug, seinen antiamerikanischen und antiisraelischen Ressentiments nicht ganz offen auszuleben und bediente sich stattdessen altbekannter rhetorischer Kniffe. So beließ er es dabei, es als „bemerkenswerte Koinzidenz“ zu bezeichnen, dass die schlechte Mohammed-Parodie, die die Gewalt ausgelöst hatte, so kurz vor den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen und zugleich in der (von Augstein behaupteten) Vorbereitungsphase eines israelischen Krieges gegen den Iran veröffentlicht wurde. „Kann man sich vorstellen, dass der kriminelle Kopte, der sich das vermutlich im Gefängnis ausdachte und seine Crew ohne ihr Wissen dafür missbrauchte, in anderem als im eigenen Auftrag handelte?“ Man wird ja noch fragen dürfen.

 Genosse im antiimperialistischen Geiste

Sein Genosse im antiimperialistischen Geiste wiederum war Werner Pirker, der in der Jungen Welt nur einen Tag darauf die gleiche Frage stellte, in der die Anschuldigung bereits enthalten ist: „Wem nützt es?“ Nun hat sich Pirker in der Vergangenheit schon weitaus eindeutiger positioniert (z.B. als Autor des Buches „Ami go Home. Zwölf gute Gründe für einen Antiamerikanismus“) als Augstein, und muss daher auch nicht so zurückhalten in der Benennung der „Hintermänner“: die Proteste seien eine „politische Inszenierung“ der „Neocons und Rechtszionisten“, mit dem Ziel „Muslime – wie gehabt – als religiöse Fanatiker vorzuführen und sie so selbst den Beweis ihrer kulturellen Unterlegenheit erbringen zu lassen“.

Zweifelsohne ist die Frage nach der Ursache der Gewalt eine wichtige. Es ist offensichtlich, dass sie nicht alleine mit religiösem Fanatismus zu beantworten ist. Schließlich  hatten Millionen strenggläubige Moslems in den USA und in Europa, ebenso wie in den Ländern der Ausschreitungen, keinerlei Bedürfnis aufgrund eines miesen Internetvideos brandrodend durch die Straßen zu ziehen. Bei genauer Betrachtung gibt es genug mögliche Erklärungen für die Wut der Menschen auf westliche Regierungen. Man könnte den war on terror anbringen, der den Menschen (und ganz besonders den Frauen) in Afghanistan nur wenig Freiheit und Gleichberechtigung, aber viele zivile Tote gebracht hat. Oder die jahrzehntelange westliche Unterstützung der Diktatur in Libyen, damit diese für das ach so friedliche Europa den dirty job in der Flüchtlingsabwehr übernahm. Oder die Tatsache, dass die deutsche Bundesregierung schon vor Jahren die offizielle Entwicklungszusammenarbeit mit dem Sudan aufgrund des brutalen Regimes eingestellt hat, aber kein Problem damit hat, weiterhin mit ihm Handel zu treiben (deutsches Exportvolumen 2011: 312 Millionen Euro).

 Manche nennen es Politik

Nazis, Islamisten, Verschwörungstheoretiker - vereint gegen Israel bei einer Demo in Berlin im August 2012
Nazis, Islamisten, Verschwörungstheoretiker – vereint gegen Israel bei einer Demo in Berlin im August 2012

Dieser Kontext aber war nicht die Motivation der Demonstranten. Die Legitimation der Gewalt war die gleiche, mit der in unzähligen Regionen der Welt die Steinigung von Frauen und Homosexuellen gerechtfertigt wird, mit der Alkohol und Rockmusik verboten wird und mit der jede Woche Selbstmordattentäter sich und andere in die Luft sprengen. Augstein und Pirker sind zwei anschauliche Beispiele dafür, dass auch elf Jahre nach 09/11 große Teile der Linken noch immer die Augen vor dieser Realität verschließen. Dass Regierungen und andere konkurrierende Gruppen dies stets für ihre Zwecke auszunutzen wissen, ist kein Geheimnis und nennt man in Kreisen, die sich weniger von Ressentiments und Paranoia und mehr von Analyse leiten lassen, schlicht: Politik.

Die islamistischen Proteste als einen neuen Antiimperialismus zu verklären, wie es Pirker in der Jungen Welt tat, zeugt nicht nur von erschreckender politischer Dummheit, sondern auch von der Marginalität der internationalistischen Linken, die so schwach ist, dass sie sich nach dem Scheitern der Revolutionen in den arabischen Ländern an jedem kollektiven Aufruhr festkrallt, sei er auch noch so regressiv. So freute sich Pirker, dass die „konsequent antiimperialistische und keineswegs dem religiösen Wahn verfallene libanesische Hisbollah zu Demonstrationen gegen das Machwerk“ aufgerufen habe. Dass deren Anführer Scheich Hassan Nasrallah nur einen Tag zuvor die Proteste als „Beginn einer ernsthaften Bewegung, die zur Verteidigung des Propheten Gottes überall in der muslimischen Welt weitergehen muss“, bezeichnet hatte, ist nach Ansicht Pirkers bestimmt auch nur eine hinterlistige Finte des Mossad gewesen. Zu gerne würde man die Einschätzung des Autors lesen, wenn die Katholische Jugend nach der nächsten kritischen Berichterstattung über den Papst die Redaktionsräume der Jungen Welt niederbrennen würde.

 Von der Unfähigkeit, Widersprüchlichkeiten anerkennen

Zumindest dies kann man Jakob Augstein nicht vorwerfen. Er sieht nichts Progressives an dem islamistischem Mob. Aber in seiner Unfähigkeit, die Widersprüchlichkeit dieser Welt und die Verblendung großer Teile der Weltbevölkerung anerkennen zu wollen, sucht er zwanghaft nach Hintermännern und Strippenziehern. Dass er dabei nicht die aktuellen Machthaber vor Ort im Blick hat, die offenbar kein großes Interesse haben, die westlichen Botschaften zu schützen oder die Lage zu beruhigen, sondern wieder einmal Israel und die USA, hat eine verstörende Nähe zu antisemitischen Erklärungsmustern. Und was beide ebenfalls nicht sehen, ist, dass ihre verschwörungstheoretischen Erklärungen weit mehr westliche Arroganz in sich tragen, als die – wie stets übertriebenen – Warnungen vor der islamistischen Gefahr.

Letztere nehmen wenigstens die (wenigen) Menschen auf den Straßen Afghanistans, Libyens und des Sudans ernst, während Augstein und Pirker sie offenbar für so dumm halten, dass ein „primitiver und amateurhafter“ Internetstreifen (Pirker), eine  „jämmerliche Monty-Python-Kopie“ (Augstein) ausreicht, um sie in die US-israelische Falle tappen zu lassen und zum willfährigen Handlanger derer ‚Kriegspolitik‘ zu machen. Wenn das die „zornigen jungen Männer“ wüssten….

Siehe auch: “Das Problem ist Israel”, Michael Lüders und “die reichen New Yorker Juden”, Wahn und Wirklichkeit, Im Zweifel gegen Israel, Protest gegen Indien als Lehre aus Auschwitz

5 thoughts on “Augstein, Pirker und die „Cui bono?“-Frage

  1. Naja, so übermäßig verschwörungstheoretisch ist das Ganze nun auch nicht.
    Bedenkt man, dass es als relativ sicher gilt, dass das Video aus Kreisen koptischer Christen stammt, die genau die politische Motivation haben, die Augstein und co. den USA und Israel unterstellen – nämlich den Islam als Religion insgesamt vorzuführen, indem man seine Fanatiker reizt – zeigt dies, dass die Frage Ciu Bono schon sinnvoll und zielführend war – nur, dass niemand die Kopten auf dem Schirm hatte…

    Bedenkt man nun, dass die Schaffer des Videos aus den USA stammen und die USA auch offiziell die koptischen Christen in Ägypten unterstützen… das lässt viel Raum für Verschwörungstheorien. ABER:

    Die Amateurhaftigkeit des Videos und die Tatsache, dass dieses Projekt mit sehr wenig Geld und Personal durchgeführt werden konnte sprechen aber deutlich gegen die Involvierung irgendwelcher Regierungen – das ist bei so einem Projekt einfach nicht nötig und schon gar nicht sinnvoll. Daher: Ja, das sind sinnlose Verschwörungstheorien. Dennoch freuen sich die Republikaner zweifelsohne über die Erstürmung von Botschaften durch Extremisten – denn so können sie Obama „Schwäche“ unterstellen und ihre kriegstreiberische Politik als sinnvolle Antwort verkaufen…

    Bei einigen anderen Punkten muss ich dem Autor des Artikels klar widersprechen:
    Nicht nur Augstein sieht die Kriegsvorbereitungen Israels gegen den Iran. Israel hat schon mehrmals klar geäußert, vermeintliche Atomanlagen im Iran angreifen zu wollen und sogar die USA offen dazu aufgefordert, sie zu unterstützen (die mehr oder weniger antworteten: „Ähm, lasst uns das nach der Wahl besprechen!“…). Dass hier eine ernsthafte(!) Kriegsgefahr besteht sollte seitens des Autors nicht geleugnet werden – das wirkt in der Tat wie „die Augen verschließen vor den schlimmen Dingen, die da kommen mögen“.

    Vor allem, wenn an anderen Stellen absolut unrealistische Kriegsdrohungen des Iran gegen Israel als „ernsthafte Gefährdung des Friedens“ oder gar „Grund für eine militärische Intervention“ gesehen werden. Eines ist eigentlich völlig sicher: Ein Krieg zwischen Israel und dem Iran wird definitiv nicht vom Iran ausgehen (denn der Iran weiß, dass die Konsequenz eines Angriffs auf Israel ein Krieg gegen halb Europa und die USA bedeuten würde… greift Israel hingegen den Iran an wird’s wieder Diskussionen im Weltsicherheitsrat geben und die USA werden wieder jede Konsequenz mit Veto-Macht verhindern, wie sie es bisher immer getan haben… das ist *leider* keine Verschwörungstheorie…).

    Schade, dass dieser Artikel wieder so tendentiös ist und wieder mal latent Antisemitismus unterstellt, wo schlicht keiner ist, zudem wieder linke Antikapitalisten in ein Lager mit Rechtsextremen gesteckt werden. Muss das sein?

    Ich kann Augsteins Aussagen auch als Übertreibungen und Verschwörungstheorien ablehnen (ja, das tue ich!) ohne ihm dabei gleich wieder irgendwelche Ressentiments zu unterstellen oder ihn mit Rechtsextremen auf eine Stufe zu stellen. Aber wie gesagt: Hier verfällt dieser Blog leider in die gleiche „Freund-oder-Feind“-Mentalität, die er an andrer Stelle mit Recht kritisiert. Nicht jeder, der eine andere Meinung vertritt, ist deshalb gleich „Antiisraelisch“ oder gar „Antisemit“. Nicht jeder, der nicht bedingungslos solidarisch mit Israel ist, ist deshalb ein Antizionist. Etwas mehr Mäßigung und weniger Polemik würde dem Blog gut tun, aber gut, schon beim Schreiben dieser Zeilen denke ich mir, ich könne ebenso gut Eulen nach Athen tragen…

  2. @Dennis.K

    Ich kann leider nur spötteln: Sofern du Augstein und sein Klientel (hauptsächlich aus der durchaus rechten, antisemitischen und pro-Achmadinedschad-Ecke) als mißverstandene „linke Antikapitalisten“ deklarierst, lägest du nun gerade hinsichtlich des Artikels (auf den du Bezug nimmst`) vollkommen daneben, denn: Wenn ein Augstein nicht im Stande oder nicht Willens ist, im aufgestachelten Mob den islamistischen Willen von sunnitischen – und nun auch schiitischen – Geistlichen (speziell Nasrallah) zu sehen, dann ist das kein Unvermögen eines „linken Antikapitalisten“, sondern entweder a.) komplette Idiotie, oder b.) die gewollte Sichtweise eines verkappten Islamisten, der die Religion aus dem „Spiel“ halten möchte, um somit vermeintliche „Linke“ (also mutmaßlich auch dich) anzufüttern, damit diese lediglich dem Irrglauben anheim fallen, dass dort „antiimperialistische Kräfte“ wirken (im schlimmsten Fall agnostische „Chaoten“), die frei von jeglicher religiösen Irrationalität seien. Wann lernen „Linke“ eigentlich, dass ein Augstein weit davon entfernt ist, ein „linker Antikapitalist“ zu sein? – Augstein ist erstrangig ein offensichtlicher Iran-, und Grass-Freund…

  3. „Naja, so übermäßig verschwörungstheoretisch ist das Ganze nun auch nicht.“
    Die Begründungen werden lustig.

    „Bedenkt man, dass es als relativ sicher gilt, dass das Video aus Kreisen koptischer Christen stammt, die genau die politische Motivation haben, die Augstein und co. den USA und Israel unterstellen – nämlich den Islam als Religion insgesamt vorzuführen, indem man seine Fanatiker reizt – zeigt dies, dass die Frage Ciu Bono schon sinnvoll und zielführend war – nur, dass niemand die Kopten auf dem Schirm hatte Bedenkt man nun, dass die Schaffer des Videos aus den USA stammen und die USA auch offiziell die koptischen Christen in Ägypten unterstützen… das lässt viel Raum für Verschwörungstheorien. ABER:
    …“
    Zuerst: Als Augstein sein antisemitisches Pamphlet verfasste waren „die“ Kopten längst auf dem Schirm. Zweitens machst du denselben Fehler wie Augstein, indem du die armen Fanaten zu Opfern ihrer zwangsläufiger Taten machst. Sie haben eine Wahl, merk dir das. Zu guter Letzt gehst es hier um die Verschwörungstheorie die Augstein auftischt, nicht um die du hier aufmachst.

    „Die Amateurhaftigkeit des Videos und die Tatsache, dass dieses Projekt mit sehr wenig Geld und Personal durchgeführt werden konnte sprechen aber deutlich gegen die Involvierung irgendwelcher Regierungen – das ist bei so einem Projekt einfach nicht nötig und schon gar nicht sinnvoll. Daher: Ja, das sind sinnlose Verschwörungstheorien.“
    Richtige Schlussfolgerung, absurde Ausgangspunkte.

    „Dennoch freuen sich die Republikaner zweifelsohne über die Erstürmung von Botschaften durch Extremisten – denn so können sie Obama “Schwäche” unterstellen und ihre kriegstreiberische Politik als sinnvolle Antwort verkaufen…“
    In solchen Zeiten stellen sich Amerikaner hinter ihren Präsidenten. Dieser ist kein Republikaner.

    Bei einigen anderen Punkten muss ich dem Autor des Artikels klar widersprechen:

    „Nicht nur Augstein sieht die Kriegsvorbereitungen Israels gegen den Iran. Israel hat schon mehrmals klar geäußert, vermeintliche Atomanlagen im Iran angreifen zu wollen und sogar die USA offen dazu aufgefordert, sie zu unterstützen (die mehr oder weniger antworteten: “Ähm, lasst uns das nach der Wahl besprechen!”…). Dass hier eine ernsthafte(!) Kriegsgefahr besteht sollte seitens des Autors nicht geleugnet werden – das wirkt in der Tat wie “die Augen verschließen vor den schlimmen Dingen, die da kommen mögen”.

    Vor allem, wenn an anderen Stellen absolut unrealistische Kriegsdrohungen des Iran gegen Israel als “ernsthafte Gefährdung des Friedens” oder gar “Grund für eine militärische Intervention” gesehen werden. Eines ist eigentlich völlig sicher: Ein Krieg zwischen Israel und dem Iran wird definitiv nicht vom Iran ausgehen (denn der Iran weiß, dass die Konsequenz eines Angriffs auf Israel ein Krieg gegen halb Europa und die USA bedeuten würde… greift Israel hingegen den Iran an wird’s wieder Diskussionen im Weltsicherheitsrat geben und die USA werden wieder jede Konsequenz mit Veto-Macht verhindern, wie sie es bisher immer getan haben… das ist *leider* keine Verschwörungstheorie…).“

    Iran führt indirekt Krieg mit Israel via Hisbollah. Iranische Führer verkünden die baldige Auslöschung Israels. Israels erwägt einen Schlag gegen iranische Atomanlagen. Deine Folgerung: Iran harmloser Maulheld, Israel „die Augen verschließen vor den schlimmen Dingen, die da kommen mögen”
    „Schade, dass dieser Artikel wieder so tendentiös ist und wieder mal latent Antisemitismus unterstellt, wo schlicht keiner ist, zudem wieder linke Antikapitalisten in ein Lager mit Rechtsextremen gesteckt werden. Muss das sein?“
    Der Erbe eines Millionenimperiums als linker Antikapitalist. Lustig.

    „Ich kann Augsteins Aussagen auch als Übertreibungen und Verschwörungstheorien ablehnen (ja, das tue ich!) ohne ihm dabei gleich wieder irgendwelche Ressentiments zu unterstellen oder ihn mit Rechtsextremen auf eine Stufe zu stellen. Aber wie gesagt: Hier verfällt dieser Blog leider in die gleiche “Freund-oder-Feind”-Mentalität, die er an andrer Stelle mit Recht kritisiert. Nicht jeder, der eine andere Meinung vertritt, ist deshalb gleich “Antiisraelisch” oder gar “Antisemit”. Nicht jeder, der nicht bedingungslos solidarisch mit Israel ist, ist deshalb ein Antizionist. Etwas mehr Mäßigung und weniger Polemik würde dem Blog gut tun, aber gut, schon beim Schreiben dieser Zeilen denke ich mir, ich könne ebenso gut Eulen nach Athen tragen…“
    Du hast keinen einzigen Punkt gemacht der dagegen spricht. Keinen Einzigen. Aber das ist Eulen nach Athen tragen

  4. Problematischer als die »Cui Bono«-Frage, finde ich ja die Antworten, auf die Augstein und Pirker unisono nicht kommen. Denn dass ganz viele Muslime zufällig ein grottiges Youtube-Video gefunden haben und daraufhin losgezogen sind um etwas anzuzünden, ohne dass sie jemand dazu angestachelt hätte, dem es vielleicht irgendwie nützt, ist nun wirklich derart absurd, dass es selbst einem Verschwörungstheoretiker hätte komisch vorkommen müssen. Außer natürlich die andere Antwort stand vorher fest.

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