US-Betreiber sperrt Neonazi-Seite Altermedia

Der Exodus der Neonazi-Seiten im Netz geht weiter. Nun ist die Hetzseite Altermedia offline. Nach Angaben der Betreiber hat der Anbieter in den USA die Hetzseite gesperrt. Bislang galten die USA als relativ sichere Heimat für deutsche Neonazi-Seiten.

Früher Störtebeker.net – heute Altermedia – der Irrsinn bleibt.

Das braune Weltnetz muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Nachdem bereits mehrere einflussreiche Szene-Seiten verschwunden waren, hat es nun Altermedia erwischt. Nach Angaben der Betreiber wurde die Seite von einem US-Hoster gesperrt. Dies ist dahingehend bemerkenswert, dass die USA bislang als sicherer Ort für deutsche Neonazi-Propaganda galten. Doch bereits vor gut einem Jahr war das Altermedia-Netzwerk gesperrt worden – und nun müssen die Betreiber wieder einen neuen Anbieter suchen und die Seite neu aufsetzen.

Deutsche Sicherheitsbehörden ziehen sich gerne auf den Standpunkt zurück, man sei gegen Neonazi-Propaganda hilflos, da Server auf der anderen Seite des Atlantiks stünden. Eine bemerkenswerte Position, Delikte wie „Raubkopien“ werden deutlich konsequenter verfolgt, zudem haben auch US-Anbieter Regeln gegen „Hatespeech“.

Druck erhöht

Doch seit dem Bekanntwerden der NSU-Terrorserie stehen auch die deutschen Neonazis stärker unter Druck. Neben Hackern machen nun auch staatliche Stellen den Hetzern das Leben schwerer. So verschwanden nach Razzien bereits mehrere Seiten aus dem braunen Netz, insbesondere das Thiazi-Forum sei hier erwähnt. Die braune Infrastruktur klappt langsam zusammen. Die Neonazis weichen daher auf soziale Netzwerke aus, aber auch hier werden sie des Öfteren wieder rausgeschmissen.

Altermedia gehörte über Jahre zu den wichtigsten Seiten im „Nationalen Widerstand“. Da der Betreiber Axel Möller, derzeit im Knast in Stralsund einsitzend, auch den finstersten Klatsch veröffentlicht hatte, galt die Seite als „BILD“ der rechtsextremen Szene. Nach Möllers Verurteilung zu 2,5 Jahren Haft wegen Dutzender Straftaten wie Volksverhetzung und Beleidigung verlor die Seite aber weiter an Einfluss.

Auch dem NPDler Hans Püschel (früher SPD) droht derweil offenbar Ärger. Das singende Parteimaskotchen soll Kommentare auf seiner Seite gefälscht haben. Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat Ermittlungen aufgenommen.

Siehe auch: Im digitalen Nirwana, Flucht in die Netzwerke, “Operation Blitzkrieg”: Das Weltnetz wackelt, Altermedia-Betreiber muss kommende Woche ins Gefängnis

8 thoughts on “US-Betreiber sperrt Neonazi-Seite Altermedia

  1. Und Zeit wurde es. War Altermedia schon unter Axel Möller krankhaft und verstörend, hat unter seinen Nachfolgern noch eine Steigerung der Geschmacklosigkeit stattgefunden. Sowohl in Beiträgen als auch in den Kommentaren. Gefährlichstes Geseiere auf Stürmer-Niveau. Unverkennbar wes Geistes Kind.

  2. Was will man damit erreichen? Man ändert die Meinung von Menschen nicht, indem man sie verbietet. Als einzige wirkungsvolle Möglichkeit erscheint mir der offenen Umgang mit unliebsamen Themen. Als alter DDR Bürger weiß ich, daß Geheimniskrämerei und Verbote gar nichts bringen.

    lieben Gruß, Ich :)

  3. Zu „Ich“ von 11.40 Zitat:
    „Was will man damit erreichen? Man ändert die Meinung von Menschen nicht, indem man sie verbietet.“

    Das weiß „man“ auch, es soll nur die Verbreitung der „falschen“ Meinung unterbunden werden -was natürlich auf Dauer genauso sinnlos ist aber so sind´se nun mal schon immer gewesen.

    In der DDR z.B. durfteste ja auch nicht gleichzeitig FÜR Frieden einstehen (also wie wohl ca 99% der normalen Menschen sind) und aber anders herum GEGEN die SED sein, manche Dinge sind eben „Staats“eigentum und heute ist das halt „die Meinung“ bzw. was gefälligst Meinung zu sein hat.

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