NPD gibt „Bürohaus Europa“ auf

Nach nicht einmal zwei Jahren hat die NPD Thüringen ihre Nutzung einer Immobilie in Bad Langensalza aufgegeben. Erneut steht der Flachdachbau leer, für seine Geschäftsstelle sucht der Landesverband unterdessen ein neues Domizil.

Von Kai Budler, zuerst veröffentlicht beim blick nach rechts

Mit der Tagung ihres Landesvorstandes hatte die NPD Thüringen im Juli 2010 den Startschuss für die Nutzung des viergeschossigen Gebäudes aus DDR-Zeiten gegeben, einen Monat später lud der damalige Vorsitzende Frank Schwerdt zu einer Pressekonferenz ins „Bürohaus Europa“. Dort war von einem möglichen Hauskauf die Rede, doch der angekündigte Investor blieb der Veranstaltung fern.

NPD-Bürohaus in Langensalze (Foto: K. Budler)
NPD-Bürohaus in Langensalze (Foto: K. Budler)

Noch zwei Jahre vorher war der Verkehrswert mit 310.000 Euro beziffert worden, aufgrund der finanziellen Lage schied die NPD Thüringen als Käufer aus. Tatsächlich hatte die Partei eine Vereinbarung mit dem Eigentümer getroffen, nach der der Landesverband die Räumlichkeiten mietfrei nutzen sollte, wenn er die Heizkosten tragen könne. Doch der miserable Zustand des Gebäudes machte der NPD offenbar einen Strich durch die Rechnung. Bei einem Rundgang durch die vier Etagen und den Keller war der teils erhebliche Sanierungsbedarf offensichtlich, nur der Raum für die Pressekonferenz war notdürftig renoviert und möbliert worden.

Landesgeschäftsstelle wieder in Eisenach

Dabei hatte die Partei große Pläne für das Gebäude: neben der Landesgeschäftsstelle sollte unter anderem die Redaktion der thüringischen NPD-Regionalzeitung „Nordthüringen Bote“ in der Rosenstadt residieren, von Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 30 Gäste und einem Tagungsraum war ebenso die Rede wie von einer Kanzlei eines NPD-nahen Anwaltes. In den weit verzweigten Kellerräumen sollte der Materialdienst der Bundes-NPD untergebracht werden.

Gleich nach der Eröffnung fanden in der ehemaligen Kantine zwei rechtsextreme Konzerte und die Vorstandssitzung des NPD-Landesverbandes statt, auch der örtliche Kreisverband nutzte die Immobilie. Inzwischen sind die anfangs eilig angebrachten Schilder verschwunden, einzelne Scheiben wurden eingeworfen und Farbbeutel verzieren die Fassade. Auch Einwohner bestätigen: „Von denen habe ich lange keinen mehr gesehen. Hier passiert nichts mehr, die müssen ausgezogen sein“. Die NPD Thüringen bestätigt die Vermutung und spricht von „baurechtlichen Probleme und zu hoher Preisvorstellungen des Eigentümers“. Wie bereits vor ihrem Umzug nach Bad Langensalza befinde sich die Landesgeschäftsstelle nun wieder in Eisenach.

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