Deutsche Tatverdächtige werden als Ausländer erfasst

Die Berliner Kriminalstatistik hat über viele Jahre Tatverdächtige ohne Angaben zur Nationalität einfach als ausländische Tatverdächtige erfasst. Jetzt stellt sich heraus, dass 85 Prozent dieser Täter Deutsche waren.

Von Migazin

Jährlich geben Bund und die Länder Zahlen zur polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) heraus. Darin wird die Öffentlichkeit über die Kriminalitätsrate in verschiedenen Deliktsarten informiert. Erfasst wird dabei auch die Täterherkunft. Die Unterteilung erfolgt nach deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. So auch in Berlin.

Wie sich allerdings herausstellte mit einem gravierenden Fehler. In den Jahren 2005 bis 2011 wurden Tatverdächtige, die keine Angabe zu ihrer Nationalität machten, automatisch als Nichtdeutsche eingestuft. Das Brisante dabei: erst jetzt wurde bekannt, dass diese zu 85 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft hatten und trotzdem als nichtdeutsche Tatverdächtige erfasst wurden.

3-5 Prozent niedriger

Bei richtiger Angabe hätte der Anteil der Nichtdeutschen an allen Tatverdächtigen über die ganzen Jahre insgesamt 3 bis 5 Prozent niedriger gelegen. „So kam es zu Verzerrungen, die einen kontinuierlichen Anstieg der Kriminalitätsrate unter Nichtdeutschen vorgaukelten, obwohl nach 2004 die Zahlen vorerst rückläufig waren. Zahlreiche falsche Darstellungen in den Medien waren die Folge. Diese lassen sich natürlich nicht mehr korrigieren. Das ist äußerst ärgerlich. Fakt ist, dass der Anteil der Nichtdeutschen unter den Tatverdächtigen heute nicht wesentlich höher ist als noch vor 10 Jahren”, so Fabio Reinhardt, integrationspolitischer Sprecher der Piratenfraktion.

Dabei sind die PKS-Zahlen in Bezug auf die nichtdeutschen Tatverdächtigen ohnehin verzerrt. Delikte, die nur von Ausländern begangen werden können, tauchen in der Statistik genauso auf wie Taten von Durchreisenden oder Touristen. Auch wird in der PKS keine Unterteilung nach dem Alter der Tatverdächtigen oder nach dem sozialen Status vorgenommen. Ein signifikanter Faktor ist nämlich, dass die ausländische Bevölkerung im Vergleich zur deutschen Bevölkerung viel jünger oder häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Das schlägt sich besonders negativ auf die Statistik aus. Experten fordern bei Vergleichen daher, Aspekte wie Alter oder sozialer Status zu berücksichtigen. Alles Anderen würde hinken.

Siehe auch: Deutschland atmet auf: Polizei schafft Rassismus ab

9 thoughts on “Deutsche Tatverdächtige werden als Ausländer erfasst

  1. Das erstaunt mich nicht. Ich habe in dem Zeitraum zweimal eine Anzeige bei der Berliner Polizei erstattet und beide Male bin ich als erstes nach der Nationalität der Tatverdächtigen gefragt worden. Auf meine Antwort, dass ich dies nicht beantworten könne, da ich den Pass der betreffenden Personen nicht gesehen hätte, wurde ich aufgefordert, die Nationalität anhand des Aussehens der Personen zu bestimmen. Auf weitere Nachfragen meinerseits, woran ich denn die Nationalität einer Person am Äußeren erkennen könne, wollten sie wissen, ob die Personen „irgendwie südländisch“, türkisch oder arabisch ausgesehen hätten. Als ich mich weiterhin nicht in der Lage sah den Tatverdächtigen eine Nationalität zuzuordnen, hieß es, man könne mir keine Fotos vorlegen, da die Datei nach Nationalitäten sortiert sei.

  2. Wichtig: 3 bis 5 Prozentpunkte, nicht Prozent. Das ist ein ziemlich ernster Unterschied.

  3. Rückfrage: Wie sollte denn die Polizei korrekt mit der Kategorie „ohne Angabe“ umgehen? In dem Fall kann man doch nur mutmaßen.

  4. @Faisal Das Schlimme ist ja, daß Mutmaßungen in den Boulevardmedien zu Tatsachen gemacht werden! Die Mutmaßungen der Polizei interessieren mich nicht. Wenn ca. 30 Prozent der Deutschen Bevölkerung ganz oder teilweise rechte Ansichten haben, trifft das natürlich auch auf die Polizei zu.(Siehe z.B. „Polizei-Kalender mit rassistischen Zeichnungen“)

  5. Kriminalität und besonders Gewaltverbrechen haben meistens was mit dem sozialen Umfeld zu tun.Daher ist die Kriminalität logischer Weise in der Unterschicht höher als die der Mittel-oder Oberschicht.Klingt zwar hart ist aber nur eine logische Konsequenz.Das ist auch der Grund warum Ausländer in der Regel mehr Straftaten begehen als Deutsche.Wer in ein fremdes Land auswandert in der Hoffnung auf ein besseres Leben gehört meistens eben zur Unterschicht.Würden der selbe Anteil an Unter,Mittel und Oberschicht einwandern,würden Ausländer auch logischer Weise im Durchschnitt nicht krimineller sein als Deutsche.Dies ist aber leider nicht so.Diskutionen darüber das hier eingewanderte Ausländer überhaupt nicht krimineller sind halte ich daher für Schwachsinn.Wenn es trotz der (mehr oder weniger) gleichmäßig vorhandenen 3 Schichten der hier lebenden Deutschen so wäre würde es ja bedeuten das Deutsche in der Regel krimineller sind als der Rest der Welt.Und sowas ist dann eben blanker Rassismus!Nicht mehr und nicht weniger!

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