Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch in Hamburg

Die selbsternannte „Weiße Wölfe Terrorcrew “, NPD und Freie Kameradschaften rufen zum „Tag der deutschen Zukunft“ auf, dem jährlichen Groß-Event der gewaltbereiten norddeutschen Neonaziszene. Gleich mehrere Bündnisse mobilisieren gegen den angekündigten Naziaufmarsch am 2. Juni durch Hamburg. Bereits im Vorfeld gab es zahlreiche Veranstaltungen, beispielsweise spielten Deichkind und Irie Révoltés im Schanzenviertel unter dem Motto: „AufMUCKEn gegen Nazis!“.

Von Roland Sieber

Das als unangemeldetes antifaschistisches ausgerufene OpenAir-Festival vor der Roten Flora war mit bis zu 3.000 Besuchern laut den Veranstaltern ein voller Erfolg und der kulturelle Auftakt zur Mobilisierung gegen den von den Rassisten geplanten Aufmarsch.

Das OpenAir war nicht die erste Aktion an dem sich das im Februar gegründete Jugendbündnis „Keine Zukunft für Nazis“ beteiligte, um den menschenverachtenden Ideologien und den rassistischen Aktivitäten der gewaltbereiten Kameradschafts- und NPD-Szene entgegen zu treten.

Mit dabei auch viele Jugendliche die sich das erste Mal über den alltäglichen Rassismus in der Mitte der Gesellschaft informieren und auf Blockaden vorbereiten. So wurde ein Mobi-Clip gedreht, Infoveranstaltungen an Schulen und Jugendeinrichtungen vorbereitet, Flash-Mobs sollen die Innenstadt beleben.

Das Motto lautet: „Gemeinsam gegen Nazis – Für ein respektvolles Miteinander und eine Zukunft ohne soziale Ausgrenzung!“, so die Bündnispressesprecherin auf Nachfrage. Die jungen Menschen wollen demonstrieren, blockieren und sich an bunten Aktionen beteiligen. Es soll den Nazis unmöglich gemacht werden auch nur einen Meter durch Hamburg zu marschieren. Es soll an die erfolgreichen Blockaden der vergangenen Jahre in Hamburg und Dresden angeknüpft werden. Bei den Menschenblockaden sollen vom Jugendbündnis keine Eskalationen ausgehen. So lautet es auch im Blockadekonsens des Hamburger Bündnisses gegen Rechts.

Über 170 Gruppen und Organisationen haben den Aufruf „Den Naziaufmarsch stoppen! Internationale Solidarität statt völkischer Wahn!“ unterzeichnet. Dies ist das größte und breiteste Hamburger Bündnis von der AIDS-Hilfe bis zum Kulturzentrum Zinnschmelze sind auch die DGB-Gewerkschaften, Parteien und der Flüchtlingsrat dabei.

Das bürgerlichste Bündnis dürfte „Hamburg bekennt Farbe: Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt!“ sein, dass von der Hamburgischen Bürgerschaft und dem ersten Bürgermeister, Olaf Scholz unterstützt wird. Das Ziel ist es durch eine große Veranstaltung am 2. Juni den Rathausmarkt von Neonazis frei zu halten und ein starkes Zeichen für „Demokratie, Toleranz, Vielfalt, Zivilcourage und einen respektvollen Umgang miteinander“ zu setzten. Den Aufmarschversuch mit vielfältigen Aktionen und Konzepten zum Desaster zu machen ist das erklärte Ziel des Antifabündnisses gegen den “Tddz”. Es wird auf der bisher angemeldeten Route vorbei am linksalternativen Gängeviertel, SPD- und Gewerkschaftshaus mit ca. 300 bis 1.200 Neonazis und mit bis zu 15.000 Gegendemonstranten gerechnet.

Im Jahr 2008 hatte es den letzten größeren Nazi-Aufmarsch gegeben, mehr als 1000 Rechtsextreme zogen von Barmbek nach Ohlsdorf.

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