Gemeinderätin aus Sachsen: Offener Hass auf Schwule

Der wegen seiner Homosexualität unter anderem in Russland von bewaffneten Organen und in Deutschland von Neonazis bedrohte Grünen-Politiker Volker Beck wird jetzt auch offen von einer Gemeinderätin attackiert. Beck forderte daraufhin FDP-Chef Philipp Rösler ultimativ auf, die agitierende Politikerin aus der Partei auszuschließen – was angeblich bereits geschehen sei.

Die Gemeinderätin Cordula Drechsler aus dem sächsischen Bad Lausick hatte Volker Beck, der Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion ist, in einer Hass-Mail unter anderem schriftlich mitgeteilt: „Sie sollten sich in Zukunft überlegen, ob sie nach Russland fahren und auch in Deutschland dürfte Ihr Leben schwerer werden im (noch nicht) von Muslimen komplett dominierten Berlin (dann werden Sie auch ein schweres Leben haben).“ Die Gemeindepolitikerin („Mit heterosexuellen Grüßen aus dem erzkonservativen Freistaat Sachsen“) beendete ihr Schreiben mit dem Hinweis: „Leute wie Sie Herr Beck braucht das deutsche Wählervolk beim besten Willen nicht.“

Email4U - Hassnachricht aus der sächsischen FDP (Klicken für große Ansicht)
Email4U - Hassnachricht aus der sächsischen FDP (Klicken für große Ansicht)

Gegenüber dem Büroleiter Becks bekräftigte Drechsler offen ihre schriftlichen Äußerungen. Auf Anfrage der Leipziger Volkszeitung sagte sie, sie habe zum Fall des homosexuellen Beck „alles gesagt“. In Deutschland denke die Mehrheit so, „sie getraut es sich nur (noch nicht) zu sagen“, ließ Frau Drechsler wissen. Die 39-Jährige Bankkauffrau war laut LVZ 2009 für die FDP in den Stadtrat gewählt worden, unter anderem mit dem Versprechen, dass Entscheidungen für die Bürger transparenter werden sollten. Im Internet warb Frau Drechsler demnach zur gleichen Zeit als „peterpan5“ für ihre Ansicht, „dass auch die Leidensfähigkeit der Deutschen irgendwann ein Ende hat“.

Der Grünen-Abgeordnete Beck forderte jetzt brieflich den FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler „umgehend zum Handeln gegen Menschenfeindlichkeit in der FDP auf“. „Deshalb fordere ich Sie auf, Frau Cordula Drechsler aus der FDP-Fraktion in Bad Lausick in Sachsen zu werfen und jede Zusammenarbeit mit dieser Frau zu beenden.“ Dieses „gefährliche Maß an unverbesserlichem Menschenhass hat im demokratischen Parteienspektrum nichts verloren“. Er erwarte „bis Monatsende“ den Parteiausschluss und die Beendigung jeder Zusammenarbeit mit Frau Drechsler.

Torsten Herbst, Generalsekretär der FDP Sachsen, betonte mittlerweile: „Frau Drechsler ist seit 2010 nicht mehr Mitglied unserer Partei. ihr einziger Fraktionskollege bereits seit über acht Jahren nicht mehr. Beide Personen maßen sich widerrechtlich und gegen den ausdrücklichen Willen der Partei an, als FDP-Fraktion aufzutreten. Es ist offensichtlich, dass die hasserfüllten Äußerungen von Frau Drechsler weder inhaltlich noch vom Niveau her etwas mit der FDP zu tun haben. Wir haben bereits kurz nach Bekanntwerden der Äußerungen reagiert und Schritte eingeleitet, damit diese Personen in Bad Lausick nicht mehr widerrechtlich als vermeintliche FDP-Fraktion auftreten. Und wir werden alle juristischen Mittel ausschöpfen, damit solche Leute künftig nicht mehr den Eindruck erwecken dürfen, sie hätten etwas mit unserer Partei zu tun.“

24 thoughts on “Gemeinderätin aus Sachsen: Offener Hass auf Schwule

  1. @ o.b.

    „Wenn die Homophoben mal zur Kenntnis nehmen würden, dass Homosexualität kein Hobby von gelangweilten, mittellasse Szeneyuppies ist oder eine Trendsportart hipper Großstädter“

    Ich bin selbst schwul (eher bi aber egal) aber ich muss sagen da sind „die Schwulen“ nicht ganz unschuldig dran.

    Genauso kommt es nämlich rüber.

    Alleine wenn ich mir den CSD anschaue muss ich mich echt fremdschämen.

    Die ganze Energie geht dann drauf den Leuten zu verklickern das diese Leute dort nicht für mich auftreten.

  2. PS:

    Und mit Politik hat das auch (CSD) nichts mehr zu tun. Eher wie Karneval für Schwule.

Comments are closed.