Gabriels Apartheid-Regime

Will SPD-Chef Sigmar Gabriel bei der israelfeindlichen Fraktion in der Linkspartei wildern? Ein Facebook-Posting legt zumindest die Vermutung nahe, die SPD wolle nicht nur bei den „Islam-“ sondern nun auch verstärkt bei den „Israelkritikern“ punkten. Immerhin schreibt der SPD-Chef im  Zusammenhang mit dem jüdischen Staat von einem „Apartheit-Regime“.

 Von Jesper Olsen

Er sei „gerade in Hebron“ gewesen, wurde am 14. März auf der FB-Seite von Gabriel verkündet, also an dem Tag, an dem im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland die rot-grüne Minderheitsregierung gescheitert ist. Gabriel setzt aber andere Prioritäten, sozusagen der Blick über den Tellerrand: Hebron sei „für Palästinenser ein rechtsfreier Raum“ – und dann noch: „Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“

Sigmar Gabriel, Facebook-Homepage (Foto: Screenshot Facebook)
Sigmar Gabriels Facebook-Homepage (Foto: Screenshot Facebook)

Der SPD-Chef wirft den Kampfbegriff Apartheid-Regime in Verbindung mit den Palästinensern in die Runde, um das böse Wort Israel drückt er sich – doch auch so kommt die Message an. Eine Message, die viele Sozialdemokraten entsetzt. Ilia Choukhlov schreibt:

„Ich schäme mich, dass ich als Jude in dieser Partei und als Sprecher des Arbeitsreises der jüdischen SozialdemokratInnen so etwas hier zu lesen bekomme. Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten. Kritisieren kann jeder, aber Vorschläge wie man Terror bekämpft werden nicht eingebracht. Außerdem wieso erwähnt keiner von über 200 Raketen die in letzten Tagen auf Israel gefallen sind.“

Michael Thaidigsmann meint:

Das ist ein grausiger Kommentar, lieber Sigmar, der Israel (natürlich ohne es beim Namen zu nennen) mit dem Apartheidregime Südafrikas gleichsetzt. Was in Hebron passiert, ist durchaus kritikwürdig, aber es sind nicht nur die jüdischen Siedler schuld (die Du ja wohl meinst), sondern auch radikale Palästinenser. Von einem deutschen Spitzenpolitiker – und von einem Sozialdemokraten gleich doppelt – erwartet man schon etwas differenziertere Äußerungen

Und Jan S. Weber schreibt:

Da wollte man gerade noch voll im Wahlkampf durchstarten, liest dann solche Kommentare des Parteivorsitzenden und denkt jetzt doch eher an Parteiaustritt. Danke Sigmar…

Gabriel erntet erwartungsgemäß, wenn es in Deutschland um Israel geht, aber auch Zuspruch, manche meinen, der SPD-Chef habe ja gar nichts von Israel geschrieben. Ein Kommentator wird deutlicher:

man muss es nicht apartheid nennen, es ist eher ein bißchen so wie mit den amerikanischen ureinweohnern bei der besiedlung nordamerikas: die palästinenser werden in kleine reservate zurückgedränkt und man nimmt ihnen ihren lebensraum, während man sich selbst ihres landes bemächtigt.

Argumentationsmuster, wie sie von Rechtspopulisten bekannt sind, garniert mit Begriffen wie Lebensraum. Sascha Buchholz bringt es dann auf den Punkt: „FUCK ISRAHELL“

Herzlichen Glückwunsch, lieber SPD-Chef, zu Ihren neuen Fans und potentiellen Wählern. In diesen Kreisen wird die Hamas zum ANC und Chalid Maschal zum neuen Nelson Mandela. Und die SPD bietet für die rassistischen „Islamkritiker“ den Onkel Sarrazin, für die „Israelkritiker“ machts der Chef persönlich. Eine echte deutsche Volkspartei eben.

Siehe auch: Mit der V2 gegen den Iran?Jüdische Ikone der Israelgegner“Fremde Freunde” – Konferenz über das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel9. November: Hammer, Sichel und ganz viele Nägel

25 thoughts on “Gabriels Apartheid-Regime

  1. Pingback: Transatlantikblog
  2. „The system preserving this apartheid is more ruthless than that seen in South Africa, where the black were a labor force and could therefore also make a living.“ Ganz neuer theoretischer Ansatz…

  3. Mit mehr Bedacht

    Sigmar Gabriels Äußerungen und Vergleiche über die Situation in Hebron, die sich ja wie ein Lauffeuer verbreitet und für landesweiten Widerspruch gesorgt haben, sind leider kein Einzelfall und zeigen eine Tendenz über die Parteigrenzen hinweg, egal ob ultra-linke antisemitische „Unterstützer der Palästinensischen Freiheitskämpfer“ (ein viel missbrauchter Kuschelbegriff für Terroristen). Er scheint, dass die meisten Politiker auf Nahostreise sich wohl nicht genügend Zeit nehmen, sich über die Geschichte des sog. Volkes der Palästinenser zu informieren, welches in ständiger Gefahr lebt, zerrieben zu werden zwischen den Mühlsteinen des Hasses von Fatah und Hamas. Die Arabischen Nachbarstaaten verweigern seit Jahrzehnten ihre finanzielle Unterstützung, obwohl sie dies aus der Portokasse des Öls bezahlen könnten, nur um das ´Leid der armen Palästinenser` Israel in die Schuhe schieben zu können. Auch blockiert Jordanien nachhaltig die Integration oder lehnte Ägypten einst sogar die Wiederannahme des Gazastreifens ab. Will denn niemand die Palästinenser haben? Hier ist grundlegend zu wissen, dass es kein Volk der Palästinenser gibt, ja nie gegeben hat. Erst 1964 erfand der Urvater aller Flugzeugentführer und Weltmeister im Vergießen Jüdischen Blutes, der Ägypter Yasser Arafat, das Märchen vom Volk der Palästinenser, um dieses bunte Völkergemisch als Faustpfand vor den vereinten Nationen zu seinem Vernichtungskrieg gegen ´das zionistische Gebilde auf dem Boden Allahs` ins Felde zu führen. Die heute als Palästinenser bezeichneten Menschen sind mehrheitlich die Kinder und Enkel der verschiedensten und z.T. äußerst unterschiedlichen Gastarbeiter aus Irak, Syrien, Libyen, etc., welche erst Jahre nach dem Boom der ´Blühenden Wüsten` unter den gesegneten Händen des Jüdischen Volkes Anfang und Mitte des letzten Jahrhunderts dorthin eingewandert waren. Nur der kleinste Teil war über die letzten Jahrhunderte dort ansässig gewesen, aber ebenso war auch das Volk der Juden ohne Unterbrechung dort vertreten, ja hat nie aufgehört, rechtmäßiger Eigentümer dieses Landes zu sein. Nachträgliche ´völkerrechtliche Beschlüsse` seit dem Beginn der Rückkehr des Jüdischen Volkes ins Land ihrer Urväter waren ausnahmslos willkürlich und bar jeder geschichtlichen Grundlage, ja wurden beschlossen von Staaten, die im selben Atemzug nicht zögerten, Aufstände in ´ihren Kolonien` wie z.B. Indien oder Afrika blutig nieder zu schlagen. Eine Westbank gibt es ebenso wenig wie ein Westjordanland. So ist der Gazastreifen das biblische Stammesgebiet Judahs und die Westbank der Ort, wo die Zelte Abrahams standen, ja im Grunde DAS Kernland Israels und die Wiege des Jüdischen Volkes! Hier zu siedeln ist Israels ureigenstes Recht, auch wenn der Rest der Welt dies anders sehen mag. Würde Abraham heute durch einen Zeitentunnel morgens im Westjordanland aufwachen und aus seinem Zelt schauen, er würde sofort verhaftet werden. Die Anklage: Illegaler Siedlungsbau!
    Israels Bürger würde lieber Gestern als Heute die unmenschlichen Absperrungen, Schutzzäune und Grenzkontrollen in den Recyclingcontainer werfen, wenn man ihnen garantieren würde, dass ihre Kinder nicht mehr in Schulbussen zerfetzt oder an der Eisdiele von Nagelbomben durchsiebt werden. Jedem Politiker, der glaubt, sich irgendwie zum Thema Nahostkonflikt äußern zu müssen, sei empfohlen, sich über die sog. Politiker der Palästinenser als potentielle Gesprächspartner Gedanken zu machen, die sich vor der Kamera zwar um des internationalen Ansehens willen ´gesprächsbereit und friedenswillig` geben, jedoch in Wahrheit unablässig Attacken auf die Israelischen Soldaten befehlen, die nur ausrücken, um den Zerstörungskrieg gegen ihre Familien und die zahllosen Raketenangriffe auf Israelische Zivilisten zu beenden.
    Warum protestiert keiner unserer Politiker, wenn Hamaskämpfer sich zwischen kleinen Kindern verschanzen, ihre Waffen in Krankenwagen schmuggeln, die Bombendepots direkt neben oder gar in Wohnhäusern und Moscheen verstecken, mit iranischer Unterstützung die Endlösung des Judenstaates proklamieren und dann auch noch mit unverschämter und unglaublicher Arroganz Israel als Aggressor bezeichnen? In was für einer verkehrten und verlogenen Welt leben wir eigentlich? Wenn weniger hochrangige Politiker, die sich widersinniger Weise als Freunde Israels bezeichnen, sich zu unbedachten oder am Ende gar aus tief sitzenden Vorurteilen resultierenden Äußerungen hinreißen lassen und somit antiisraelischer Propaganda zuarbeiten würden, so hätten wir morgen schon Frieden und Israel wäre dank weltweiter Unterstützung sicher vor den Islamischen Nachbarstaaten, die am Ende niemals einem dauerhaften Frieden zustimmen werden, da ihre geistigen Führer einzig ein Juden reines Palästina akzeptieren auf dem ´Boden Allahs`, wie sie Israel voller Stolz und tiefster Überzeugung nennen. So ist in Wahrheit Israel kein Besatzer, sondern schon seit langem unter der Fremdbesatzung durch die Medien und durch eine Politik, die dem lebendigen Gott als dem Vater und Gründer des Staates Israels offen ins Angesicht spuckt.
    Sigmar Gabriel hätte sich besonders als ehemaliger Lehrer bei seinem Besuch eines der arabischen Schulbücher zeigen lassen sollen, die mit unseren Steuergeldern finanziert werden und in denen es nur ein Großpalästina frei von jeglichen jüdischen Stätten gibt, um die Schüler schon mal vorsorglich auf die Post-Israelische Zeit in einem Juden reinen Großpalästina vorzubereiten. Vielleicht würde er nie mehr das Wort Palästina in den Mund nehmen, um die Geschichte nicht länger zu verfälschen. Mit Sicherheit jedoch hätte er seine Worte mit wesentlich mehr Bedacht gewählt und wäre nun nicht zu verbalen Nachbesserungen gezwungen, was dem Ansehen unserer Partei nicht gerade zuträglich ist.

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