Nationaler Widerstand is a battlefield

Wo Menschen zusammenkommen, geht es nicht immer rational zu, und da auch Nazis Menschen sind, wird auch hier geliebt, gelogen und betrogen. Doch im „Nationalen Widerstand“ gelten besonders hohe Ansprüche an sich selbst, Frau, Familie, Kameraden und Vaterland. Unsere Ehre heißt Treue usw.. Da können Liebesaffären politische Konsequenzen nach sich ziehen – so wie es bei der NPD und ihrem Umfeld nun der Fall ist.

Von Robert von Seeve

Enorme Fallhöhe: Durch die eigenen ideologischen Ansprüche erscheinen Verstöße gegen die selbst aufgelegte Monogamie für Volk und Vaterland besonders schlimm.
Enorme Fallhöhe: Durch die eigenen ideologischen Ansprüche erscheinen Verstöße gegen die selbst aufgelegte Monogamie für Volk und Vaterland besonders schlimm.

Schon seit Monaten schwirren die Gerüchte durch die Szene, wonach ein sächsischer NPD-Politiker ein Verhältnis mit der Ehefrau eines Kameraden haben soll. Nun legte ein niedersächsischer Neonazi nach und beklagte sich im Netz, „Anstand und Moral“ seien „in der NPD unter der seriösen Radikalität […] wohl Unwörter geworden!“ Im Folgenden beschuldigt der bekannte Rechtsextremist seine Ex-Frau sowie einen sächsischen Landtagsabgeordneten, sie hätten über 1,5 Jahre lang ein Verhältnis gehabt – und so ihn selbst sowie die Familie betrogen.

Doch es geht noch weiter: „Und als wäre das nicht schon genug, betrügt sie dann auch noch ihren Mentor und Geldgeber […] mit einem kleinen Kreisvorsitzenden der gleichen Partei“, behauptet der Ex-Ehemann nun – und gibt somit seine ehemalige Frau in der Szene, wo Frauen treue Weibchen sein sollen, zum Abschuss frei.

Im Folgenden schreibt der bekannte parteifreie Neonazi: „Solche Subjekte wie ihr Drei gehört wahrlich nicht in eine Bewegung welche den Leitsatz: „Meine Ehre heißt Treue!“ auf ihre Fahnen geschrieben hat! Vorbilder sollen wir sein! Ehrenhaft sollen wir sein! Ihr aber seid BRD! […] Tretet mir alle niemals wieder unter die Augen!“ Das dürfte schwierig werden, denn sämtliche involvierten Personen besuchen regelmäßig rechtsextreme Aufmärsche.

„Kameradenschwein“

Vor allem hat diese ursprünglich rein private Angelegenheit aber das Verhältnis zwischen NPD und Freien Kräften weiter belastet, da das angebliche Verhalten des sächsischen NPD-Abgeordneten auch bei anderen Neonazis auf wenig Sympathie stösst, von den Anfeindungen der männlich geprägten Bewegung gegen die Neonazistin mal ganz abgesehen.

In Neonazi-Foren wurden bereits im Zusammenhang mit den Verwerfungen im NPD-Landesverband Sachsen öffentlich Vorwürfe gegen den Parteifunktionär und die NPD erhoben: „Früher nannte man Männer, die sich an die Frauen von Kameraden herangemacht haben, Kameradenschwein. Aber es mag sein, daß der Begriff „Kameradschaft“ bei einigen NPDlern nur parteiintern gilt; also einer, der kein Parteibuch der one and only real national democratic party in der Tasche hat, per se kein Kamerad sein kann. Sondern höchstens ein nützlicher Idiot.“ Ein anderer Kommentator schreibt, der beschuldigte NPD-Abgeordnete sei „ein armes Würstchen, ein Pimperl Wichtig und das weiß er auch selbst“.

Siehe auch: Sächsische Schlammschlacht

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13 thoughts on “Nationaler Widerstand is a battlefield

  1. Zitat:
    …in der Szene, wo Frauen treue Weibchen sein sollen,….

    Wenn ich diesen Abschnitt hier recht verstehe, hält der Autor also nicht viel von Treue, wenn er diese auf national denkende Menschen beschränkt, zu denen er offensichtlich nicht gehört.
    Treue ist ja kein Grundpfeiler für Liebe und Vertrauen, keine Tugend, die es mehr wert zu sein scheint, erhalten zu werden… nicht wahr, verehrter Herr Autor?
    Aber dieser Hetzartikel ist sowieso unter jedem Niveau eines denkenden Menschen.

  2. @ S.S.:

    „Zitat:
    …in der Szene, wo Frauen treue Weibchen sein sollen,….

    Wenn ich diesen Abschnitt hier recht verstehe, hält der Autor also nicht viel von Treue, wenn er diese auf national denkende Menschen beschränkt, zu denen er offensichtlich nicht gehört.“

    Nein, das verstehen Sie NICHT richtig. DIe Kritik richtet sich nicht gegen Treue in Partnerschaften an sich, sondern gegen die Bedingungslosigkeit, die – insbesondere in der rechten Szene – gerade Frauen dafür abverlangt wird. Die Betonung liegt im Begriff „WeibCHEN“, nicht im Adjektiv „treu“.

    „Treue ist ja kein Grundpfeiler für Liebe und Vertrauen, keine Tugend, die es mehr wert zu sein scheint, erhalten zu werden… nicht wahr, verehrter Herr Autor?“

    DArüber könnte man jetzt diskutieren, muss man aber in diesem Fall nicht, da sie die Aussage absolut nicht verstanden zu haben scheinen.

    „Aber dieser Hetzartikel ist sowieso unter jedem Niveau eines denkenden Menschen.“

    Jemand, der die Aussage des Autoren so hahnebüchen interpretiert wie Sie es tun, repräsentiert so einiges, aber keinesfalls den „denkenden Menschen“.

  3. Und die Schlammschlacht erreicht unterirdische Qualitäten. Nachdem dieser Artikel auch auf einem bekannten Naziportal veröffentlicht wurde, reißen die Schmähungen nicht ab. Wahlweise gegen die Frau die mit den übelsten Schimpfwörtern belegt wird oder gegen den Ex-Mann der bei einigen auch nicht besser wegkommt.

    Dazu wurde von einigen der Name eines bekannten Liedermachers gestreut bei dem der Schein sich wohl auch nicht mit dem Sein verträgt. Die nächste Schlammschlacht steht vor der Tür.

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