Gegendemonstrant nach Polizeieinsatz auf Intensivstation

Hermetisch riegelte die Polizei in Münster am 3.3.2012 das Aufmarschgebiet für die Nazis ab. (Foto: Ulrich Klose / CC BY-NC-SA 2.0)
Hermetisch riegelte die Polizei in Münster am 3.3.2012 das Aufmarschgebiet für die Nazis ab. (Foto: Ulrich Klose / CC BY-NC-SA 2.0)

In Münster haben sich am Sonntag zwischen fünf- und siebentausend Menschen einem Nazi-Aufmarsch von 350 „Kameraden“ entgegengestellt. Überschattet wurde der Protest nach Angaben des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“ allerdings durch massive Polizeigewalt. Polizisten seien „mit Schlagstöcken, Pfefferspray, Hunden und zu Pferd“ gegen Demonstranten vorgegangen, sagte ein Sprecher des Bündnisses  der „tageszeitung (taz)“. Ein Nazi-Gegner, der laut Polizeiangaben Flaschen geworfen und „erheblichen Widerstand“ geleistet haben soll, wurde bei seiner Festnahme so schwer verletzt, dass er mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma auf die Intensivstation eingeliefert werden musste, wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten.

Zu dem Vorfall, bei dem der 20-jährige Mann schwer verletzt wurde, konnte die Polizei laut „Münsterscher Zeitung“ bis zum Abend keine näheren Angaben machen, obwohl sich das Geschehen bereits gegen 14.30 Uhr abspielte, wie die Zeitung berichtet. Auch die  Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Ingrid Remmers, wurde nach eigenen Angaben von einer Polizistin geschlagen – und dann unter dem Vorwand festgenommen, sie selbst habe Gewalt angewendet. Sie bezeichnete das Vorgehen der Beamten als „völlig inakzeptabel“. Polizeipräsident Hubert Wimber, seines Zeichens auch politisch „grün“, zeigte sich mit dem Einsatz hingegen insgesamt zufrieden und versprach eine „umfassende Aufklärung“.

Siehe auch:
Knüppelnde Bullen (taz)
Das Versagen der Polizei (taz)
Gab es Übergriffe der Polizei? (MZ)
5000 Münsteraner gegen 300 Neonazis (ZEIT.de)
Sächsische Demokratie in Münster (Pressemitteilung von Ingrid Remmers, MdB DIE LINKE)
Polizei zieht Schlussbilanz nach demonstrativen Aktionen in Münster (Pressemitteilung der Polizei)

5 thoughts on “Gegendemonstrant nach Polizeieinsatz auf Intensivstation

  1. Individuelle Kennzeichnungspflicht für Polizistinnen und Polizisten.

    Unabhängige Dokumentations- und Ermittlungsstellen zu polizeilich begangenen Gewalttaten.

    Zwei simple und einfach umzusetzende Forderungen – und ich denke, wir wären bei dem Thema endlich mal einen wesentlichen Schritt weiter.

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