Polizeiuniform und Hitlergruß

Ein vermummter Mann in Berliner Polizeiuniform, der sich stolz mit Hitlergruß und Schlagstock fotografieren lässt. Diese Aufnahme sorgt seit Dienstagabend für Empörung in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter.

Von Johannes Radke, Störungsmelder

Jetzt prüft der Staatsschutz, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handelt oder lediglich eine alte Uniform für die Nazipose missbraucht wurde. Dem Neonazi, der das Foto veröffentlicht hat, droht zudem ein Verfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Polizist (?) mit Hitlergruß (Foto: Störungsmelder)
Polizist (?) mit Hitlergruß (Foto: Störungsmelder)

Ins Netz gestellt hat das Foto der Rechtsextremist Marco B. aus dem bayerischen Schwandorf. Mit seinem Handy hat er das Bild bereits am Montag hochgeladen. Aufgenommen wurde das Foto offensichtlich am 25. Januar 2012. Auffallend ist, dass sich in der Freundesliste von B. zahlreiche bekannte Neonazis aus Berlin befinden, darunter der frühere NPD-Parteichef Udo Voigt. Das Hitlergruß-Bild ist nicht das einzige Foto auf dem Profil, das die rechtsextreme Gesinnung von B. zur Schau stellt. Zahlreiche antisemitische, rassistische, NS-verherrlichende Motive sowie Hakenkreuze und NPD-Propaganda finden sich auf seiner Seite.

NPD-Werbung und NS-Propaganda © Screenshot

“Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalmat hat die Ermittlungen aufgenommen”, hieß es am Mittwoch von der Berliner Polizei. “Weitere Maßnahmen werden getroffen, wenn die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen dazu Anlass geben.” Nach Aussage der Pressestelle seien bereits mehrere Anzeigen wegen des Fotos eingegangen. Vieles spricht dafür, dass es sich um einen echten Polizist handelt. Der Mann trägt eine Dienstwaffe und auch alle sonstigen Accessoires am Gürtel, die man nicht in einem normalen Kostümverleih bekommt. Bei einer Verurteilung droht dem Rechtsextremist eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

12 thoughts on “Polizeiuniform und Hitlergruß

  1. Ich denke nicht das es sich bei dem Bild um eine Collage handelt. Licht/Schatten, Tiefenschärfe, Farbtemperatur sind absolut homogen.

    Die Polizei sollte die gleichen Fragen stellen, die sonst gestellt werden, wenn Videos oder Fotos aus dem Netz Straftaten dokumentieren und die Täter nicht zu ermitteln sind:

    Foto an alle Berliner Polizeidienststellen mit der Frage:

    Welche Dienststelle verfügt über ein Dachgeschoss mit einem derartigen Raum:

    -mit dunkelgrauer Auslegware/Linolium
    -dunkelgrauer Wischleiste
    -Weit in den Raum hineinragenden Stützfeilern
    -offensichtlich ungenutzt oder mit leeren Wänden
    -Dachfenster

    (Ich denke es könnte sich um ein Dachgeschoß mit Fenster auf der linken Seite handeln, der Schatten links an der Rückwand scheint in 45 Grad zu fallen, Das Licht auf der Hand des Mannes deutet auf ein Dachfenster hin)

    Der Hintergrund wirkt sehr wie eine Polizeidienststelle. Der Körperbau wirkt auch nicht, wie der eines jungen Neonazis. Das demonstrative Zeigen des Gummiknüppel kann aber darauf hinweisen, das es sich hierbei um eine Inszinierung mit einer ausgemusterten kompletten Polizeiuniform handelt.

  2. Ich kann kaum glauben, dass ein echter Polizist dermaßen blöd ist, seine Karriere auf’s Spiel zu setzen, um sich billig zu profilieren.

    Abgesehen davon: Strafrechtlich belangt würde er nicht, wenn er für die Veröffentlichung nicht verantwortlich war. Denn privat darf jeder den Hitlergruß zeigen. Belangt würde nur der Veröffentlicher.
    Für den Polizisten hätte es dienstliche Konsequenzen, weil es Zweifel an seiner Verfassungstreue erzeugt.

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