Duisburg: Sauerlands, wohin man sieht

Mit der gestrigen Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat Duisburg nun eine Chance für einen politischen Neuanfang. Sauerlands Ende markiert aber nur den Beginn eines Prozesses.

Von Stefan Laurin, Ruhrbarone

Adolf Sauerland, CDU, wurde als Duisburger Bürgermeister abgewählt. (Quelle nach CC-Lizenz: xtranews.de)
Adolf Sauerland, CDU, wurde als Duisburger Bürgermeister abgewählt. (Quelle nach CC-Lizenz: xtranews.de)

Adolf Sauerland ist abgewählt. Damit endet eine Zustand der Lähmung, der die Stadt seit Juli 2010, seit der Loveparade-Katastrophe, erfasst hat. Sauerlands Abwahl ist ein Befreiungsschlag für die Stadt, etwas, das selbst zu initiieren Sauerlands Pflicht gewesen wäre. Eine Aufgabe vor der Sauerland versagt hat.

Aber das Ende von Sauerland ist noch nicht der Neuanfang. Er ist die nur Grundbedingung dafür, dass ab heute an einem Neuanfang gearbeitet werden kann.

Mit ihren Politikern haben die Duisburger Pech – über alle Parteigrenzen hinweg. Das ist die SPD, die nicht nur mit einem Antisemiten wie dem Linkspartei-Fraktionsvorsitzende Dierkes eine Koalition eingegangen ist und die im Vorfeld vor der Wahl massiv versucht hat das Anti-Sauerland Bündnis zu instrumentalisieren. Anonyme Spenden, Plakate in denen die Rückkehr der SPD an die Macht wie eine Drohung daher kam und mit Innenminister Jäger ein Vorsitzender, dessen eigene Rolle bei der Loveparade-Katastophe noch viele Fragen aufwirft – die SPD in Duisburg ist noch immer ein Hort der alten Ruhrgebiets Spezialdemokraten.

Die Duisburger CDU hat sich ohne wenn und aber hinter Sauerland gestellt. Dafür wird sie noch viele Jahre die Rechnung zahlen müssen. Sie wird in Duisburg keine  wesentliche Rolle spielen. Sie war die Partei des Oberbürgermeisters, nicht die der Menschen und das werden die ihr so bald nicht verziehen.

Die Grünen und die Linkspartei sind zutiefst zerstritten – die Grünen hadern mit ihrer Fraktion weil die sich nicht klar vom ehemaligen Koalitionspartner Sauerland distanziert hat. Die Linkspartei liegt mit der Fraktion wegen dem Bau eines Outlet-Centers im Streit.

Von keiner der Parteien im Rat haben die Duisburger viel zu erwarten. Sie alle sind Teil der  Problems und nicht Teil seiner Lösung – Sauerlands, wohin man sieht.

Die Duisburger haben sich gestern ihre Stadt zurückerobert. Sie haben sich diesen Sieg erarbeitet und erlitten. Nun kommt es darauf an, ihn nicht zu verspielen. Ich halte in der Regel nicht von überparteilichen Kandidaten. Meist ist das nur populistisches Geschwätz hinter dem sich Vorbehalte gegen die Demokratie verstecken. In Duisburg ist das anders. Die Stadt braucht einen Kandidaten der Bürger, nicht der Duisburger Parteien. Den zu finden wird schwierig – aber die Duisburger haben gestern gezeigt, dass sie vor großen Schwierigkeiten nicht zurückschrecken.

Die Ruhrbarone berichten kontinuierlich über die Vorgänge in Duisburg.

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