Die Polizei fordert …

…und alle schreiben mit. Einmal mehr erweist sich die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), in diesem Fall der niedersächsische Landesverband, als begabter Stichwortlieferant für Law-and-Order-Politik mit Informationsscheuklappen.

Das Positionspapier der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) zum Thema Fußball und Gewalt, das via dpa den Weg in zahlreiche Medien fand, ist aber auch zu verlockend, um es nicht einfach abzuschreiben. Schließlich gibt es ja als Folge von tausenden Gewalttätern „Randale und Gewalt in deutschen Fußball-Stadien“. Wen interessiert’s da schon, dass die deutsche Bundesliga kürzlich erst ihre Erfolgsbilanz in Sachen Zuschauerzahlen präsentieren konnte und europaweit als Vorbild gilt, übrigens gerade auch was den Umgang mit Fans angeht?

Was spielt es für eine Rolle, dass Stadionverbote aus juristischer Sicht als durchaus fragwürdiges Ersatzstrafrecht betrachtet werden – und dabei reden wir nicht einmal von lebenslangen Ausschlüssen? Und die Deutsche Polizeigewerkschaft? Hey, wer wäre kompetenter, sich zu diesem Thema zu äußern als eine Organisation, deren ehemaliger Vorsitzender schon mal davon sprach, dass Stadionbesuche in Deutschland an sich schon Lebensgefahr mit sich brächten? Da haben wir es doch offensichtlich mit den allerbesten Experten zum Thema zu tun. Kein Wunder also, dass wir das einfach abschreiben.

Wir fordern übrigens weiterhin Recherchegebote für Journalisten. Lebenslang.

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