NPD sagt Demo für Pluralismus ab

In Sachsen ist wie erwartet Mario Löffler zum neuen Chef des wichtigsten NPD-Landesverbandes gewählt worden. Gegen den Parteitag demonstrierten rund 300 Menschen. Die NPD sagte ihre geplante Demonstration für „Demokratie und Pluralismus“ ab.

Von Danilo Starosta 

Die Gustav Adolf Kirche in Ostritz war am Samstag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die mehr als 200 Kirchgänger kamen zum Friedensgebet, um sich für den Protest gegen menschenverachtendes Denken zu stärken. Der Protest richtete sich an diesem Tag klar gegen den Landesparteitag der sächsischen NPD in ihrer Stadt. 150 Nazis hielten ihre Vorstandswahl ab, die durch die Wahl des bisherigen Landesvorsitzenden Holger Apfel zum Bundesvorsitzenden der NPD notwendig geworden war.

Neuer Vorsitzender ist der Jahnsdorfer Mario Löffler. Der neue Vorsitzende der sächsischen NPD ist als eine Art Marionette durchaus eine geschickte Wahl, um die von Apfel propagierte seriöse Radikalität nach Außen zu propagieren.

In Ostritz hatte begleitend zum Landesparteitag die Zittauer NPD-Stadträtin Antje Hiekisch eine Kundgebung angemeldet unter dem Motto: „Demokratie und Pluralismus verteidigen – Linksextremismus die Stirn bieten“. Allein der Kundgebungsplatz Leubaer Strasse blieb verwaist. Kurz nach 13.00 Uhr meldete Hiekisch die Kundgebung wieder ab. Die Kameraden der NPD blieben im Hotel Neisseblick und kamen nur zu Raucherpause heraus.

In diesem Hotel tagte die NPD - und musste auch in der sächsischen Provinz Proteste ertragen. (Foto: J. Wrede)
In diesem Hotel tagte die NPD – und musste auch in der sächsischen Provinz Proteste ertragen. (Foto: J. Wrede)

 

In weniger als 100 Metern Entfernung protestierten rund 300 Nazigegner aus der Oberlausitz, die ihre zentrale Kundgebung seit dem Vormittag auf dem Historischen Markt abhielten und bis in den Nachmittag fortführten.

Das entschlossene und gemeinsame Handeln der Demokraten vor Ort zeigte zweierlei. Einmal mehr fehlte im breiten demokratischen Spektrum der Anti-Nazi-Veranstaltung die CDU als Partner und zum Zweiten hat die NPD nunmehr auch im ländlichen Sachsen spürbaren Gegenwind.

Den Provokationen von einzelnen Nazis mit und ohne Videokameras setzte die Polizei deutliche Grenzen und handelten seit langer Zeit einmal wieder so, wie es demokartische Bürger zum Schutz ihrer Bürger und Freiheitsrechte mit Recht erwarten dürfen.

Siehe auch: Wenn der parlamentarische Arm zuschlägt

2 thoughts on “NPD sagt Demo für Pluralismus ab

  1. „Demokratie […] verteidigen“? Die NPD?

    Sollte das irgendwie ne satire-veranstaltung von denen werden?
    Aber gut, es gibt ja auch schon viele Nazis, die Linke Bands hören und glauben sie würden das Volk vertreten., wieso also nicht auch das?

    Sicherlich planen die von den Qualen des denkens befreiten braunen Kammernossen schon den nächsten Fail, naja, Ich bin gespannt drauf.

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