„Operation Blitzkrieg“: Das Weltnetz wackelt

Mehrere einflussreiche rechtsextreme Internet-Seiten haben einen unruhigen Jahreswechsel hinter sich. Mehrere „Weltnetzseiten“ sind nach Hacker-Attacken offline. Das NPD-nahe Portal „Deutschlandecho“ ist bereits seit einigen Tagen nicht mehr zu erreichen. Die Betreiber haben ihre Seite aber offenbar selbst zerschossen.

Von Patrick Gensing

Zuvor hatten antifaschistische Internet-Nutzer auf der Seite Leserkommentare negativ bewertet, was zu viel Unsicherheit bei der rechtsextremen Leserschaft der Seite führte. Daraufhin wollten die Betreiber die Bewertungsmöglichkeiten einschränken und zerschossen sich so ihre eigene Seite.

Antifaschistische Hacker greifen im Zuge der "Operation Blitzkrieg" immer wieder rechtsextreme Internet-Seiten an.
Antifaschistische Hacker greifen im Zuge der "Operation Blitzkrieg" immer wieder rechtsextreme Internet-Seiten an.

Dies sorgte für Hohn und Spott bei Konkurrenten aus der Neonazi-Szene. „Altermedia“ aus Mecklenburg-Vorpommern bot „Deutschlandecho“ zunächst gönnerhaft das eigene technische Fachwissen zur Unterstützung an. Doch auf Nachfrage wurde deutlich, dass es sich um einen Scherz handeln sollte. „Wir würden doch NIEMALS unsere Spitzen-Techniker an die Demokraten verscherbeln.“ Allerdings ist „Altermedia“ nach Angriffen von antifaschistischen Hackern im Zuge der „Operation Blitzkrieg“ seit Ende des Jahres selbst nur noch sehr eingeschränkt zu erreichen.

Die Hacker, die sich nach eigenen Angaben zum „Anonymous“-Netzwerk zählen, nahmen noch zahlreiche weitere rechtsextreme Seiten ins Visier und attackierten unter anderem mehrere rechtsextreme Online-Versandhändler und erbeuteten dabei Kundendaten, die sie auf Nazi-Leaks.net veröffentlichten. Auch der NPD-Versandhandel „Deutsche Stimme“ war betroffen. Auf Nazi-Leaks.net veröffentlichten Hacker zudem Daten von Autoren der nationalkonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Die „Operation Blitzkrieg“ sorgt somit zunehmend für Unruhe und Ärger in der extremen Rechten. Auf “Altermedia”, seit dem Haftantritt des Neonazis Axel Möller aus Stralsund ohnehin auf dem absteigenden Ast, zeigte man sich höchst verärgert. So heißt es in einer Meldung zu den Attacken, “daß Hinweise auf die Identität der Pseudo-Anonymus-Zecken dankend entgegen genommen werden und gerne mit Prämien wie z.B. abgeschnittenen Fingern belohnt werden…”

Siehe auch: Hacker legen “Weltnetzseiten” lahm, Nazi-Leak: Medien erhalten Tausende NPD-Emails, Seite der NPD umgestaltet: “Hacker stahlen 179 Weltnetzseiten”, NPD 2.0: Neonazis bieten “Verbandsserver” an

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14 thoughts on “„Operation Blitzkrieg“: Das Weltnetz wackelt

  1. Erstaunlich, dass Niemand der Betroffenen zur Polizei geht… also ich meine: ständig widerrechtliche Eingriffe in den Serverbetrieb; ich glaub`, dafür gibt es sogar einen Paragraphen.

    … Aber ich stelle mir das gerade bildlich vor: Die Betreiber der Seiten melden sich beim LKA – oder sonst wo -, um sich dort zu echauvieren, und das LKA – oder wer auch immer – nimmt` Ermittlungen auf, um letztendlich den sach- und fachgerechten Weiterbetrieb der Betroffenen zu gewährleisten und den Hackern das Handwerk zu legen. – Anschließend gäbe dann „Altermedia Deutschland“ bestimmt eine Höflichkeits-Kolummne mit Danksagung an die „wehrhafte Demokratie“ ab`… obwohl diese ja durch- und durch „vernegert“ und „verjudet“ sei… 😉

  2. Kommt es mir nur so vor oder sind Provinzler und Ostdeutsche deutlich in der Mehrheit der geouteten Nazis!?!

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