Wulff: Ist das alles peinlich…

Was der Bundespräsident so treibt, interessiert Stefan Laurin normalerweise so sehr wie die Spiele des VfL-Bochum. Aber langsam wird es peinlich.

Von Stefan Laurin, zuerst erschienen auf ruhrbarone.de

Bundespräsident Christian Wulff Offizielles Porträt 2010 und 2011 (Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)
Sollte lieber wieder zurück in die niedersächsische Provinz: Bundespräsident Christian Wulff (Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung).

Erinnert sich noch jemand daran, als Richard von Weizsäcker Bundespräsident war? Das war, ehrlich gesagt, der einzige Bundespräsident, den ich mochte. Klar, als Kind noch Walter Scheel, weil der bei Wim Toelke sang und irgendwie wummig rüberkam, das war es dann aber auch. Johannes Rau? Ein Langeweiler. Köhler? Netter Versuch mal jemanden für einen Job zu nehmen, der aus Reden halten besteht, der eines nicht kann: Reden halten.

Ich hab es nicht so mit Repräsentanten. Mich muss niemand repräsentieren und davon ab bin ich geizig: Je weniger Staatsdiener ich bezahlen muss, umso lieber. Wenn ich die Wahl zwischen einem Bier im Intershop oder einem Bundespräsidenten habe, muss ich nicht lange überlegen, wofür ich mich entscheide. Kurzum: Ich halte das Amt  des Bundespräsidenten für so überflüssig wie das Bundesland Bremen.

Aber deswegen mache ich kein großes Theater. Der Bundespräsident steht im Grundgesetz und wegen mir müssen sie das jetzt auch nicht ändern. Aber ich will mich für mein Geld nicht ärgern. Ich will mich nicht fremdschämen, wenn ich das Gesicht des Bundespräsidenten sehe. Es reicht mir, wenn mir das mit Dieter Bohlen passiert, der mich wenigstens nichts kostet. Kurzum: Eine gewisse Performance darf ich als Steuerzahler erwarten. Der Bundespräsident sollte keine schweinischen Witze erzählen, er sollte im Ausland nicht betrunken über das Flugfeld tapsen und wenn es geht leidlich Englisch sprechen. Und eine Rede vom Blatt ablesen können. Was da drin steht ist mir eigentlich auch egal. Meine Ansprüche sind also nicht allzu hoch.

Aber Wulff genügt ihnen nicht. Alles was dieser Mann macht oder gemacht hat ist peinlich: Werbung von Maschmeyer, komische Kredite, Urlaub in den Villen der Kumpels und ein Haus, das so hässlich ist, das ich erst glaubte, da seien Kollegen auf einen Titanic-Gag reingefallen. Nein, so mag ich das nicht. Es geht mir nicht um Moral. Es geht um ein Minimum an Stil. Es geht darum, sich nicht für die Leute schämen zu müssen, die man mit seinen Steuergeldern bezahlt – und das sollte das mindeste sein, das man von jemanden erwarten kann, der nicht viel mehr zu tun hat als freundlich in Kameras zu lächeln und ab und zu im Fernsehen eine Rede zu halten. Das kann so schwer nicht sein, ich kenne bestimmt 20 Leute die das können.  Und die sind alle nicht so peinlich wie Wulff. Also: Zurück nach Niedersachsen.

4 thoughts on “Wulff: Ist das alles peinlich…

  1. Nette und lustige Ansatz, der vielleicht (zumindest auf publikatibve.orgt) besser als satirisch gekennzeichnet werden sollte, bevor es wieder zu eigentlich vermeidbaren Konflikten im Kommentarbereich kommt. Oder nee…ach, vergessen Sie´s. Solche Misverständnisse machen das Leben manchmal viel heiterer.

    „Also: Zurück nach Niedersachsen“

    Na, vielen Dank auch. Das löst das Problem vielleicht für SIE, aber nicht für mich :)

  2. P.S.: für die mangelhafte Rechtschreibung bin ich nicht verantwortlich. Der Alkohol hat mich betrunken gemacht.

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