Home » Allgemein, Antisemitismus, Fundstücke

Glückwunsch, Herrmann Dierkes (Die Linke)!

15. Dezember 2011 14:04 1.953 mal gelesen 18 Kommentare
Antisemitische Propaganda - dieses Flugblatt lag auf den Seiten der Linkspartei Duisburg
Antisemitische Propaganda – dieses Flugblatt lag auf den Seiten der Linkspartei Duisburg

Die Linkspartei hat in den eigenen Reihen mit heftigen Sektierern zu tun, wie Publikative.org bereits mehrfach berichtet hatte. Besonders in den westdeutschen Landesverbänden sitzen teilweise Funktionäre, die aus den Resten der dogmatischen Linken kommen und bei der Linkspartei eine neue Heimat gefunden haben – und hier teilweise sogar international bekannt werden. So beispielsweise Herrmann Dierkes von der Linkspartei in Duisburg. Er wurde vom Simon Wiesenthal Center in die aktuelle Top Ten der Israel-Hasser bzw. Antisemiten gewählt.

Die Liste soll zeigen, dass der wachsende Antisemitismus sowie die Strategie der Delegitimation des Staates Israel nicht nur aus dem Iran oder von Neonazis kommt, sondern aus dem Mainstream. Statements von terroristischen Gruppen, Neonazis und iranischen Antisemiten wurden nicht berücksichtigt.

Dierkes wurde in die Liste aufgenommen, da auf der Seite der Linkspartei in Duisburg ein antisemitisches Flugblatt veröffentlicht worden war.  Neben Dierkes tauchen beispielsweise Machmud Abbas, Recep Erdogan und Mikis Theodorakis auf. Der griechische Komponist hatte die Krise in seinem Land so erklärt: “Everything that happens today in the world has to do with the Zionists… American Jews are behind the world economic crisis that has hit Greece also.”

Siehe auch: 9. November: Hammer, Sichel und ganz viele NägelVerschwörung als Ausweg der erfolglosen Rechthaber, Jahrestag der Pogromnacht: Linke wollen “Antisemitismus-Falle” erklärenVereint gegen Israel? Die DDR und der Linksterrorismus Wie antisemitisch ist die Linkspartei?,  Alarmruf gegen den globalisierten Antisemitismus, “Die Juden sind schuld”,  Die NPD und der Holocaust: Relativieren statt leugnenDER KRIEG GEGEN DIE JUDEN – Warum sich die globale Öffentlichkeit in der ökonomischen Krise gegen Israel wendet, Querfront-Träume: NPD bietet Elsässer Zusammenarbeit an, Finanzkrise als Nährboden für AntisemitismusAufruf Zusammen gegen den Al Quds-Tag – gegen antisemitische und antiisraelische Hetze, Antisemitismus: Yes, they can!, Darf man Israel in Deutschland kritisieren?,  Querfront: Vermeintliche Linke auf Abwegen , “Der Antisemit nimmt dem Juden nicht übel, wie er ist, sondern, dass er existiert” , Deutschland, Iran und die Linkspartei, 09/11, ZOG und “Judenpresse”: Wie baue ich eine Verschwörungstheorie?, Völkischer Antiimperialismus: Bei der NPD gut aufgehobenDie UN und der Antisemitismus: Noch kein Abschlussdokument von Durban 2001“Protokoll der Weisen von Zion” in der UN-Vollversammlung 

 

:

18 Kommentare »

  • Nille said:

    Ich würde die Liste, aber in Frage stellen, da an erster Stelle Mahmoud Abbas gelistet ist, der sich für eine friedliche und diplomatische Lösung des Nahost-Konfliktes einsetzt…

  • Morthra said:

    Warten wir mal ab wie lange es braucht bis Dierkes wieder mal von Denunziantentum im Auftrag des bösartigen Mossads fasselt, irgendwie haben ja immer DIE schuld.

    So und nun zu etwas anderen, auch wegen dem Facebookschlagabtausch…

    Der Begriff Israelhasser ist wirklich unglückliche gewählt, wird ersten nich klar was den jetzt gehasst (Staat/Bevölkerung) wird. Zweitens und das ist viel wichtiger, er kann auch falsch sein in der Aussauge Israelhasser=Antisemit.

    Selbst ein Dierkes hasst in seinen Wahn nicht Gesamtisrael, gibt es doch auch in Israel selber genügen Kräfte die sich liebend gerne selbst “auflösen” würden.

    Würde jedoch Israelhasser/Antisemit nur auf den Staat und seine Organe bezogen sein haben wir auch ein kleines Problem.
    Auch wenn der Spruch alt,zu 90% dumm und sonst was ist: Nicht jeder der massivste Kritik am israelischen Staat äußert, ihn gar hasst, ist ein Antisemit. Zwar in der jetzigen Konstellation unwahrscheinlich, aber trotzdem möglich, es kann auch zur Kritik und Antipathie von dem “rechtem” Lager Israels gegenüber den System kommen… diese dann mit Antizionisten/semiten gleichzusetzen würde wohl kein Mensch kommen und währe auch ziemlich bescheuert.

    Ergo, lasst solche Umschreibungen und Gleichsetzungen und benennt sie einfach nach dem was sie wirklich sind: Antisemiten, hat auch auch meistens gut geklappt ;)

  • Claudia Sperlich said:

    Das gezeigte Symbol ist das der Raelianer, eine obskure Ufo-Sekte.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Raelismus

  • Dennis K. said:

    Sorry, aber das ist wieder plumpe Propaganda.

    Das Flugblatt wurde auf der Webseite gerade nicht veröffentlicht, sondern von einem Unbekannten abgelegt – ohne dass der Link in irgendeiner Form öffentlich gemacht worden wäre oder das Teil irgendwie in die politische Arbeit eingeflossen wäre.

    Möglich wäre sogar, dass dieses Flugblatt für die Arbeit gegen Antisemitismus geplant war – als simples Anschauungsobjekt. Wie schonmal erwähnt: Ich habe auch Gigabytes voller Rechtsrock und NS-Propagandamaterial auf dem Recher, weil ich mal als Referent zum Thema Rechtsextremismus aktiv war (in letzter Zeit nicht wieder, aber vielleicht entscheide ich mich bei der beruflichen Orientierung ja nochmal um ;-) )

    Es ist einfach falsch, von der reinen Existenz dieser Datei auf dem Server darauf zu schließen, die LINKE allgemein, die LINKE in Duisburg speziell oder gar Hermann Dierkes speziell würde den Inhalt befürworten.

    Das wäre legitim, wenn es zu irgend einem Zeitpunkt eine Befürwortung des Inhalts oder einen Einsatz des Flugblattes gegeben hätte. So jedoch ist ein blinde Propaganda auf unterstem Niveau – und seitens des Simon Wiesenthal Centers der Versuch, einen (zugegebenermaßen krassen) Kritiker der aktuellen Politik Israels in die Antisemitismusecke zu schieben. Pfui!

  • Stefan Kelter said:

    Danke für die Veröffentlichung!

    Als Wähler der Linkspartei schäme ich mich für diese Äusserungen.

    Und ich ziehe auch einen Schluß daraus: Ich wähle die Linke erst wieder, wenn solche Schmierfinken abserviert wurden.

    Und was Mikis Theodorakis da von sich gibt, ist für mich nur ein Ausdruck einer beginnenden oder schon progressiv fortgeschrittenen Demenz. Nicht desto trotz aber gefährlich. Ihn kann ich nicht boykottieren, da ich mir eh keine Musik von ihm kaufe.

  • Dennis K. said:

    Nachtrag:

    Ich habe mir mal die TopTen angeschaut und bin wirklich entrüstet.

    Platz 1 natürlich für den “Feind”, den Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Logisch.

    Platz 2 für den türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan, weil er sich seit dem “Zwischenfall” mit der Gaza-Hilfsflotte recht kritisch zum Israelkonflikt äußert. Na klar…

    Platz 3 und 4 sind berechtigt.

    Platz 5 ist wieder eine dieser Dummheiten. Wer sich mit der Person Lars von Trier beschäftigt weiß, dass er kein Nazi ist, sondern die Äußerung letztlich auf die vielen Fragen zu seinem familiären Hintergrund beruhen (Nach dem Motto: “Ihr Vater ist Deutscher, obwohl sie ihr Leben lang dachten, ihr Vater sei ein Jude! Ändert das etwas für Sie?” – dieser Hintergrund hilft, die zynische Antwort im Kontext zu verstehen, statt sie wie das SWC aus dem Kontext zu reißen…)

    Platz 6-8 sind berechtigt.

    Platz 9 siehe oben und Platz 10 ist sehr kritisch, aber mE nur eine ganz klare Ablehnung des Staates Israel, die sogar noch explizit sagt, dass nicht das ganze Judentum für die Fehler Israels zu verurteilen ist, sondern die Politik Israels dem Gedanken des Judentums oft diametral entgegen steht.

    Mit dieser Liste blamiert sich das SWC selbst, da hier richtige Antisemiten mit Gegnern der israelischen Außenpolitik über einen Kamm geschert werden.

  • Sinn? said:

    Abbas, Jeremiah Wright,… die schlimmsten Antisemiten der Welt. soso
    zu denen wurde ja dankenswerterweise schon durch dennis k. stellung genommen. hier auch mal was von mikis theodorakis: http://de.mikis-theodorakis.net/index.php/article/articleview/53/1/17/
    “Ich habe mich immer auf die Seite der Schwachen gestellt, der Menschen, die für die Rechte der Völker kämpfen. Und unter ihnen befindet sich auch das israelische Volk. Ich habe seine Leiden besungen, so gut ich konnte. Ich bin immer für die friedliche Koexistenz der Völker gewesen. Und ich habe dies in der Praxis bewiesen, unter anderem, als ich die Rolle eines Vermittlers zwischen Alon und Arafat während der Ereignisse von 1972 übernahm.

    Aber genau aus diesem Grund bin ich radikal gegen die Politik von Sharon, und ich habe das wiederholt betont. Genau so habe ich wiederholt die Rolle der Politiker, der Denker und der bekannten amerikanisch-jüdischen Theoretiker verurteilt, die verantwortlich sind für die aktuelle aggressive “Politik” von Bush.

    Es kann nur Absicht sein, wenn jemand das israelische Volk, – dem ich in der Praxis bewiesen habe, dass ich es bewundere, und dem ich meinen Respekt bezeuge -, mit diesen negativen Phänomenen in der israelischen Politik verwechselt: SIE SIND ES, im Grunde, die das Bild Israels anschwärzen, indem sie eine wirklich “antisemitische” Rolle spielen; SIE SIND ES, die sich auf der Seite des Übels, an den Wurzeln des Übels, befinden, so wie ich letzthin erklärt habe.”

    Daran kann man viel kritisieren, aber sicherlich ist das kein statement “des 3. größten Antisemiten der Welt”. Wo bleibt in dieser Liste Ahmadinedschad? Wo bleibt das geistige Oberhaupt der Salafisten, der König von Saudi-Arabien? Wo bleiben Apfel und Pastörs? Diese Liste ist eine Liste politischer Gegner der Politik des Staates Israel, darunter auch Antisemiten, keine Frage. Aber weil genau die mit Menschen wie Abbas, Jeremiah Wright oder Theodorakis in einen Topf gesteckt werden führt diese Liste überhaupt nicht zur Ächtung des Antisemitismus sondern nutzt den Kampf gegen Antisemitismus schamlos aus um die Politik einer Regierung zu legitimieren die von der eigenen Bevölkerung (die meisten davon Jüdinnen und Juden) abgelehnt wird, gegen die Hunderttausende auf die Straße gehen.

    Antisemitismus, Rassismus, etc. in der Linken zu bekämpfen ist zweifellos richtig und wichtig, genauso wie man auch gegen Hetzer in den anderen demokratischen Parteien vorgehen muss, ob Sarazzin (SPD) oder Irmer (CDU) usw. Aber der Bezug auf so eine fragwürdige Liste führt nur zu Unverständnis und zieht dieses wichtige Thema ins Lächerliche.

  • Morthra said:

    @Denis K.

    Sorry, aber die These das dieses Machwerk einfach so verborgen auf den Server der Linken vor sich her vegetierte, war schon damals hier widerlegt worden, siehe Kommentar 17 und 19.
    Interessant ist dabei auch der Kommentar Nummero 20… da hat aber wer noch ne andere Taktik versucht anzuwenden ;)

    Also was haben wir für Fakten:

    -Ein Pamphlet das bei einen Boykott Aufruf Israelische Waren der Seite der Lingsjugend Duisburg(Was allein schon nicht ganz schlau ist) mit verlinkt ist, wenn das nicht in die Politische Arbeit eingeflossen ist weiß ich es auch nicht.
    -Weiter haben wir einen Vorsitzenden der dann zwar beteuert das es ja niemals einen Antisemitismus in den Reihen gibt(Geben kann,”wir sind ja Linke”, aber dann in diesen Text in einer Wutrede fast schon was von bösartigen “verräterischen Versagern”, die durch Geld des Mossads dazu angestiftet wurden, welche den heiligen Kreuzzug des Guten torpedieren wollen schreibt.
    -Dazu noch ein Umfeld in Duisburg durch die Roten Antifa Duisburg, der Initiativ e. V. und der Human Dignity & Rights, das schon verdammt weit über ihr Ziel, die “Israelkritik”, hinausgeschossen sind

    Ob Dierkes und damit die linken Kreise Duisburg so “ausgezeichnet” werden muss, keine Ahnung… aber drüber heulen tu ich jedenfalls nicht.

  • Dennis K. said:

    Aber man sieht an Stefans Beitrag, dass diese Propaganda wirkt.

    Und das ist leider kein Einzelfall. Hier wird wieder ganz klar versucht, die LINKE allgemein zu delegitimieren, weil die LINKE als einzige große Partei in Deutschland tatsächlich sehr neutral in Bezug auf Israel ist. Es gibt krasse proisraelische Teile der LINKEN wie den BAK Shalom und krass israelkritische Teile, die sich mit den Palästinensern solidarisieren, weil sie in ihnen die größten Opfer des Konflikts sehen. (eine zumindest nachvollziehbare Sichtweise)

    Natürlich sind die linken Kräfte beider Seiten – Israel und Palästina – in Wahrheit die Opfer, während die fanatischen nationalen religiös-konservativen Kräfte alá Hamas und Jisra’el Beitenu an Macht gewinnen, desto mehr die Situation eskaliert.

    Und hier kotzt es mich tierisch an, dass der NPD-blog (oder jetzt: Publikative) seit Jahren die Linie der rechten Israelis fährt, statt die der linken Israelis. Mehr noch werden Leute, die in Deutschland die Positionen jüdisch-israelischer Antizionisten vertreten, mit Antisemiten und Nazis auf eine Stufe gestellt – und das ist einfach falsch.

    Ja, viele Antisemiten verstecken sich hinter dem Antizionismus, eben weil dieser – mit Recht – nicht so verpönt ist wie der Antisemitismus. Die Lösung dieses Problems kann es aber nicht sein, Antisemitismus und Antizionismus in einen Topf zu werfen, wie das SWC und leider auch dieser Blog es tun.

    Wirkliche Antisemiten haben in der LINKEN ebenso wenig einen Platz wie bei den GRÜNEN, der SPD, der CDU oder der FDP. Es mag sie in Ausnahmen geben, ebenso wie es bei der SPD Ausnahmen wie Sarrazin und in der CDU Ausnahmen wie z.B. damals Henry Nitzsche gibt. Bei Parteien mit fünf- bis sechsstelligen Mitgliederzahlen bleiben ein paar intellektuelle Totalausfälle nicht aus. Leider.

  • Detlev S. said:

    Die grosse Gefahr besteht, dass durch solcherart “Outing” jede notwendige Kritik an Israel unterbunden wird, bzw. die Kritiker der israelischen Politik aus Angst, in die Nazi- und Antisemitenecke gestellt zu werden, sich zum vorauseilenden Schweigen veranlasst sehen.

    Aber klar ist doch: Israel kann, darf und muss kritisiert werden, gerade angesichts der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern in den besetzten Gebieten. Es sollte also besser ein Klima erzeugt werden, in dem möglichst viele Menschen auf der ganzen Welt frei und unbefangen Israel kritisieren können. Dazu trägt diese Liste nicht bei, im Gegenteil, sie ist kontraproduktiv.

  • Der Sizilianer said:

    @ Dennis K.:

    Die Einstufung des türkischen Premiers Erdogan durch das Simon-Wiesenthal-Center mag u.a. auch daran liegen, dass dieser in einem Interview mit dem “Guardian” meinte, der iranische Ministerpräsident sei “ohne Zweifel unser Freund”

    http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/26/erdogan-achmadinedschad-ist-unser-freund_3180

    oder meint, er sehe in Hamas keine Terrororganisation, sondern eine “Widerstandsbewegung”

    http://archive.hurriyetdailynews.com/n.php?n=akp-can-not-have-it-both-ways-on-terrorism-2011-05-12 .

    @ Sinn ?

    “Wo bleibt in dieser Liste Ahmadinedschad? (…) Wo bleiben Apfel und Pastörs?”

    Zwei Bitten an Sie:

    1. Den Artikel genau lesen.

    2. Sich fragen: Wo bleibt der – längst überfällige – Rausschmiß von Hetzern und “antizionistisch”-antisemitschen Vollpfosten aus der Linkspartei?

    WARUM schmeißt die SPD Sarrazin nicht raus? Und warum die Linkspartei nicht Leute wie Dierkes oder Zematitis?

    http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/06/28/wer-so-alles-gegen-synagogen-in-deutschland-aktiv-ist_3745

  • Der Ruhrpilot | Ruhrbarone said:

    [...] Duisburg: Glückwunsch, Herrmann Dierkes…Publikative [...]

  • Hans Dampf said:

    Das Simon-Wiesenthal-Center hat sich und den Kampf gegen den Antisemitismus keinen Gefallen getan, Herman Dierkes dieses Flugblatt zuzurechnen. Nur zur Erinnerung: Es wurde bis heute nicht aufgeklärt, wer dieses Flugblatt auf die HP der DIE LINKE Duisburg stellte. Sicher war es kein “U-Boot”, aber eben auch nicht Herman Dierkes.

    Es zeugt von einer völligen politisch und wissenschaftlichen Haltlosigkeit, dieses antisemitische Flugblatt Herman Dierkes zuzurechnen, auch wenn er aus Sicht des Simon-Wiesenthal-Center sich vorher “einschlägig” äußerte.

    Aber Boykottaufrufen gegen Israel und diesem Flugblatt gibt es Unterschiede, die offensichtlich sein sollten. Auch in ihrem politischen Anliegen. Wer diese verwischt, zeigt dass der Vorwurf des Antisemitismus für ihn ein beliebiges politisches Instrument ist.

  • Tut nichts zur Sache said:

    Tach zusammen.

    Ich finde es auch ziemlich kritisch, dass Kritik am STAAT Israel schnellstmöglich und unumstößlich mit Antisemitismus gleichgesetzt wird. Ist doch Unsinn! Was ist, wenn ich was gegen alle Staaten in ihrer derzeitigen Konstitution habe? Bin ich dann ein Misanthrop?? Gleichwohl ist eine gewisse Skepsis bei manchen Zeitgenossen – vor allem aus dem konservativen und absolut beim rechten Lager – angebracht, da bei denen tatsächlich kein Trennstrich zwischen Antisemitismus und Israelkritik vorhanden ist. Dies anzugreifen ist absolute Pflicht und nicht tolerierbar. Absolut und ohne Diskussion.

    Gleichwohl halte ich es aber auch für bedenklich, wenn es nicht erlaubt ist, die Außenpolitik und generell den STAAT Israel zu kritisieren, ohne als Antisemit deklariert zu werden. Ist doch bullshit. Wenn ich, wie gesagt, denn STAAT Israel kritisiere, hat das nichts mit der dortigen Bevölkerung oder Menschen mit diesem Glauben zu tun. Es hat ausschließlich damit zu tun, dass mir ein Staat, der von Konservativen und Rechtskonservativen regiert wird und sich dabei derart gegenüber Minderheiten benimmt, wie er es in Palästina tut, einfach nicht symphatisch sein kann; ob dieser nun Israel, USA oder Deutschland heißt. Außerdem gibt es genügend linke Israelis, die selbst ihren Staat kritisieren und dessen Außenpolitik verurteilen! Sind das dann auch Antisemiten?!

    Fazit also ist, dass mensch durchaus vorsichtig bei israel-kritischen Kommentaren sein muss, da all zu oft Faschisten, Antisemiten oder sonstiges Gesindel dahinter steckt, sie (die israel-kritischen Kommentare) sind aber derzeit dennoch legitim und nötig, so lange sie eben nicht von genannten Spinnern kommt und auf Fakten und einer generellen Staatskritik beruhen. Ein generelles “Kritikverbot”, wie es derweilen von selbsternannten “progressiven Linken” kommt, halte ich für den falschen Weg.

    P.S.: Achja, die Leute von der Linkspartei sind einfach oft nicht ganz sauber, von daher sollte man diese Kommentare und vor allem, die die als Grundlage für diesen Artikel dienen, auf jeden Fall ablehnen.

  • Publikative.org » Blog Archive » “Antisemiten aus der Linkspartei verweisen” said:

    [...] mag die Liste des Simon Wiesenthal Centers über die Top 10 der Antisemiten und Israel-Hasser sowie die Auswahl der Personen kritisieren. [...]

  • izy said:

    “Ich würde die Liste, aber in Frage stellen, da an erster Stelle Mahmoud Abbas gelistet ist, der sich für eine friedliche und diplomatische Lösung des Nahost-Konfliktes einsetzt”

    lol klar. der holocaustleugner abbas setzt sich für eine friedliche lösung ein. deshalb hat er auch den jüdischen staat nie anerkannt, möchte ein judenreines judea und samaria und beglückwünscht leute wie samir kuntar.

  • me said:

    @Hans Dampf

    Was soll denn diese seltsame Verteidigung von wegen, “der hat das Flugblatt ja gar nicht selbst draufgestellt”? Das kann ja sein, aber politisch interessant ist doch nur, ob er den Inhalt verteidigt oder nicht.

    Wenn er denn wollte, könnte er sich ja durchaus abgrenzen mit der Aussage “Das stammt nicht von mir, und ich verurteile die darin vertretenen Ansichten und werde mich politisch dafür einsetzten, dass sie in meiner Partei nicht vertreten werden.” Würde dann der Vorwurf des Antisemitismus gegen ihn aufrecht erhalten weil der Verdacht besteht, dass dies eine Lüge ist, wäre es von einigem Interesse heraus zu finden, wer die Veröffentlichung zu verantworten hat.

    In der jetzigen Situation aber nicht, denn so verteidigt sich doch gar niemand. Vielmehr so: “Auf der dubiosen Liste bin ich in bester Gesellschaft.”
    (http://www.linksfraktion-duisburg.de/1208.html?&tx_ttnewstt_news=5040)

    Damit übernimmt er nicht nur den Inhalt des Flugblatts, sondern erklärt auch noch Einverständnis mit den antisemitischen Äußerungen der anderen Mitglieder der Liste. Du magst ja Unterschiede zwischen Antisemitismus und Antisemitismus sehen, Dierkes allerdings nicht.

  • Hans-Dampf said:

    @ me: DIE LINKE und mit ihr Herman Dierkes haben sich – mehrfach – von diesem Flugblatt distanziert und es als das bezeichnet was es ist: antisemitisch.

    Die Distanzierung ist immer noch auf der Startseite der DIE LINKE Duisburg zu finden, da zu dieser Distanzierung kein direkter Link führt, sei sie hier noch einmal dokumentiert:

    “LINKE erstattet Strafanzeige

    Der Kreisverband und die Ratsfraktion DIE LINKE Duisburg, die Duisburger Landesvorstandsmitglieder, die Linksjugend [`solid] nrw und die Duisburger Landtagsabgeordnete haben sich gestern Abend auf weitere Schritte zur Aufklärung der Verbreitung eines antisemitischen Flugblatts auf der Internetseite des Kreisverbands verständigt. Gemeinsam erklären wir: „Aufgrund unserer Initiative wurde uns gestern vom Provider die IP-Adresse mitgeteilt, von der das Flugblatt am 31. Januar 2011 gegen 20 Uhr auf die Internetseite des Kreisverbandes hochgeladen wurde. Wir haben heute Strafanzeige gestellt und gehen davon aus, dass mit Hilfe der IP-Adresse ermittelt werden kann, wer das Flugblatt ins Netz gesetzt hat.“ Der Kreisverband hat außerdem alle alten Passwörter für den Zugang zur Homepage zurückgesetzt und wird diese nun neu vergeben. Ute Abraham, Sprecherin der Duisburger LINKEN: „Wir werden mit aller Entschlossenheit und mit allen rechtlichen und politischen Mitteln gegen die Verbreitung faschistischer Inhalte vorgehen. Antisemitismus und Rassismus haben keinen Platz in der LINKEN.“

    Und falls sie jetzt den Einwand erheben, dass sich Herman Dierkes nicht persönlich von diesem Flugblatt distanzierte, erlauben sie den Hinweis, das HD der Vorsitzende der Ratsfraktion ist, die sich distanzierte. Er selber hatte auch gar keinen Grund sich als Einzelperson von diesem Flugblatt zu distanzieren, weil HD niemals vom “sog. Holocaust” sprechen würde und auch er Nazipropaganda erkennt, wenn sie ihm so offensichtlich ins Gesicht springt. Das ihm Monate später dieses Flugblatt persönlich zugerechnet wird, davon konnte er – zu Recht – nicht ausgehen.

    Die IP-Ermittlung führte übrigens zu keinem Ergebnis, da es (glücklicherweise) keine Vorratsdatenspeicherung mehr gibt.

    Dierkes Vorwärtsverteidigung halte ich auch für unglücklich, aber sie ist dem selben Tunnelblick und schwarz/weiß Denken geschuldet, dass auch seine Gegner an den Tag legen. Daraus nun eine Selbstentarnung HDs und Solidarisierung mit Antisemiten zu folgern, ist schlicht unredlich.

    Im übrigen unterscheide ich nicht zwischen Antisemitismus und Antisemitsmus, sondern zwischen einen linken Anti-Imperialismus / Antizionismus, der sich auch antisemitisch manifestieren kann und Antisemitismus.

    HD unterscheidet leider nur zwischen Antizionismus und Antisemitismus. Dies kann man ihm zu Recht zum Vorwurf machen. Wer ihn aber wie das Simon-Wiesenthal-Center schlicht verleudmet und ihm auf unsicherer Quellenlage (offenbar nur ein Blogartikel!) ein antisemitisches Flugblatt und dessen Inhalt als Urheber zurechnet, der instrumentalisiert den Kampf gegen Antisemitismus als politische Waffe. Und dies ist ein Problem, gegen das sich auch die wenden müssen, die es mit dem Kampf gegen Antisemitismus ehrlich meinen.