Home » Allgemein, Brandenburg

Waldorfschule für alle? – “Sekte” für alle?

06. Dezember 2011 11:44 2.351 mal gelesen 21 Kommentare

Ein Rechtsgutachten sagt: „Dass einem privaten Schulträger in Zukunft eine Monopolstellung zukommen kann, wird grundgesetzlich nicht ausgeschlossen.“ Und: „Er erfüllt dann die Aufgabe einer öffentlichen Schule.“ Gibt es bald eine Monopolstellung privater Schulen? Die Waldorfschule für alle?

Von Andreas Lichte, zuerst erschienen bei den Ruhrbaronen

Vortragsplakat von Rudolf Steiner aus dem Jahre 1917 (Zürich)

Vortragsplakat von Rudolf Steiner aus dem Jahre 1917 (Zürich)

Wie die „Potsdamer Neueste Nachrichten“ am 29.11.2011 berichten, will die Brandenburger Koalition von SPD und Linke Kürzungen bei der Bezuschussung von Privatschulen vornehmen und begründet diese u.a. mit der wachsenden Existenz-Gefährdung der Öffentlichen Schulen durch Privatschulen.

Aufgrund der massiven Proteste der privaten Schulträger wurden die vom Brandenburger Kabineatt bereits beschlossenen Kürzungen inzwischen abgemildert: bis zum Jahr 2015 sollen die Zuschüsse für Privatschulen statt ursprünglich um 20 Millionen Euro nun nur noch um 13,5 Millionen Euro gekürzt werden.

Dieses Zugeständnis hält die privaten Schulträger aber nicht davon ab, den Druck auf die Brandenburger Landesregierung weiter zu erhöhen: ein Rechtsgutachten von Professor Bodo Pieroth, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, wurde vorgestellt. Piroth hält es für mit dem Grundgesetz vereinbar, dass es in Regionen mit schrumpfenden Einwohner- und Kinderzahlen künftig keine Öffentlichen Schulen mehr gibt, sondern nur noch Privatschulen, Zitat Pieroth:

„Dass einem privaten Schulträger in Zukunft eine Monopolstellung zukommen kann, wird grundgesetzlich nicht ausgeschlossen.“ Und: „Er erfüllt dann die Aufgabe einer öffentlichen Schule.“

Das Grundgesetz, Artikel 7, Absatz 4, gewährleistet ausdrücklich „das Recht zur Errichtung von privaten Schulen“. Aber ist es noch eine „freie Gesellschaft“, wenn Eltern gezwungen werden, ihre Kinder auf eine Privatschule wie die Waldorfschule zu schicken?

Eine Schule, von der Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, sagt, dass sie von einer „Sekte“ betrieben wird, Zitat Prof. Hopmann:

„Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun.“

Waldorfschule als „Sekte“ kommt auch von einem ehemaligen Schüler, Zitat: „Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird.“ Die hier beschriebene Schule ist nicht mehr im „Bund der Freien Waldorfschulen“. Diese schon, siehe den Bericht einer Mutter, Zitat: „Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt.“

Vertreten werden die Privatschulen in Brandenburg von der „Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Brandenburg“. Deren Geschäftsführer ist Dr. Detlef Hardorp, zugleich „Bildungspolitischer Sprecher der
Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg“. Hardorp ist bekennender Anhänger von Rudolf Steiners Religion „Anthroposophie“ und steht wie kaum ein anderer für eine sektiererische Weltsicht:

– Hardorp sieht in Rudolf Steiner – Begründer und Guru der Waldorfpädagogik – den eigentlichen Entdecker der Quantenphysik, siehe: „Waldorfschule: Physik vom Hellseher

– Hardorp „interpretiert“ selbst die härtesten rassistischen Aussagen Rudolf Steiners noch als, Zitat Hardorp, „Steiners Haltung zur multikulturellen Gesellschaft in einer globablisierten Welt.“ Siehe dazu: „Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

Dass sich die anthroposophischen Waldorfschulen von Dr. Detlef  Hardorp vertreten lassen, überrascht nicht. Aber wie auch andere private Schulträger gemeinsame Sache mit Hardorp und den Waldorfschulen machen können, sollen sie selber erklären. Besonders interessant wäre eine Stellungnahme der Christlichen Schulen in Brandenburg, denn sie müssten eigentlich ganz laut „Sekte!“ rufen, Zitat NZZ:

„Rudolf Steiner formuliert ein 5. Evangelium, das die vier biblischen ergänzt, sie in ihrer Bedeutung laut Steiner aber übertrifft, weil er als Hellseher unmittelbare Erkenntnis beansprucht. Die biblischen Evangelien stammten zwar auch aus der Akasha-Chronik, seien durch fehlerhafte Abschriften aber verfälscht worden.“

Siehe auch: Heiopei der Woche – die Badische Zeitung

21 Kommentare »

  • dot tilde dot said:

    … und steiner hat tatsächlich bereits 1917 das ermächtigungsgesetz von 1933 als vortragsplakat benutzt?

    respekt. sollte ich steiners geistige fähigkeiten am ende doch neu beurteilen müssen?

    scnr,

    .~.

    Anmerkung: Falsches Bild ausgetauscht.

  • ja, ein waldorf-papa said:

    ich hab jetzt mal ein paar artikel von andreas licht überflogen, die ja alle eine ähnliche stoßrichtung haben. etwas unsortiert das folgende:
    man wird immer eltern finden, die von skandalösen verhältnissen auf waldorf-schule xy berichten können. frage ist nur, ob der fehler dann tatsächlich im system liegt, schließlich können auch viele eltern schlimme geschichten von allen möglichen anderen schulen erzählen. guter schulunterricht steht und fällt nun mal mit den fähigkeiten und dem charakter der lehrenden, und das gilt für jede schule. und in der waldorf-szene gibt es sowohl hardcore-steiner-jünger als auch aufgeschlossene, moderne menschen, die steiners ansichten in die heutige zeit übersetzen. natürlich ist vieles, was steiner vor hundert jahren geschrieben hat, heute überholt. und man kann mühelos schräge, spinnerte und meinetwegen auch rassistische textpassagen herausziehen. das bedeutet ja aber nicht, dass heute noch jemand auf waldorfschulen die überlegenheit der weißen rasse lehrt.
    wenn sie , herr licht, so sehr wert auf die religiöse komponente legen (“sekte”) – es ist doch auch ganz normal, dass in der theologie die bibel immer wieder neu gedeutet und gelesen wird und nicht bloß wörtlich verstanden werden kann. dann kann man doch auch steiner neu interpretieren, in die eine oder andere richtung.

    das hauptproblem ist für mich, dass das staatliche schulsystem immer schlechter wird und es inzwischen eine reihe guter privatschul-alternativen gibt, die aber nur von reichen eltern finanziert werden können. und so schicke ich meine kinder auf die waldorfschule, weil ich es mir leisten kann und trage irgendwie mit dazu bei, dass sich die schere zwischen gut gebildeten akademikerkindern und auf-der-strecke-gebliebenen arme-leute-kindern weiter öffnet.
    und das macht mir eher ein schlechtes gefühl als die furcht, mit esoterischer lehre gehirngewaschen zu werden.

  • Jan said:

    Mhm. Das ist ein sehr ernstes Thema, das leider völlig falsch angegangen wurde. Der Text ist zu emotional aufgeladen und zu subjektiv, als dass er dem Problem gerecht werden könnte.
    Zitat:
    “Aber ist es noch eine „freie Gesellschaft“, wenn Eltern gezwungen werden, ihre Kinder auf eine Privatschule wie die Waldorfschule zu schicken?”
    Suggestivfragen bringen uns doch bei der Erörterung eines (bildungspolitischen) Problems nicht weiter. Schade.

  • Daniel said:

    Es ist eben kein “Versehen”, wenn Artikel über die “Waldörfler” mit Nazi-Plakaten garniert werden. Waldorfschüler sind seit Jahrzehnten einer ständigen Hetze und Verfolgung ausgesetzt. Als ehemaliger Waldorfschüler musste ich 1990 wg. eines Umzugs auf eine staatliche Schule wechseln. Gymnasien waren nicht bereit einen Waldorfschüler aufzunehmen, schließlich sei ja allgemein bekannt, dass diese Idioten nur malen und singen, aber nicht schreiben und rechnen könnten.

    Die Realschule die mich widerwillig aufnehmen musste wehrte sich mit Händen und Füßen gegen mich. Für die Lehrer war der 14jährige Fremdkörper entweder “Nazi” oder “Hippi”, jedenfalls war er anders und konnte bestimmt nicht lesen.

    Weil meine Eltern sich weigerten mich wegen des “Waldorf-Schadens” auf eine Sonderschule zu schicken wurde ich von den aufrechten Lehrern und Schülern terrorisiert. Lehrer verleumdeten mich bei den Mitschülern als Petze, die Schüler schlugen mich in jeder Pause grün und blau. Ich hatte ständig Selbstmordgedanken.

    Ich dachte bisher, dass ich ein Mobbing-Opfer gewesen sei. Zum Glück werde ich jetzt hier aufgeklärt, dass ich nicht Opfer, sondern Täter war. Und meine Lehrer und Mitschüler waren nicht Täter, sondern Helden mit Zivilcourage die Widerstand gegen mich dreckigen kleinen Sekten-Nazi geleistet haben.

    Schön, dass ich das jetzt weiß, danke. Ich muss mich heute noch bei jedem Bewerbungsgespräch fragen lassen, wie es dann als Waldorfschüler mit den Grundrechenarten aussieht.

  • Andreas Lichte said:

    @ Jan

    Du schreibst: “»Aber ist es noch eine „freie Gesellschaft“, wenn Eltern gezwungen werden, ihre Kinder auf eine Privatschule wie die Waldorfschule zu schicken?« – Suggestivfragen bringen uns doch bei der Erörterung eines (bildungspolitischen) Problems nicht weiter.”

    Hast du bemerkt, dass das „freie Gesellschaft“ ein Zitat von Prof. Hopmann, Bildungswissenschaftler ist? Hier ist das Interview, das ich mit ihm geführt habe, würde mich freuen, wenn du es kommentierst:

    “Waldorfschule: Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie (…)”

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • Andreas Lichte said:

    @ ja, ein waldorf-papa

    Danke für Ihre Problemanalyse! Sie schreiben “natürlich ist vieles, was steiner vor hundert jahren geschrieben hat, heute überholt”, ich ergänze nur noch, “und wird heute noch genauso gelehrt”:

    “Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

    Prof. Dr. Peter Loebell, Dozent an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart, behauptet, dass die für die Waldorfpädagogik zentrale „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners mit der empirischen Forschung vereinbar sei (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-prof-peter-loebell-verkauft-rudolf-steiners-jahrsiebte/

  • Dennis K. said:

    Naja, ich finde den Artikel etwas zu hetzerisch.

    Ich habe mehrere Freunde, die auf Waldorfschulen waren und habe aus dieser Richtung bisher eigentlich nur Positives gehört. Positiv in der Form, dass dieses esotherische Blabla zwar existiert, aber im Schulalltag fast gar keine Rolle spielt.

    Hier habe ich eher das Gefühl, dass die Waldorfschüler im Bereich der emotionalen Entwicklung den meisten anderen deutlich voraus sind – einfach weil Schule als ganzheitliches Konzept verstanden wird, was ich als Pädagoge (abseits des Waldorf-Esotherik-Geblubbers!) stark befürworte.

    Von daher bin ich kein Gegner der Waldorfschulen im Speziellen, wobei man hier glaube ich einfach sagen muss:

    Keine Waldorfschule ist wie die nächste – da es keine hierarchische Struktur gibt können sich die einzelnen Schulen natürlich völlig unabhängig voneinander entwickeln – manche in eine schlechte Richtung, manche in eine gute. Hier in NRW habe ich wie gesagt bisher vor allem gute Beispiele gesehen – ich kann mir aber vorstellen, dass das gerade in Ostdeutschland (es geht ja um Brandenburg) anders ist…

    Was das allgemeine Thema angeht gebe ich dem Autor jedoch maßgeblich darin recht, dass die Privatschulen auf gar keinen Fall die öffentlichen Schulen verdrängen dürfen. Trotzdem sollten Privatschulen ermöglicht werden – aber unter der Bedingung, dass keine Schulgebühren gefordert werden dürfen und keine Elitenbildung stattfindet. Ebenso unter der Bedingung der staatlichen Überwachung der Lehrtätigkeit – gerade bei religiös orientierten Schulen (und damit meine ich primär katholische Schulen! Ein Blick in die USA genügt um zu wissen, warum…).

    Die Förderung von Privatschulen sollte natürlich genauso sein wie bei öffentlichen Schulen, heißt: sie bekommen den gleichen Satz pro Kind wie jede andere Schule auch. Natürlich können Privatschulen über Fundraising / Spendensammlungen weitere Mittel einnehmen, aber unter keinen Umständen darf der Geldbeutel der Eltern darüber entscheiden, ob ein Kind aufgenommen wird oder nicht. Schwierig, aber möglich.

  • Andreas Lichte said:

    @ Dennis K.

    “da es keine hierarchische Struktur gibt können sich die einzelnen Schulen natürlich völlig unabhängig voneinander entwickeln”

    Haben Sie schon etwas vom “Bund der Freien Waldorfschulen” gehört? Der hat alles unter Kontrolle. Alles. Dr. Detlef Hardorp (oben im Artikel genannt) erklärt:

    http://www.mein-spandau.info/aerger-um-die-neue-waldorfschule-in-spandau_id4026/#comment-440

    “Detlef Hardorp sagt:
    17. August 2011 um 22:06
    Hallo liebe Leser, ich weiß zwar nicht, ob das hier irgendeiner außer Leute wir der Skandalierer Andreas Lichte ließt, aber was soll’s, hier sind die Tatsachen. Die Redaktion hätte dazu auch beim Bund der Waldorfschulen oder mir nachfragen können – jetzt bekommt die Initiative bald Post vom Bund der Waldorfschulen. Zwei Vertreterinnen der Initiative hatte ich das bereits erklärt. Dort scheint es aber entweder nicht verstanden oder geglaubt worden zu sein.

    Rechtlich ist der Markenschutz ganz einfach. Man schützt eine Marke (einen Namen) in Relation zu einer Sparte. In diesem Fall ist die Markenklasse 41 relevant. Dort ist die Marke “Waldorf” eingetragen. Das bedeutet, dass man diese nur mit Erlaubnis des Markeninhabers im Bereich von Bildung benutzen darf.

    Damit erübrigen sich Einträge für “Waldorfschule” oder “Freie Waldorfschule”, da diese weniger umfassend sind. So schützt die derzeit rechtlich gültige Eintragung auch Waldorf Kindergärten.

    Herr Salecker, wenn Sie etwas gründlicher recherchiert hätten, hätte das schon in dem Artikel stehen können …

    Die Frage, warum man so etwas schützen lässt, ist leicht zu beantworten. Wenn man es nämlich NICHT tut, kann jeder alles unter dieser Bezeichnung laufen lassen. Dann kann eine Marke völlig verwässert werden. Das Einhalten von Qualitätsstandards kann also nur dann gewährleistet werden, wenn es solch einen Schutz gibt. Übrigens nirgendwo umstritten – fast alle Marken sind weltweit so geschützt.

    Mit besten Grüßen, Detlef Hardorp”

  • fionwe said:

    hallo,

    Es wird immer nach Steiner geschaut und nach seiner “Idiologie”. Wenn wir konsequent so verfahren würden, was sollten wir dann zur evangelischen Kirche sagen? Die so stolz ind der Tradition von Luther handelt. Wie leicht ist doch Äußerung von Luther über Juden zu finden die wirklich heftig sind.Ist es nur die Gnade der Jahrhunderte die da etwas verändert? Oder die katholische Kirche die nach dem 2ten Weltkrieg Täter versteckte oder während des ganzen Krieges überhaupt in fast kollektivem Schweigen verharrte und heute solche Menschen wie Herrn Bischof Wiliamson(Name kann falsch geschrieben sein) wieder mit Kusshand aufnimmt. Beide Organisationen unterhalten Schulen und unterichten Kinder in ihrem Sinne !? Konsequent wäre es alle Religionen, Sekten aus dem Schulsystem zu verbannen. Und nur die Staatliche Schule zu zulassen aber da liegt das Problem viele von uns sehen sich von dieser nicht mehr vertreten. Zu wenig Geld, schlechte Ausstattung und Lehrpläne die aus Lehrern und Schülern gehetzte Tiere machen. Keine Zeit mehr um die eigentlich Religions und Sekten unabhängigen Grundwerte wie Toleranz und Respekt zu integrieren.

  • Fabian said:

    So mit mir habt ihr nun einen “Facebook” Anhänger verloren.
    Dieser Artikel ist an Lächerlichkeit ja nicht mehr zu überbieten und ich hielt die Autoren dieser Seite bis heute für seriös.

    Als ehemaliger Waldorfschüler und bekennender Antifaschist ist es mir jedes mal ein Dorn im Auge, mir anhören zu müssen Rudolf Steiner war ein Rassist und dementsprechend müssen es alle Waldorfschüler auch sein.
    Schlimmer noch wir sind eine rassistische Sekte.
    (bewusste überspitze Formulierung)

    Eben jenes totalitäre Denken führt doch erst zu Misständen in Gesellschaften, ob die sich hier sonst so vehement echauffiert wird.

    Fakt ist, Privatschulen bekommen viel weniger Geld vom Staat und sind doch nur deshalb darauf angewiesen, dass die Eltern sich finanziell beteiligen müssen. Anders wären die Lehrmittel nicht zu bezahlen.

    Fakt ist aber auch, dass ich weiß dass Waldorfschule nicht gleich Waldorfschule ist und es jedes mal differentiert betrachtet werden muss, der Einzelfall ist entscheidend. Genauso ist aber eben ein Gymnasium auch nicht immer top oder immer schlecht.

    Ich denke gerade im Bildungswesen wo so sehr nach ständiger Verbesserung gestrebt wird, bilden die Waldorfschulen im Ansatz eine wirklich gute Alternative.

    Ich bin stolz darauf, auf einer Waldorfschule gewesen zu sein und ich finde es persönlich immer schade, wenn sich mit diesem Thema nicht differentiert genug auseinander gesetzt werden kann.

    Genauso traurig dass der Autor dieses erbärmlichen Artikels nicht mal den Mumm hat, sich dazu zu bekennen.

    MfG

  • Heinz-Peter Tjaden said:

    Interessant ist für mich immer, wie Gruppen mit Kritik umgehen. Als Redakteur habe ich über einen behinderten Jungen berichtet, der eine Waldorfschule wieder verlassen wollte, weil er sich dort nicht wohl fühlte. Mit Steiner habe ich mich überhaupt nicht beschäftigt.

    Kaum war mein Artikel erschienen, schrieb der Schulleiter einen Brief an die Eltern seiner Schule und behauptete darin, dass ich verrückt sei. Dieser Brief wurde mir zugespielt und veröffentlicht.

    Anschließend beschäftigte ich mich intensiver mit dem Thema und kam zu dem Ergebnis, dass ich es hier keinesfalls mit harmlosen Pullover strickenden Männern zu tun hatte, sondern mit einflussreichen Persönlichkeiten, die hinter den Kulissen vieles tun, um einen Kritiker kalt zu stellen.

  • Anonymous said:

    @Fabian

    “Als ehemaliger Waldorfschüler und bekennender Antifaschist ist es mir jedes mal ein Dorn im Auge, mir anhören zu müssen Rudolf Steiner war ein Rassist und dementsprechend müssen es alle Waldorfschüler auch sein.”

    Wo steht in dem Artikel, dass alle W.-Schüler Rassisten sein müssten? Warum kannst Du es als “bekennender Antifaschist” nicht ertragen, wenn Rassismus thematisiert wird?

    Danke und Gruß,
    Der steinige Rolf

  • Doris said:

    Das nunmehr ausgetauschte und korrekte Bild weist den Weg zur Erleuchtung:
    Ja, lesen Sie Rudolf Steiner im Wortlaut.

    Das Gesamtwerk online hier:

    http://fvn-rs.net/

    Orienmtierungshilfe? Die gibt es hier:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/05/1.html

  • Doris said:

    Für Herrn Tjaden, zum Thema Anthros u. Behinderte – lang und schmutzig:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/02/seelenpflege-bedurftige-kinder_17.html

  • H.K. said:

    „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“ Rudolf Steiner

  • H.K. said:

    “Waldorf-Pädagogik: Auf Tuchfühlung mit dem rechten Rand

    Die Waldorf-Bewegung in Deutschland muss sich derzeit des Vorwurfs erwehren, sie grenze sich zu wenig ab vom rassistischen Gedankengut ihres Gründers Rudolf Steiner. Jetzt hat einer ihrer führenden Denker auch noch ein Buchmanuskript mit einem NPD-Funktionär geschrieben …”

    http://www.stern.de/politik/deutschland/waldorf-paedagogik-auf-tuchfuehlung-mit-dem-rechten-rand-602719.html

  • H.K. said:

    “NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II

    NPD-BLOG.INFO hatte am 08. März 2009 einen Gastbeitrag von Andreas Lichte veröffentlicht. Darin ging es um die Arbeit des rechtsextremen Funktionärs Andreas Molau als Waldorflehrer sowie dessen Buchprojekt mit Lorenzo Ravagli, einem Vordenker der Waldorf-Pädagogik …”

    http://www.publikative.org/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

  • dot tilde dot said:

    @10 (fabian):

    mir ging es früher ganz genau wie ihnen.

    ich habe dann steiner gelesen und im gespräch mit freunden und mitschülern meine eigene vergangenheit aus anderen winkeln zu betrachten versucht.

    heute sehe ich die waldorfschule differenzierter. und um einen überstrapazierten, problematischen satz zu verwenden: es war bei weitem nicht alles schlecht. für meine abgrenzung von zentralen ideen steiners (und heutiger waldorfpädagogik) reicht es allemal.

    ich wünsche ihnen alles gute bei ihrer weiteren meinungsbildung!

    .~.

  • Heinz-Peter Tjaden said:

    @ doris

    vielen dank für den lesetipp. schauen sie sich doch mal die von mir verlinkten seiten an. diese einrichtung ist von einem anthroposophisch angehauchten geleitet worden…

  • mar52 said:

    Ich war auf einer Schule, die nach jemanden benannt ist, der sagte ” Darum lasst uns die Franzosen nur recht frisch hassen…”

    ABER: Da hat man mich keineswegs gelehrt, dass die deutsche Jugend schnellstmoeglich wieder im Dreck bei Verdun krepieren solle.

    Und da ist der Unterschied.

    Wie auch immer, mein Kind wird auf keinen Fall auf eine Waldorfschule gehen. Allerdings auch in keinen Montessori-Kindergarten. Alles viel zu esoterisch und nicht mehr zeitgemaess. Wie sollen meine Nachkommen denn da ordentliche Deutsche werden?

  • Andreas Lichte said:

    Leseempfehlung:

    “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

    (…) Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners. Neben bio-dynamischem Gemüse, Heileurythmie und Waldorfschulen haben wir ihm so auch eine anthroposophische „Medizin“ zu verdanken. (…)

    (…) In der Konsequenz werden auch Impfungen von vielen Anthroposophen abgelehnt, man will den Sprösslingen ja keine wichtige entwicklungsfördernde Krankheit vorenthalten. Waldorfschulen und -Kindergärten sind daher bekannt als Brutstätten für die immer wieder aufflammenden Masernepidemien in Deutschland, die Durchimpfungsraten liegen hier weit unter dem Durchschnitt. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können schwerste Komplikationen – bis hin zum Tode – nach sich ziehen (…)”

    zum Artikel von Martin Ballaschk: http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/