Der Paul Panther von Zwickau

Der ehemalige Zwickauer NPD-Chef Peter Klose hat sich bei Facebook vorübergehend „Paul Panther“ genannt. Das ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert, wäre da nicht das Bekennervideo der rechtsextremen Terrorgruppe aus der sächsischen Stadt.

Von Patrick Gensing

Die Rechtsterroristen hatten ein bizarres Bekennervideo produziert, in dem der rosarote Panther eine Hauptrolle spielt. Paulchen, wie er eine Karte präsentiert, auf der die Tatorte der Mordserie eingezeichnet wurde, Paulchen, wie er einem Polizisten eine Waffe an den Kopf hält, usw. Das 15-minütige Video demonstriert die widerliche Menschenverachtung der Neonazi-Terroristen.

Nun zu Klose. Der nannte sich auf Facebook seit einigen Wochen plötzlich „Paul Panther“. Ein Zufall? Tatsache ist: Ein Panther tauchte als Symbol in der rechtsextremen Szene bislang noch nicht auf – besonders nicht ein rosaroter.

 

Peter Klose als Paul Panther bei Facebook. Alles reiner Zufall?
Peter Klose als Paul Panther bei Facebook. Alles reiner Zufall?

Unwahrscheinlich ist, dass Klose von den Morden der Rechtsterroristen wusste. Diese hätten einen Mann von Kloses Format kaum eingeweiht. Wahrscheinlicher ist, dass er aus der Szene möglicherweise Gerüchte über ein Video gehört hat. Aber in dem Fall der Rechtsterroristen aus Zwickau ist mittlerweile alles möglich, die taz formulierte zutreffend: Realität schlägt Fantasie. Obwohl Albtraum es noch besser getroffen hätte.

Seit heute benutzt Klose auf Facebook wieder seinen Klarnamen. Immerhin sitzt Klose noch im Stadtrat von Zwickau, wenn auch nicht mehr für die NPD, die er im April verlassen hatte. Mit der seriösen Radikalität des neuen Parteichefs Apfel hätte er ohnehin wenig anfangen können, immerhin veröffentlichte Klose auf seinem FB-Profil Gewaltaufrufe und Gratulationen zum Führergeburtstag. Bislang hat das kaum jemanden interessiert. Damit dürfte es nun vorbei sein.

Siehe auch: Und hier terrorisiert der “Nationale Widerstand”

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