Bologna, München, Utöya: Die blutige Spur des rechten Terrors
Rechtsextremer Terror ist kein neues Phänomen in Europa und den USA. Dabei wurden bereits Hunderte Menschen getötet. Allein bei dem Oktoberfestattentat, welches bis heute nicht zweifelsfrei aufgeklärt wurde und bei dem Geheimdienste eine dubiose Rolle gespielt haben sollen, starben 13 Menschen durch eine Bombe. Eine Übersicht.
Deutschland - mindestens 10 Tote: Eine rechtsextreme Terrorzelle soll in Deutschland ab 2000 mindestens zehn Menschen erschossen haben. Die mutmaßlichen Täter hatten zuvor bereits Sprengsätze mit Hakenkreuzen an öffentlichen Plätzen platziert. Die Neonazis waren den Behörden mindestens seit 1998 bekannt, wurden sogar im Verfassungsschutzbericht des Landes Thüringen geführt.
Norwegen – 77 Tote: Der Rechtsextremist Anders Breivik ermordete am 11. Juli 2011 in Oslo und auf Utöya 77 Menschen, die meisten waren Jugendliche. Breivik bezeichnete sich als “Marxist Hunter” und als Kreuzritter gegen eine vermeintliche Islamisierung Europas.

Norwegen trauert um die Opfer des rechtsextremen Doppelanschlags: Blumenmeer vor der Domkirche in Oslo (Foto: Rotes Kreuz Norwegen)
USA - 168 Tote: Am 19. April 1995 wurden bei einem Anschlag in Oklahoma in den USA 168 Menschen getötet. Zunächst war von einem islamistischen Hintergrund die Rede. Schnell stellte sich heraus, dass der Rechtsextremist Timothy McVeigh hinter der Bluttat steckte. Er wurde am 11. Juni 2001 hingerichtet.
Deutschland - 13 Tote: Auch das Oktoberfestattentat war ein Terroranschlag mit rechtsextremistischem Hintergrund. Am 26. September 1980 starben 13 Menschen bei der Explosion einer Bombe am Haupteingang des Münchner Oktoberfests, 211 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Anschlag gilt als schwerster Terrorakt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ob der von den Behörden als Einzeltäter bezeichnete Bombenleger Gundolf Köhler tatsächlich allein verantwortlich war, ist umstritten. Mehrfach wurde von verschiedenen Seiten vergeblich versucht, eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu bewirken.
Italien – 85 Tote: Der Anschlag von Bologna (italienisch Strage di Bologna) war ein Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof der italienischen Stadt Bologna am Morgen des 2. August 1980. Bei dem Anschlag starben 85 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Die rechtsradikale terroristische Organisation Ordine Nuovo wurde beschuldigt, den Anschlag verübt zu haben. Zwei Agenten des italienischen Geheimdienstes SISMI und der Vorsitzende der Propaganda Due, Licio Gelli, wurden wegen Behinderung der Ermittlungsarbeiten verurteilt. (Quelle: Wikipedia)

Gedenkstein für die Opfer des Neonazi-Anschlags (Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Muenih)
Deutschland – zwischen 40 und 150 Tote: Seit 1990 wurden zudem allein in Deutschland weit mehr als 100 Menschen durch Rechtsextreme getötet. Offizielle Stellen sprechen von “nur” rund 50 Opfern, unabhängige Beobachter gehen von 150 Toten aus. Bei Brandanschlägen Anfang der 1990er Jahre wurden mehrere Menschen getötet, in Solingen waren es 1993 allein zwei Frauen und drei Mädchen.
Auch in Skandinavien wurden bereits mehrere Menschen von Rechtsextremen oder Rassisten getötet. Im Jahr 2010 sorgte ein Heckenschütze in Malmö für Angst und Schrecken, er tötete eine junge Frau und verletzte mehrere Personen schwer.
Siehe auch: Deutscher Herbst: Hauptsache Hooligans und RAF!, Exekutionen als Heimatschutz
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In Italien gab es eine ganze Anschlags-Serie, die in den 80iger Jahren, als ich oft in Italien war, noch Gesprächsstoff war – so auch, als ich mit Freunden im Zug von Florenz nach Mailand fuhr … unheimlich:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513412.html
31.12.1984
ITALIEN – Verdammte Strecke
Das Bombenattentat auf der Eisenbahnlinie Florenz-Bologna geht wahrscheinlich auf das Konto von Rechtsextremisten (…)
“Die Bahnstrecke Florenz-Bologna ist das ständige Ziel des faschistischen Terrorismus”, erklärte nach der Tragödie der florentinische Staatsanwalt Pierluigi Vigna, dem für die Aufklärung des neuen Unglücks mehrere Untersuchungsrichter unterstellt wurden. Vigna, der im Laufe der letzten Jahre einige der gefährlichsten neofaschistischen Killer hinter Schloß und Riegel brachte, vermutet, daß die “verdammte Eisenbahnstrecke” (“L’Espresso”) aus strategischen Gründen immer wieder an derselben Stelle getroffen wird. Der Tunnel bei Vernio ist ein Engpaß des italienischen Eisenbahnnetzes: Ein Anschlag auf die wichtigste Verkehrsachse Nord-Süd unterbricht den gesamten Eisenbahnverkehr Italiens.
Für die blutigsten Attentate der Neofaschisten auf die “Märtyrer-Strecke” (“La Nazione”) wird in einem parlamentarischen Untersuchungsbericht die Geheimloge P 2 als Finanzier und politischer Drahtzieher verantwortlich gemacht. Ziel: Das Land sollte an den Rand des Chaos gedrängt, eine autoritäre Machtübernahme sollte vorbereitet werden (…)
Bei den USA sollte der per Post verschickten Milzbrand nicht vergessen werden, der im Fahrwasser der Anschläge von 11. September für weitere Unruhe sorgte.
[...] Siehe auch: Alles Döner oder was?, Und hier terrorisiert der “Nationale Widerstand”, Bologna, München, Utöya: Die blutige Spur des rechten Terrors [...]
[...] in der NPD: Die unverbietbare Partei, Und hier terrorisiert der “Nationale Widerstand”, Bologna, München, Utöya: Die blutige Spur des rechten Terrors, Exekutionen als [...]
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[...] Dokumentation: Das Bekenner-Video des NSU, Und hier terrorisiert der “Nationale Widerstand”, Bologna, München, Utöya: Die blutige Spur des rechten Terrors, Exekutionen als Heimatschutz, Deutscher Herbst: Hauptsache Hooligans und [...]
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