Rassisten-Witz auf Fips Asmussens` Facebook-Seite

Deutscher Herrenmenschenhumor vom Feinsten: „Was kommt dabei raus wenn man einen Schwarzen mit einer Krake kreuzt?“, wird auf der Facebook-Seite von Schenkelklopferkönig Fips Asmussen gefragt. Die  Antwort: „Keine Ahnung, aber es kann verdammt gut Baumwolle pflücken!“ Die Fans tobten vor Begeisterung – bis der Witz wieder von der Pinnwand verschwindet. Asmussen betont, er habe nichts mit der Seite zu tun.

Von Patrick Gensing

Vielen Asmussen-Anhängern gefällt der rassistische Joke  bei Facebook. „Der Witz ist richtig schmierig. Geil.“, lobt Christian R. auf Facebook. Marcel G. meint: „Geil wie immer.“ Und Ron D. setzt noch einen drauf: „gut, dass keine auf die idee kommt, nen polen mit einer krake zu kreuzen!!!“

Afroamerikanische Sklaven beim Trocknen von Baumwolle (Edisto Island, South Carolina, ca. 1862/63)
Afroamerikanische Sklaven beim Trocknen von Baumwolle (Edisto Island, South Carolina, ca. 1862/63)

Einige Kommentatoren fanden den Rassisten-Witz weniger gut, die Mehrheit tobt aber vor Begeisterung – auch, weil Asmussen als aufrechter Kämpfer gegen „Sprechverbote“ angebetet wird. „Fips ist toll“, schreibt Tobias F., denn „da gibt’s keine Maulkörbe. „Moderne“ Komiker würden sich das nicht trauen, es könnte ja rassistisch und diskriminierend sein.“ Wirklich furchtbar, diese moderne Zeit, in der Rassismus benannt oder sogar kritisiert wird – manchmal zumindest, und sei es nur in einem Blog.

Die Anhänger von Witzen über Schwule, Frauen und Schwarze sollten unbedingt eine Live-Show von Asmussen besuchen, denn dort wird bisweilen Klartext gesprochen. So präsentierte Asmussen laut Berliner Zeitung im Jahr 2007 folgenden Kalauer in der Hauptstadt: „Was ist der Unterschied zwischen einem Neger und einer Möwe? Die Möwe hat einen weißen Schwanz, und der Neger kann nicht fliegen.“ Köstlich.

„Politisch – Satirisch – Witzig“

Bemerkenswerterweise stuft Asmussen sein Programm laut eigener Homepage als „Politisch – Satirisch – Witzig“ ein. Eine Kostprobe von seiner Satire findet sich ebenfalls auf Asmussens Netzseite. Dort heißt es : „Seine Kreativität, Spontanität und psychologisches Einfühlungsvermögen [sic!] geben seinem Humor die unverkennbare Originalität. Den tiefgründigen Wortspielen gilt seine seine Liebe.“ Und: „Das macht ihm in Deutschland keiner nach.“

Offenbar war der Schwarzen-und-Kraken-Witz aber für Asmussen`s Facebook-Seite zu hart: Nach kurzer Zeit verschwand er wieder von der Pinnwand. Asmussen-Fan Ron D. erklärt als Reaktion auf Asmussens-Facebook-Seite:

„…machen wir uns nichts vor, worte können, direkt, niemandem schaden zufügen! ich denke, man kann gleichzeitig über ein „diskriminierenden“ witz lachen, und dennoch eine alltagstaugliche wertevorstellung besitzen, welche der moralischen grundnorm entspricht!! NUR ENTERTAINMENT!!! es wird niemand verletzt!…das ist entscheidend, finde ich.“

Welche Wirkung  diskriminierende Witze haben, was der „moralischen Grundnorm“ entspricht – und ob sich durch rassistische Kalauer jemand verletzt fühlt – das entscheidet der weiße Mann selbst.

Auf Nachfrage des Autors auf der Facebook-Seite, warum rassistische Witze denn egal seien und wo der Kalauer über Schwarze und Kraken geblieben sei, gab es übrigens keine Antwort mehr – auch dieser Beitrag wurde einfach gelöscht.

Eine Email-Anfrage an Asmussen wurde zunächst nicht beantwortet. Mittlerweile reagierte Fips Asmussen: Der Witz sei nicht von ihm, so Asmussen. Auch mit der Facebook-Seite habe er nichts zu tun. „Auch sämtliche Witze auf anderen Internet-Seiten sind nicht von mir“, so Asmussen weiter, diese seien zudem „nur schädlich für mein Image“.

Buchtipp: “Deutschland Schwarz Weiß – Der alltägliche Rassismus”

6 thoughts on “Rassisten-Witz auf Fips Asmussens` Facebook-Seite

  1. „Mittlerweile reagierte Fips Asmussen: Der Witz sei nicht von ihm, so Asmussen.“

    Da musste ich sehr lachen. Gilt das nicht für alle Witze, die er so erzählt?! 😀

  2. @Frau Sperlich

    Bei Ihrer doch sehr lobenswerten kulturellen Empfindsamkeit und Vorliebe dem Lyrischen sowie Feingeistigem gegenüber, verwundert mich Ihre Antwort schon ein wenig. – Was nicht heißen soll`, dass ich nun unbedingt tobenden Protest erwarten würde. 😉

  3. hmm, vielleicht ihm schreiben, was mensch von ihm denkt.
    ob es sich lohnt ist latürnicht so ne Sache – aber ich sag das so Kerlen gerne ins Gesicht – ihr auch?

    hier mal ausnahmsweise seine email:
    originalfips@aol.com

    oder einfach mal faxen:
    034771-41805

    have fun^^

  4. Was auf seiner Facebookseite noch so steht:

    Im Flugzeug erzählt eine Frau ganz aufgeregt ihrem männlichen Platznachbarn: „Ich komme gerade von einem internationalen Frauenkongress. Dort habe ich gelernt dass nicht Franzosen, sondern Polen die besten Liebhaber sind und dass nicht Italiener, sondern Indianer die längsten Penisse haben!“
    Darauf der Mann: „Entschuldigung, ich vergaß mich vorzustellen. Gestatten, Winnetou Kowalski.“

    …..

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