Etwas Besseres als diesen Journalismus

Der Artikel von Nicole Selmer zu den Ereignissen rund um das Pokalspiel von Dynamo Dresden bei Borussia Dortmund hat in den Kommentaren eine breite Kontroverse ausgelöst. Die Publikative versucht daher noch einmal, die unterschiedlichen Diskussionsstränge zu entwirren. Einerseits, weil wir das Gefühl haben, dass Teile der ursprünglichen Argumentation entweder nicht verstanden oder absichtlich ignoriert wurden, andererseits weil unsere Kritik an einer bestimmten Art von Journalismus täglich aufs Neue bestätigt wird. 

Von Andrej Reisin

1. Seek truth and report it*

Was ist genau passiert? Wann? Wo? Warum? Es ist die vornehmste Aufgabe des Journalismus, als erstes genau diese sogenannten W-Fragen zu beantworten, so wie es der oben zitierte Leitsatz der Berufsvereinigung amerikanischer Journalisten vorsieht. Denn Journalismus ist eine Beschreibung der Realität. Diese ist allerdings nicht wahrhaftig, sondern eine Erzählung eines Geschehens, die immer umstritten ist. Deswegen sollten Journalisten erst so viele „harte“ Fakten wie möglich sammeln, bevor sie ihre Interpretation der Realität präsentieren („be first – but first be right“).

Was also heißt Randale? Wie viele Menschen wurden verletzt? Von wem? Wobei? In Bezug auf die Dortmunder Ereignisse ging und geht es dabei nicht um die Frage, ob es zu Ausschreitungen, Gewalttaten und anderen Straftaten gekommen ist. Wir sind uns sicher, dass dies der Fall war:

Und wir sympathisieren keinesfalls mit den Tätern im Dresdner Anhang. Aber das ist schlicht und ergreifend nicht das Ende der Geschichte. Viele weitere Fragen schließen sich an: War das Sicherheitskonzept ausreichend für ca. 13.000 Gästefans? Hätte die Polizei den abgesprochenen (und auf ihren Wunsch hin umverlegten) „Marsch“ der Dresdener besser absichern müssen? Ging das in Dortmund verfolgte Konzept, keine Fantrennung durchführen zu wollen, möglicherweise nicht auf? Wie kann es sein, dass einerseits Bürgerkriegsszenarien heraufbeschworen werden, andererseits aber die polizeilich und (sport-)politisch Verantwortlichen sich (zumindest im ZDF) nicht einer kritischen Nachfrage stellen müssen? Weil man zwar Demonstrationen von 100.000 Castor-Gegnern einigermaßen polizeilich und medial begleiten kann, aber keine 13.000 Dresdner Fans?

Pressetribüne
Auch mal woanders hinschauen: Pressetribüne im Fußballstadion (Foto: jhalstein, CC BY-NC-SA 2.0)

Nein! Die Antwort ist: Weil man sich die Mühe nicht macht. Weil es sich zwar Woche für Woche ganze Hundertschaften von Sportreportern auf den Schnittchenplätzen der Bundesliga-Stadien bequem machen, aber nur eine Handvoll dieser Kollegen jemals den Versuch unternommen hätte, tiefer in die Fan(Sub-)kultur einzutauchen oder auch nur in teilnehmender Beobachtung eine Auswärtsfahrt zu einem Sicherheitsspiel mitzumachen und damit die andere Seite der VIP-Logen, Haupttribünen, Presseparkplätze und Polizeiketten kennenzulernen. Genau das aber wäre die eigentliche journalistische Aufgabe – wenn man denn schon seine Berichterstattung vom Spiel auf die Ränge verlagert.

Kein Journalismus von irgendeiner Qualität im engeren Sinne ist es dagegen, wenn ein Fernsehteam all dies unterlässt und stattdessen eine offenbar vorgefertigte Meinung zu einem bestimmten Thema unter Zuhilfenahme bestimmter Bilder in die Wohnzimmer des Landes versendet. Natürlich kann man aus guten Gründen gegen Feuerwerk in Fußballstadien sein, zumal dies derzeit illegal ist. Man kann aber schlechterdings nicht eine Masse von Menschen als „Chaoten“, „Gewalttäter“ und „dumpfe Gestalten“ diffamieren, ohne auch nur den Hauch einer Hintergrundberichterstattung zu liefern. So wird aus Journalismus nämlich nichts weniger als die Verbreitung von Vorurteilen.

2. Give a voice to the voiceless

Auch dabei handelt es sich um eine der goldenen Regeln des Handwerks: Wer ausschließlich Vereinspräsidenten, Sportfunktionäre, Polizeisprecher und Sicherheitspolitiker zu Wort kommen lässt, hat die andere Seite schlichtweg nicht gehört. Wer darüber hinaus die ohnehin schon dominanten Stimmen der genannten Autoritäten in einem medialen Diskurs auch noch verstärkt, leiht seine Stimme daher auch nicht denjenigen, die keine haben, sondern denjenigen, die ohnehin schon in gesellschaftlichen Machtpositionen mit entsprechenden Befugnissen ausgestattet sind. Dann kann man anstelle der Tagesschau aber auch gleich Regierungserklärungen und Polizeiberichte im Fernsehen verlesen lassen. Und zwar jeden Abend zu jedem Thema.

3. Minimize harm

Als Pars pro Toto erschien in der Süddeutschen Zeitung nach dem Spiel ein Kommentar von Freddie Röckenhaus. Darin beobachtet der Autor das Verhalten der Dresdner Fans nicht nur von der Pressetribüne aus, sondern auch rund um das Stadion. Sein Entsetzen über die Ereignisse ist daher immerhin authentisch. Dennoch unterlässt er es wie selbstverständlich, die Gegenseite auch nur indirekt in seine Betrachtung einfließen zu lassen. Stattdessen wird die ganze Zeit nur über die Dynamo-Anhänger geredet. Und das klingt dann so:

„Ahnungslose Passanten wurden körperlich attackiert und geschlagen, Mütter mit Kindern, die sich auf ein Cupspiel vor 70.000 Zuschauern freuten, brachten sich aufgelöst und weinend in Sicherheit. An eine Eingangskontrolle am Stadion, etwa auf mitgebrachte Feuerwerkskörper, war gegen die Horden von 100-Kilo-Hünen nicht mehr zu denken, ohne zu riskieren, krankenhausreif geschlagen zu werden.“
[…]
„Der Verein Dynamo Dresden wird die Resozialisierung von großen Teilen seiner Anhängerschaft nicht allein bewältigen können. In Dresdens Szene gilt Gewalt als akzeptierter als irgendwo sonst. Blöcke von Dynamo-Fans inszenieren sich gerne als „Wendeverlierer“. 18-Jährige halten DDR-Fahnen und Transparente hoch mit Slogans wie: „Die Wende machte aus uns Monster“. Man sollte aber nicht darauf hereinfallen, die Gewalttätigkeiten für soziologisch oder politisch motiviert zu halten. Es ist vielmehr nichts als spätpubertäres, Testosteron-geschwängertes, pöbelndes Muskelspiel.“

Hier wird ein Stereotyp bedient, das haarscharf an „den Barbaren aus dem Osten“ vorbeischrammt, als die die Dresdener dann aber im weiteren Verlauf zwischen den Zeilen zur Genüge gebrandmarkt werden. „Große Teile“ ist darüber hinaus selbstverständlich weder statistisch noch polizeilich auch nur im Ansatz belegbar: Laut Polizeibericht wurde niemand krankenhausreif geschlagen. Stattdessen ist die Rede von 17 Leichtverletzten – darunter zwei Polizeibeamte. Wie viele Menschen von polizeilichen Maßnahmen wie Pfefferspray verletzt wurden, bleibt offen; 15 Dynamo-Anhänger wurden festgenommen. Auch hier stellt sich deshalb die drängende Frage nach dem adäquaten Verhältnis von Beschreibung und Realität. Nochmal: Wir bestreiten nicht, dass sich diese Szenen so zugetragen haben. Aber die heraufbeschworene permanente Bedrohung für Leib und Leben muss gelinde gesagt angezweifelt werden. (Zu diesem Aspekt äußert sich auch die Dortmunder Fanseite schwatzgelb.de: „Wir waren beim Fußball und haben überlebt.„)

Aber selbst wenn 1000 Dresdener in Dortmund randaliert hätten, wären dies nicht „große Teile der Anhängerschaft“, die darüber hinaus auch noch nicht mehr ohne weiteres „resozialisierbar“ sein sollen. Mithin handelt es sich also offenbar eher um gemeingefährliche Kriminelle, die eigentlich ins Gefängnis gehören. Sogar die selbstironische Anspielung einiger Dresdner Fans auf vermutete oder tatsächliche Stereotype der Berichterstattung über ostdeutsche Fußballclubs („Wendeverlierer“, „Monster“) entgeht Röckenhaus völlig und wird auch noch zum Argument gegen den Dresdner Anhang. Dieser engagiert sich zwar für karitative Zwecke, beteiligt sich an vereinsübergreifenden Aktionen und Kampagnen wie der Demo zum Erhalt der Fankultur und der Kampagne für die Legalisierung von Pyrotechnik – aber diese Teile der Realität interessiert die meisten Kommentatoren nicht.

Sie werden ebenso wenig als Widerspruch bemerkt wie die Tatsache, dass die Ultras Dynamo „das Zünden von Böllern, das Werfen von Pyrotechnik und gewalttätige Übergriffe“ in Dortmund verurteilen, eben weil sie ihren Anliegen massiv schaden. Auch, dass es bei den Zweitliga-Ostderbys zwischen Dresden, Rostock und Cottbus zu Beginn der Saison mehr oder weniger ruhig blieb, wird weitgehend ausgeblendet. Stattdessen werden schamlos alle verfügbaren Klischees bedient, um damit die Forderung nach Zero Tolerance und harten Strafen zu verbinden – und zwar bitte ohne großes soziologisches oder sonst wie analytisches Gequatsche. Knüppel aus dem Sack und gut. Wie sehr diese Rhetorik der Logik des unverbesserlichsten Teils der Fanszenen in die Hände spielt, lässt sich kaum überschätzen. Die radikalsten Teile der Ultras werden in ihrem „Wir gegen alle – keine Kompromisse“-Weltbild so massiv bestätigt, wie es eben gerade geht. In der pauschalen Zuschreibung von „Gewalt“ an bestimmte Gruppen oder Fanszenen besteht die größte Gefahr einer Eskalation eben dieser.

Ein anderes Beispiel: In Hannover wurden kürzlich 36 Fans von der Polizei bei einem durchaus fragwürdigen Einsatz verletzt. Wer nun dieses Beispiel benutzt, um darauf hinzuweisen, dass es auch beim „Bundesligaspiel am Sonntag in Hannover Gewalttätigkeiten gab“ – der erweist seinem Anliegen und der gesamten Debatte einen Bärendienst. Denn wer auf der anderen Seite völlig unschuldig von der Polizei mit Pfefferspray verletzt wurde und anschließend auch noch lesen muss, er sei der Gewalttäter, kann aufgrund eines durchaus nachvollziehbaren Mangels an Gerechtigkeit den Schulterschluss mit denjenigen vollziehen, die schon immer auf die Gewaltkarte gesetzt haben.

Mit anderen Worten: Wer „große Teile“ der Dresdner Fanszene zu vorerst nicht mehr resozialisierbaren Gewalttätern erklärt, treibt die gemäßigten Teils der Fans in die Arme der gewaltbereiten. Warum sollten sich erstere weiterhin in Dialoge und Initiativen einbringen, wenn sie hinterher doch nur medial verteufelt und polizeilich behandelt werden? Dann lieber 90 Minuten traurige Berühmtheit im ZDF, das im Übrigen auch mal wieder kaum einen Gedanken daran verschwendet hat, welche Bühne man den Gewalttätern am Dienstag aus freien Stücken geboten hat. „Minimize harm“ geht anders, liebe Kollegen – in jeder Hinsicht.

*Zu allen hier zitierten Leitsätzen, vgl.: Society of Professional Journalists Code of Ethics

Siehe auch: Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?,

20 thoughts on “Etwas Besseres als diesen Journalismus

  1. „Und selbstverständlich spielte auch Repression eine Rolle. Unter dem damaligen Polizeipräsidenten wurde die Borussenfront, sagen wir mal, durchaus intensiv mit polizeilichen Maßnahmen bedacht, bis hin zu solchen, die später von Verwaltungsgerichten als widerrechtlich eingestuft wurden.“

    Also ich erinner mich noch immer gerne an die SS-Siggi-Pool-Party! Wie oft kann man schon den Keller eines Störers durch die Feuerwehr fluten lassen um eine Party aufzulösen 😀

    Tatsache ist, dass die Polizei Dortmund wirklich stark und kompromisslos gegen die Borussenfront vorgegangen ist. Es ist wohl die Gesamtheit der Maßnahmen, natürlich auch Fanprojekte etc., die dafür gesorgt hat, dass die Borussenfront heutzutage nichtmehr maßgeblich in Erscheinung tritt.

    Die entsprechenden Leute sind aber nur in andere Ligen oder Subkulturen verdrängt worden. In Dortmund sind es die Autonomen Nationalisten aus Dortmund-Dorstfeld. (Die Heute ähnlich intensiv durch die Polizei beobachtet und behandelt werden.)

  2. @ Demokrat:
    Richtig, diese Nassreinigungs-Aktion war gemeint. Allerdings kann man durchaus in Frage stellen, ob der Verfolgungseifer unter dem jetzigen Polizeipräsidenten der gleiche ist wie damals. Gerade in Bezug auf die Dorstfelder AN-Szene gibt es da viele kritische Stimmen.

    @ Andrej Reisin:
    Natürlich kann man Rolle und Bedeutung einer NS-Hool-Truppe wie der Borussenfront anhand von Youtube beurteilen, das gewiss enorm makrokosmisch aufgestellt ist.
    Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.

    Sie finden sich durch den Artikel bei schwatzgelb.de bestätigt. Das ist schön für Sie, aber gleichzeitig auch bedauerlich insoweit, weil sich aufgrund ähnlicher Perspektive Schnittmengen ähnlicher Argumentationsmuster ergeben (hier bewusst vereinfacht, kondensiert und polemisch):
    1) War alles nicht so wild (rheinisch: „Et hätt noch immer joot jegange“); wird in der öffentlichen Darstellung maßlos übertrieben oder sogar erst produziert. Optional: ein wenig angewandter Konstruktivismus („daß die sogenannte Wirklichkeit das Ergebnis von Kommunikation ist„).

    [Einschub: Hier könnte die medienkritische Betrachtung schon Feierabend machen.]

    2) Hat es immer schon gegeben.

    3) Schuld sind Sicherheitskräfte (Medien, DFB, Gesellschaft, männliche Rollenklischees, …).

    4) (und aus meiner Sicht am wichtigsten:) Gewalt gehört dazu, weil in der Natur der Sache Massenansammlung auf engem Raum (gerne wird auch der Vergleich mit Oktoberfest u.ä. genommen) bzw. weil das Positive (Emotionalität) den Kick des Negativen (Aggression, Gewaltbereitschaft) voraussetzt. Restrisiko gering.

    Mit solchen affirmativen Leitsätzen kommt man leider nicht über ausgesprochen sinnvolle, lebenspraktische Verhaltenstipps hinaus wie etwa Gefahrenherde zu meiden, gegebenenfalls den Schal in die Jacke zu packen usw.; eine „Krux, für die es keine abschließende Lösung geben wird“ (so schwatzgelb.de). Das ist insoweit richtig, dass abschließende Lösungen die Domäne von Religionen und Weltanschauungen sind, die ich als Ratschläger in puncto Fußball als eher nicht geeignet ansehe. Gewaltprävention kommt da aber nicht vor. Die darf allerdings nicht mehr nur allein den verdienstvollen Fanprojekten aufgehalst werden, die mit ihren Mitteln auch nur bestimmte Erfolge erzielen können.

    Ich bin weit davon entfernt, irgendwelche Kon- oder Rezepte auf den Tisch zu legen. Es gibt Experten, die das besser wissen und können. So wird etwa – um nur ein Beispiel zu nennen – eine aktivere Rolle der Gastvereine bei Auswärtsspielen gefordert – und damit sei der Ball gut mikrokosmisch zurück in den Norden gespielt:

    „Mein Vorschlag vor zwei Jahren war: Der Gastverein solle doch bitte die Verantwortung für seine Fans übernehmen, die ins fremde Stadion gehen. Er soll also seine Fans mit eigenen Ordnungskräften kontrollieren, damit sie keine unerlaubten Gegenstände mit ins Stadion nehmen. Und er soll dafür gerade stehen, was seine Fans machen.“

  3. „Gerade in Bezug auf die Dorstfelder AN-Szene gibt es da viele kritische Stimmen.“

    Das Ptoblem der „kritischen“ meist sehr linken Stimmen:

    Sie fordern ganz eindeutig rechtswidrige Repressionen! Das Handeln der Polizei ist aber an Recht und Gesetz gebunden. Auch das Handeln gegenüber Rechtsextremisten.

    Man kann nicht einfach eine Versammlung ohne Rechtsgrundlage verbieten. Ebenso wie man nicht einfach Personen inhaftieren kann. Glücklicherweise!
    Das hält die „kritischen“ Stimmen nicht davon ab, eben jene Maßnahmen zu fordern und sich über das Ausbleiben zu echauffieren.

    Die Gesellschaft ist auf dem rechten Auge sehr sensibel. Aber die Polizei kann kein gesellschaftliches Phänomen bekämpfen, nur dessen Symptome. Eine strafrechtliche Repression allein kann und wird ein rechtsextremistischens Problem niemals lösen können.
    Der oft geäußerte Vorwurf, die Polizei würde rechtsextremistische Straftaten nicht verfolgen oder sogar begünstigen, wie er von linker Seite auch in Dortmund häufig geäußert wird, entbehrt jeglicher Grundlage. Es gibt keinen Fall, in dem auch nur ein Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung im Amte mit Bezug auf eine politisch motivierte Straftat eingeleitet wurde.

    Auch mir gegenüber ist der Vorwurf häufig geäußert worden. Die simple Gegenfrage „Wann und wo?“ konnte noch nie auch nur ansatzweise beantwortet werden.

    Fakt ist, dass die Polizei Dortmund gegen Rechtsextremisten den Rahmen ihrer Maßnahmen, der durch die Gesetze eindeutig festgelegt ist, voll ausschöpft. (Alles andere auch in anderen Bereichen wäre mehr als traurig!)

  4. @ Demokrat:
    Hab schon verstanden. Die jetzige Polizeiführung hatte beispielsweise anscheinend auch keine Lust, sich mit aussichtslosen Demo-Verboten in symbolische Schaukämpfe zu verzetteln; das Spiel VG Gelsenkirchen -> OVG Münster -> BVerfG war ja schon ritualisiert und der Ausgang war klar. Das ganze Drumherum wird dann auch instrumentalisiert.

    Will mal so sagen: Dem Hörensagen nach gab es Zeiten, in denen kleine Dienstwege und kurze Drähte zwischen verschiedenen Behörden, Verwaltungen und politischen sowie gesellschaftlichen Institutionen ganz gut ergebnisorientiert funktionierten. Das scheint nicht mehr ganz so zu sein. Vielleicht hat sich manches auch nur aufgrund geänderter Umstände überlebt.

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