NPD-Kader droht im Netz mit Attentat auf 09/11-Mahnmal

Der Vorsitzende der NPD-Cham/Schwandorf, Daniel Weigl, hat auf seiner Facebook-Seite eine handfeste Drohung gegen das 9/11-Memorial in Oberviechtach veröffentlicht. Bereits zuvor hatten die lokalen Rechtsextremisten auf ihrer Internetseite „Widerstand Schwandorf“ gegen das Denkmal gehetzt und am Tag der feierlichen Einweihung schließlich mit einer Protestaktion gestört.

Von Johannes Hartl

Auch der Vorsitzende der NPD-Cham/Schwandorf und neuer Bezirksvorsitzende der NPD-Oberpfalz, Daniel Weigl, ist im sozialen Netzwerk Facebook aktiv. Unter dem Namen seines Versandhandels ist Weigl als „XFinal Resistancex“ online vertreten und zeigte sich dort in einem Beitrag kürzlich radikal wie selten zuvor.

Weigl hatte einen Artikel des Lokalradiosenders „Ramasuri“ mit dem Titel „Neonazis stellen 9/11 in Frage“ an seine Pinnwand gepostet. Der Bericht behandelte die Störung der Enthüllungsfeier des neu errichteten 9/11-Denkmals in Oberviechtach am 08. Oktober 2011 durch vier Rechtsextremisten. Kurze Zeit später kam es im Kommentarbereich zu einer Diskussion, in deren weiteren Verlauf schon bald konkrete Drohungen ausgesprochen wurden und gar von einem „Attentat“ die Rede war.

CNN Special Report über die Anschläge vom 11. September 2011
CNN Special Report über die Anschläge vom 11. September 2011

Mit den Worten „ich fass es janicht das son Ding in unserem Land steht!“ (Fehler im Original), empörte sich ein Nutzer über die Errichtung des „Mahnmals gegen den Terror“, woraufhin sich Weigl mit „Noch… ;)“ äußerte. Wenig später konkretisierte sich die Drohung dann bereits erheblich. Ein anderer Nutzer hetzte im Anschluss an die Aussage des NPD-Funktionärs: „oh mann wie scheisse ist das denn…wusste ich auch nicht das so ein Ding existiert…weg damit ;)“ (Fehler im Original). Dieser Idee schien Weigl zustimmend zu begegnen, wie in seinem nachfolgenden Beitrag deutlich wurde. „Blitzkrieg würd ich sagen;) Kommt Zeit kommt Rat kommt Attentat“, kommentierte Weigl unmissverständlich.

Das zuständige Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei Amberg erhielt von dieser indirekten Drohung bereits Kenntnis, konnte jedoch nach einer strafrechtlichen Prüfung keine Grundlage für eine Anklage entdecken. „Es steht keine Straftat im Raum“, so ein Polizeisprecher gegenüber publikative.org. Derartige Hinweise an die Polizei weiterzuleiten sei für die Kollegen aber „wissenswert“. Zugleich versicherte er, dass die Beamte der Polizei in Oberviechtach um die „Brisanz“ wissen und „sensibel genug“ seien.

Völkische Propaganda gegen die USA (Foto: Marek Peters)
Völkische Propaganda gegen die USA (Foto: Marek Peters)

Selbst wenn die Polizei keine strafrechtliche Grundlage sieht, wirken die Aussagen der Neonazis für Außenstehende bedrohlich. Insbesondere dann, wenn man den Fall des wegen eines geplanten Sprengstoffattentats verurteilten Neonazis Martin Wiese betrachtet, der seit einiger Zeit wieder in der Szene aktiv ist. Zuletzt soll er beim Bezirksparteitag der NPD-Oberpfalz mitgewirkt haben, bei dem Weigl ebenfalls teilnahm und zum neuen Bezirksvorsitzenden gewählt wurde. Wiese wurde im Jahr 2003 aufgrund eines geplanten Sprengstoffattentats auf die Grundsteinlegung des Jüdischen Kulturzentrums in München zu einer 7-jährigen Haftstrafe verurteilt. Während er seine Strafe verbüßte, änderte sich an seinen Ideologien offenbar wenig, immer wieder fiel er durch das Verfassen von Hasstexten negativ auf und wurde von der mittlerweile verbotenen neonazistischen „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V.“ umsorgt. Im August 2010 wurde Wiese dann aus der Haft entlassen und war bald darauf wieder in der Nazi-Szene aktiv.

Siehe auch: Produktion von Populärmythen am laufenden Band,  Legenden nach 9/11: Masse statt Qualität

5 thoughts on “NPD-Kader droht im Netz mit Attentat auf 09/11-Mahnmal

  1. Wenn Weigl so ein Bockmist bei FB postet,müsste der Kunde schon bei Face-Book gelöscht werden.
    Natürlich ist das für mich eine Straftat wenn der NPD-Freak Weigl meint das, das Mahnmal zu 9/11 weg gesprengt ala 9/11 werden muss und die Nazis aus Oberviechtach dazu anstachelt das Mahnmal gegen Terror zu schänden oder zu zerstören.
    Das Minimum ist denn hier Aufruf zur Sachbeschädigung,da müsste eigentlich die Staatsanwaltschaft sich mit diesen NPD-Funktionär Weigl in Verbindung treten um diesen Spinner zu bestrafen.

  2. „wenn der NPD-Freak Weigl meint das, das Mahnmal zu 9/11 weg gesprengt ala 9/11 werden muss“

    Ich möchte diesen Satz küssen.

  3. Weigl gehört in die Geschlossene!!!
    Was haben die bekloppten Braunis da schon wieder so vor Crack geraucht????
    Der Dealer hat den Nazis die das 9/11 Mahnmal sprengen wollen,wohl 100% Stoff unverdünnt angedreht,schon kein Hirn die Nazis,aber Das Mahnmal zu den Kriegsverbrechen 9/11 schänden oder zerstören.
    @cacke bevor ich mich verfranze,was meinst du mit den Satz „Ich möchte den Satz küssen“????
    Wenn diese Vollpfosten auf Facebook solche kriminelle braune Scheiße das 9/11 Mahnmal dort weg zu bekommen gehört das bestraft.
    In jeder größeren Stadt der Republik müssten solche Mahnmale gegen Terror errichtet werden,ebenfalls Stolpersteine für die ermordeten Juden im Naziland.

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