Erstmals Holocaust-Konferenz in Marokko

Eine Konferenz in Marokko hat sich laut Israelnetz mit dem Holocaust befasst. Es war demnach der erste Kongress zu dem Thema in der arabischen Welt. Drei Tage lang gab es Vorträge und Arbeitsgruppen zum Völkermord der Nazis, seinen Auswirkungen für Marokko sowie den historischen Beziehungen zwischen Juden und Muslimen im Nahen Osten.

Jews from Subcarpathian Russia (then part of Hungary) undergo a "Selektion" on the ramp at the Auschwitz-Birkenau extermination camp, May 1944. The officer in front holding a riding crop is either SS Unterscharfuehrer Wilhelm Emmerich or SS Haupsturmfuehrer Georg Hoecker; inmates in striped uniforms—to be killed at a later date—assigned to the "Kanada" section collect the property. Note the physician in the white coat between the columns, Gyorgy Havas, selecting who is sent immediately to death and who will wait. (Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.)
Jews from Subcarpathian Russia (then part of Hungary) undergo a "Selektion" on the ramp at the Auschwitz-Birkenau extermination camp, May 1944. The officer in front holding a riding crop is either SS Unterscharfuehrer Wilhelm Emmerich or SS Haupsturmfuehrer Georg Hoecker; inmates in striped uniforms—to be killed at a later date—assigned to the "Kanada" section collect the property. Note the physician in the white coat between the columns, Gyorgy Havas, selecting who is sent immediately to death and who will wait. (Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.)

Gastgeber war den Angaben zufolge die Al-Achawajn-Universität in Ifrane. Die „bahnbrechende Konferenz“, wie die Zeitung „Ha´aretz“ schreibt, wurde neben Historikern, Moslems und Juden auch von Regierungsvertretern besucht. Darunter waren Abgesandte des marokkanischen Königs und der Botschafter der USA.

Die Idee zu einer solchen Konferenz kam laut Israelnetz von einer Gruppe muslimischer Studenten an der Al-Achawajn-Universität. Hilfe bei der Organisation bekamen sie von Peter Geffen, der sich seit 1964 für arabisch-jüdisches Zusammenleben einsetzt. Die von ihm gegründete Organisation „Kivunim“ (Richtungen) bietet amerikanischen Highschool-Absolventen die Möglichkeit, während eines einjährigen Reise-Programmes die jüdische Geschichte und Kultur verschiedener Länder kennenzulernen. Auch einige Kivunim-Studenten nahmen an der Konferenz teil, um mehr über die Geschichte der muslimisch-jüdischen Zusammenarbeit zu lernen.

Teilnehmer Aaron Weinberg sagte, die außergewöhnliche Allianz zwischen muslimischen und jüdischen Gemeinden in Marokko, die vor der Emigration nach Israel in den späten 50er Jahren bestand, repräsentiere ein Modell für die Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden. Diese solle in jüdischen Schulen neben der Geschichte des Holocaust unterrichtet werden. Die Schoah sei eine vergleichslose Tragödie in der Geschichte der Juden gewesen. Aber er sei besorgt, dass die schlimmen Ereignisse des Holocaust alle anderen überdecken. „Jüdische Geschichte ist nicht: ‚Sie wollten uns töten, wir haben gewonnen, lasst uns essen.‘ Unsere Kinder über den Holocaust zu belehren sollte ein Hauptanliegen jüdischer Erziehung sein, aber nicht das letzte und einzige.“ Weinberg sagte, er fürchte sich vor einer Pädagogik, die die Furcht vor anderen lehre.

Zuvor hatte es eine Holocaust-Konferenz in der muslimischen Welt gegeben – diese hatte aber vor allem den Zweck, Revisionisten und Holocaust-Leugner zu unterstützen. Der Kongress fand im Dezember 2006 im Iran statt.

Siehe auch: Revisionisten verbreiten Mahler-Propaganda via USADie deutsche Rechte: Mit Carl Schmitt für Allah und Ahmadinedschad, Antisemiten unter sich: Mahler schreibt an Ahmadinedschad, ‘Zwei Araber und ein Nazi’ rappen für ‘den Tod aller Juden’, Iran: “Hitler war Jude”, Holocaust-Leugner: Iran soll “humanitäre Hilfe” leisten