Tschechische Neonazis beim „Kampf um Berlin“

Eine Delegation der neonazistischen Jugendorganisation „Dĕlnická mládež“ („Arbeiterjugend“, DM) hat der NPD eine Woche lang im Berliner Wahlkampf geholfen. Die tschechischen Rechtsextremen lobten das Engagement der NPD beim „Kampf um Berlin“.

Von Lara Schultz und Robert Andreasch

Zur Eröffnung des Wahlkampfes hatte die Berliner NPD großspurig angekündigt, am 7. August 40 000 Wahlplakate in der gesamten Stadt aufhängen zu wollen. Dafür habe sie auch „kampferprobte Kameraden“ aus Tschechien angefragt.

Da sich deutlich weniger als die von der NPD zu „Hunderten“ erwarteten plakatierwilligen Neonazis einfanden, blieben die meisten Plakate ungeklebt. Udo Voigt bedankte sich dennoch ausdrücklich bei den „freien Kräften Böhmen und Mähren“. Dabei war deren Hilfe ebenfalls gering ausgefallen: Beobachtern zufolge hatten lediglich drei Neonazis den Weg aus der tschechischen Republik nach Berlin auf sich genommen, darunter Lukáš Stoupa aus Karlovy Vary, Verbindungsmann der tschechischen Neonazipartei „Dĕlnická strana sociální spravedlnosti” („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“, DSSS) zur bayerischen Naziszene.

Im zweiten Anlauf gab es nun größere Unterstützung aus dem Nachbarland: Anfang September reiste eine fünfzehnköpfige Delegation der neonazistischen Jugendorganisation „Dĕlnická mládež“ („Arbeiterjugend“, DM) auf Anregung der NPD für eine Woche nach Berlin.

Die „ Dĕlnická mládež“ („Arbeiterjugend“, DM) ist die Jugendorganisation der tschechischen Neonazipartei „Dĕlnická strana sociální spravedlnosti” (DSSS). Gegründet wurde die DM am 3. März 2009, einen Tag vor dem Verbotsverfahren gegen ihre damalige Mutterpartei „Dĕlnická strana“ („Arbeiterpartei“, DS) vor dem Höchsten Gerichtshof. Obwohl die DS im Berufungsprozess verboten wurde, blieb die Jugendorganisation DM bestehen. Seither organisiert die “Arbeiterjugend” DM Jugendliche und junge Erwachsene für die DSSS, die als direkte Nachfolgerin der verbotenen DS gilt.

Angeführt wurde die nach Berlin gereiste Gruppe von Erik Lamprecht, Vorsitzender der „Arbeiterjugend“ und Aktivist des „Nationalen Widerstands Brno“. Auch der Ortsvorsitzende der Prager DSSS, Jiří Petřivalský, war der Einladung der Berliner Parteizentrale gefolgt. Eine Woche lang wurde nicht nur gemeinsam für den Wahlkampf geschuftet, sondern auch „gemeinsame Freizeit“ – eine Stadtbesichtigung mit Stefan Lux, ein Treffen mit Udo Voigt und eines mit Uwe Meenen – stand auf dem Programm. Unterkunft, Verpflegung, Fahrtkosten sowie ein Taschengeld für die tschechischen Helfer und Helferinnen wurden von der NPD gezahlt. Da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das „Taschengeld“ zumindest teilweise wiederum in die Kasse der „Arbeiterjugend“ gezahlt hätten, seien insgesamt 150,- Euro für die Jugendorganisation zusammengekommen, heißt es in einem Delegationsbericht.

„Wahlkampf“, so sinnierte der “Arbeiterjugend”-Vorsitzende Erik Lamprecht nach seiner Rückkehr nach Tschechien, sei ein passender Begriff, denn es handle sich wirklich um einen Kampf, schließlich verlange er „eine fast unvorstellbare Anstrengung, Geld, Material und vor allem die persönliche Begeisterung“ der Unterstützer. Voller Bewunderung fügte Lamprecht hinzu: „Die NPD nimmt ihren ‚Kampf um Berlin’ nicht auf die leichte Schulter“.

Während Lamprecht die „professionelle Kampagne“ der NPD lobte, die auch die positiven Aspekte der funktionierenden internationalen Zusammenarbeit widerspiegele, hat sich die NPD über die Unterstützung aus Tschechien bisher noch ausgeschwiegen.

Siehe auch: NPD plant nächtliche Propagandashow in Berlin, Neonazi-Attacke in Berlin: Mehrere Schläger identifiziert, “Geheimer” Nazi-Aufmarsch: Jagdszenen in Kreuzberg, “Kugel in den Bauch”: Naziseite NW-Berlin indiziert

7 thoughts on “Tschechische Neonazis beim „Kampf um Berlin“

  1. Ich würde ja gerne mal erleben, wie sich die deutschen und tschechischen Nazis über das Sudetenland austauschen :-)

  2. @WW
    Tscheschiche und deutsche Nationalisten haben schon einen Vertrag ausgehandelt. Und die Tscheschen haben dort auf einiges verzichtet 😉
    Leider nur unter Nationalisten, aber bitte vorher informieren, bevor man provozieren moechte!

  3. @ Beobachter
    1.sind es keine Tscheschen,sondern Tschechen fumm Rechtschreibung setzen 6!!
    Was wollen denn die tschechischen Nationalisten mit den deutschen Nationalisten schon groß vor Verträge in Bezug zum Sudetenland abgeschlossen haben??
    Die tschechischen Kameraden sind auch im Schnitt um die 17-25 Jahre alt also kein Plan was ihr da ausgehandelt haben wollt.
    Die Tschechen wurden nur zum Wahlkampf des kleinen Gas-Mannes Voigt nach Berlin gekarrt,weil ihr vermutlich dort am Ende seit!!
    Euer Krampf um Berlin wird genauso verloren gehen wie 1945 wann bekommt ihr das denn mal gepeilt??
    Voigt ist ein kleiner Spinner,ich sage auch warum :Voigt hat weder irgend einen Plan von Politik er ist dekadent,arrogant und psychisch völlig ausgebrannt.
    Seine Plakate mit sein Gas (Zyklon B) steht zwar nicht drauf meint aber dieses aus Blausäure bestehende Element.
    Und der alte Spruch „Wahltag ist Zahltag“ auch bekannt,diesmal in Bezug zum Großflughafen in Schönefeld,dort würden tausende Arbeiter mit ihren Jobs bezahlen wenn Voigt die Wahl gewinnen würde,das Ding wird womöglich auf Geheiß der NPD komplett geschlossen,solch pervertierten Auswüchse die Voigt von sich gibt weist auf die psychische Störung namens Borderline-Syndrom
    http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung hin.
    Voigt ist ein Vollversager,auch weil er zur Provokation meinte „Die Waffen-SS hätte bis zum Schluss ihre Pflicht erfüllt“
    Was die SS tat weis ja nun jeder Dussel.

  4. Stellt euch das vor da wollen die Deutschen Neonazis
    wollen ihr Deutsch sein erklären und darfs selber
    nicht ein mal mit Fremden reden.
    Möchten aber mit Ausländischen Kameraden ein gemeinsames
    Reich erschaffen und gemeinsam Saufen gehen.
    Wieviel Nazi steckt denn bei solchen Menschen überhaupt drin?
    Gibt es überhaupt eine Fachschule für Nazi zu sein eher gibt
    es das Selbsernannte od. die Berufung zum Möchtegern Nazi.
    Enfach nur Lächerlich solche Dummköpfe das die uns
    vorschreiben was Wir Dürfen und was nicht.
    Von Deutsch sein hat die NPD schon gar keine Ahnung als
    ihre Ausländische Kameraden die ein auf Möchtegerndeutscher
    machen.
    Jeder weiß das es eine Heucherlei ist was die Pertei von
    sich gibt erst will die selbst keine Zuwanderung und dann
    noch mit Ausländischen MöchtegernNazis auf Demostrieren
    gehen als hätten die nicht genug Deutsche in Land.

    NPD Verbot Jetzt!

  5. Beobachter,
    ich nehme an, da hat wohl eine „kommissarische Reichsregierung“ gehandelt, die sich nur aufgrund eigener Erklärung als solche legitimiert.

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