Pastörs wirbt vor Schülern mit Nazi-Parole
Die NPD rühmt sich, besonders bei Jugendlichen gut anzukommen. Doch hier scheint einmal mehr der Wunsch Vater des Gedanken zu sein. Vor einem Supermarkt in Ferdinandshof hielt NPD-Fraktionschef Udo Pastörs unaufgefordert einen rund 17-minütigen Monolog vor einer Schulklasse, lediglich unterbrochen von wenigen Fragen des Lehrers sowie zweier Schüler. Pastörs machte dabei keine gute Figur, die Schüler langweilten sich offensichtlich schnell. Pastörs setzte derweil auf die Nazi-Parole “Kraft durch Freude”. Der NPD droht nun ein rechtliches Nachspiel, da die Persönlichkeitsrechte der Schüler wohl verletzt wurden.
Von Patrick Gensing
Pastörs wies in seinen Ausführungen immer wieder darauf hin, dass gegen die NPD gehetzt werde und niemand mit ihr rede. Ein absurdes Schauspiel, denn gleichzeitig hing über den Köpfen der 9. Klasse ein Wahlplakat der Rechtsextremen, zudem ließen sich die Schüler gerade den Quasi-Monolog von Pastörs über sich ergehen. Begeisterung kam dabei aber nicht auf, schon nach wenigen Minuten drehten sich Schüler gelangweilt um, eine Jugendliche schaute ungeduldig auf ihre Armbanduhr.
Pastörs versuchte derweil, den Schülern zu erklären, warum die EU eine Diktatur sei und sprach von Kommissaren – so wie bei Stalin. Verständnislose Gesichtsausdrücke bei den Schülern. Zudem benutzte der Rechtsextremist die Nazi-Parole “Kraft durch Freude”.
Nach gut zehn Minuten schien aber auch Pastörs zu merken, wie wenig seine Ausführungen ankommen – und er versuchte die Kurve zu kriegen, präsentierte sich als “Vollblutpolitiker”, der mit den “Blockflöten” nicht zu tun haben wolle. “Die Politiker verarschen Euch von vorne bis hinten”, gab Pastörs den Schülern mit auf den Weg, die im Folgenden aber nicht nach bösen Ausländern, sondern faulen Deutschen fragten - was Pastörs mit Statistiken über Kriminalität von Nicht-Deutschen in Großstädten wenig gekonnt konterte.
Persönlichkeitsrechte offenbar verletzt
Erstaunlich, dass die NPD dieses Video dennoch online gestellt hat, denn der ganze Auftritt Pastörs überzeugt nicht. Offenbar will die Partei noch einmal Schlagzeilen produzieren – was ihr aber rechtliche Probleme einbringen dürfte. Denn die NPD drehte die ganze Szenerie offenbar, ohne die Persönlichkeitsrechte von Lehrer und Schülern – konkret deren Recht am eigenen Bild – zu beachten. Eine besonders sensible Angelegenheit bei Jugendlichen, besonders was die Verbreitung der Bilder im Internet angeht. Bei Fernsehdrehs wird zumeist ein Einverständnis für eine einmalige Ausstrahlung gegeben, Rechte für das Netz sind hingegen die Ausnahme.
Die NPD habe das Filmmaterial drehen lassen, ohne dass die Einwilligung der Betroffenen vorgelegen habe, berichtet der Nordkurier. Im Hinblick auf die Fürsorge- und Aufsichtspflicht der Schule sei ein Medienanwalt eingeschaltet worden, hieß es demnach aus dem Bildungsministerium. Er soll prüfen, ob die rechtsextremistische Partei den Mitschnitt von den Kindern weiter zur Wahlwerbung missbrauchen darf. Bildungsminister Henry Tesch (CDU) will laut Nordkurier heute die Schule besuchen, um ein Gespräch mit der Klasse zu führen.
Siehe auch: NPD-Wahlkampf: Handschrift des “Führers” zu erkennen
*Fehler in der Überschrift korrigiert!


Ich musste – ehrlich geschrieben – gegen Ende der Pastörschen Maulwurfshügelrede nur noch lachen: ein kleiner Mann redet sich dankbar ob` des “braven” Publikums in Rage, so, als wenn er noch seinen Schmuck verkaufen möchte… und nun endlich einen Käufer gefunden hätte. – Was für ein Wicht! *looool*
Aber “Kraft durch Freude” und seine gemunkelten stalinschen EU-Kommissare bleiben dennoch für diesen manischen Volksverhetzer bezeichnend. – Der kleine Wicht spricht bestimmt so manch` anderem deutschen “Politiker” aus der tiefen deutschen Seele…
Alles klar, habe das Video nun selbst gefunden. Die Schulklasse macht Wahlplakat-Betrachtung. Der Lehrer stellt auch initiativ die richtigen Frage, lässt sich aber dann schön dumm zutexten. Sein Makel: Er demaskiert den Pastörs nicht entschieden genug, sondern lässt den schön weiter trommeln. Schade.
p.s. Ich weiß jetzt wieder, an “wen” er mich erinnert hat: An das Trigema-Äffchen…
Der Lehrer hat seine “Schutzbefohlenen” zur Schau gestellt, weil er offensichtlich glaubte, den Nazi-Onkel vorführen zu können… die Leidtragenden sind die Kids, die sich den ganzen Unfug anhören mussten und dann auch noch im Internet landen, traurig.
schön, dass der lehrer mit seinen schülern so eine wahlplakat-schau macht. hat es bei mir nie gegeben.
aber seine leistungen gegen pastörs sind echt schwach. der geht ja nur darauf ein, dass die npd aus mangelnder mehrheit nichts erreichen kann und kein bisschen auf die inhalte.
Ich begrüße die ruhige Art des Lehrers eher, als ich sie ablehne.
Die Schüler haben meiner Meinung nach mehr davon, zwei Seiten einer Meinung zu hören, als wenn ein Lehrer den Repräsentanten einer legalen Partei in Grund und Boden redet und seine eigene politische Meinung den Schülern aufdrückt.
Das ist aber nur so ein Gefühl.
Generell finde ich es gut, wenn man Schüler in direkten Kontakt mit solchen Leuten bringt. Immer nur zu sagen “die sind böse” bringt einfach nichts. Man muss sich mit denen (wenigstens einmal in seinem Leben) auseinandersetzen. Später, bei Leuten, die die Partei einschätzen können, wissen, worum es geht, da kannst du sagen “Diskussion erübrigt sich, NPD ist unwählbar”. Aber von vornherein so heranzugehen halte ich nicht für sinnvoll. Die Schüler müssen selber kapieren, wieso die NPD keine Alternative ist.
Es ist klar, dass so ein Gespräch nicht allein für sich stehen darf. Aber der Lehrer machte auf mich nicht den Eindruck, das unkommentiert stehen lassen zu wollen.
Ich hoffe, dass er das Gespräch danach auch nochmal diskutiert hat und va. bei dem Ausländerthema muss gegeninformiert werden.
@Sunstar “Generell finde ich es gut, wenn man Schüler in direkten Kontakt mit solchen Leuten bringt.” Das würde dann in der Konsequenz heißen: Chemie in der Gaskammer, Biologie bei Dr. Mengele? Und was sollen die Schüler eigentlich genau dabei lernen!?
Einfach weiter zu gehen, wenn einen jemand ganz dumm anquatscht, ist auch eine hohe Tugend, die es wert ist vermittelt zu werden. Meine Meinung
Man muss die Schüler nicht unbedingt mit solchen Leuten kontaktieren,denn Jugendliche können auch labil sein und rutschen vielleicht in die Szene ab.
Gut die Schüler fanden das Gelalle von den kleinen Kampfgnom langweilig und drehten sich weg.
Der Lehrer hätte Pastörs mit Direktfragen bombardieren können z.B kriminelle arbeitsfaule Deutsche die Ausländer verkloppen,Dönerimbisse abfackeln etc.Pastörs hätte garantiert Reißaus genommen oder den Lehrer angepampt und die Diskussion abgebrochen.
Wenn die Schüler gegen ihren Willen gefilmt wurden,sollten sie die NPD anzeigen.
Ich glaube eher es geht darum, schüler nicht mit politischer korrektheit zu indoktrinieren sondern in der tiefe auf zu zeigen, warum das npd-äffchen unrecht hat.
wenn man eine meinung vorgekaut bekommt denkt man nicht selbst nach warum überhaupt rechts-sein doof ist.
außerdem kann diese scheuklappenmentalität auch dazu führen, dass die kinder im inneren sympathisieren dies aber nicht ausdrücken, da sie angst haben der lehrer würde sie unterbuttern- so würde eine konstruktive diskussion im keim erstickt werden.
soziale sanktionen, in form von ignorieren oder polemiseren, schafft nur eine form von politischer korrektheit, in der eventuelle sympathisanten ihre sympathie verstecken.
…und wenn ein Sexualstraftäter zur Gruppe stösst und die 15jährigen Mädchen begrappscht, dann müssen die sich das gefallen lassen, weil sexueller Missbrauch ein Problem der Gesellschaft ist und die das auch ruhig selber lernen können, daß das *doof* ist!?
Wie ist denn das dann im Ethikunterricht? Wenn das Thema Tod behandelt wird. Muß dann erst jemand sterben, damit alle lernen könnnen wie sich das anfühlt?
Ihr Ringen für lebendigen Unterricht in allen Ehren aber irgendwo ist doch die Grenze!?
Ziel des Unterrichts war: “Wir gucken uns Plakate ALLER Parteien an und vergleichen diese.” Und nicht: “Wir unterstützen verurteilte Straftäter bei weiteren Straftaten”(abfilmen von Kindern). Sie finden das also völlig in Ordnung!? Bei Endstation Rechts gibt es hervorangendes Filmmaterial aus dem Schweriner Landtag, die würden sich sicher freuen, wenn das im Unterricht zur Anwendung kommt. Wissen Sie das alles eigentlich nicht?
Zu erst mal hätte es heißen müssen: “Kamera aus!” Völlig klar…
P.S.
Können Sie bitte weitere Fälle benennen, bei denen Sie “Politische Korrektheit” und “Scheuklappenmentalität” beobachtet haben? Bitte erklären Sie diese Begriffe, das erschließt sich nicht ganz.
Plakate-schau ist ja in Ordnung,kein Problem da können sie ja vom Lehrer erklärt werden.
Um die jugendlichen gegen Rechtsextremismus und deren Auswüchse und vor allem die Geschichte könnte man ja eine Gedenkstätte oder ein ehemaliges KZ z.B Buchenwald oder Sachsenhausen ansehen.
Man könnte auch an solchen Organisationen wie Exit,oder Gewaltopfer Rechtsextremer besuchen die bereit dazu sind.
Aussteiger aus der Szene könnten vielleicht auch mal angefragt werden,ob sie die Schule mal besuchen und in der Aula vor möglichst vielen Schülern Auskunft geben,es gibt bestimmt Leute die gerne sich bereiterklären würden um die Jungen Menschen andere und bessere Wege als die Nazi-Szene aufzeigen.
Verrückt:
Bei 3:13 erklärt Pastörs Ausbeutung mit Hilfe der Marxschen Mehrwerttheorie. Und schafft es innerhalb von 40 Sekunden auf “Kraft durch Freude” zu kommen.
Auch großartig:
“Wie versuchen, verschiedene soziologische Gruppen anzusprechen”
[...] auf Rügen war früher bei der DVU, Die NPD und die Wahl: Volle Kraft voraus – aber wohin?, Pastörs wirbt vor Schülern mit Nazi-Parole, NPD-Wahlkampf: Handschrift des “Führers” zu erkennen, Braune Zitterpartie: NPD laut Umfrage [...]
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[...] neonazistischen Kameradschaften geprägt sind, die auch während des Wahlkampfes immer wieder durch Bezüge zum Nationalsozialismus von sich reden machten, scheint es unwahrscheinlich, dass Pastörs das Modell seines Landesverbandes auf die Bundes-NPD [...]
[...] auch: NPD-Erfolg nur wegen geringer Wahlbeteiligung und brauner Hochburgen?, Pastörs wirbt vor Schülern mit Nazi-Parole Tweet Eltern und Schüler aus Ferdinandshof (Kreis Vorpommern-Greifswald) [...]
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