Braune Zitterpartie: NPD laut Umfrage bei 4,5 Prozent

Verliert die NPD ihr Versorgungswerk in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September? Für die Neonazis dürfte die Wahl zur Zitterpartie werden, die jüngste ARD-Umfrage sieht die rechtsextreme Partei bei 4,5 Prozent. Damit wäre die NPD raus aus dem Landtag.

Allerdings liegt die Fehlertoleranz für Werte ab 5 Prozent bei 1,4 Prozentpunkten, das heißt, die NPD kann sich durchaus noch Hoffnung auf den Wiedereinzug ins Parlament machen. Dennoch scheint klar: Ein Ziel hat die NPD bereits verfehlt. Sie hat ihre großspurigen Ankündigungen, Mecklenburg-Vorpommern zum braunen Musterland zu entwickeln, nicht umsetzen können. 2006 hatte die NPD noch 7,3 Prozent der Stimmen gewonnen – und sie war in viele Kommunalparlamente eingezogen. Doch nur selten konnte sie sich zuletzt noch als Kümmerer-Partei aufspielen. Viele ihrer Kader sorgten durch Untätigkeit oder Konflikte mit dem Gesetz für Aufsehen, auch die Arbeit der Landtagsfraktion dürfte selbst anspruchslose NPD-Wähler kaum begeistert haben.

Die NPD liegt laut Umfrage bei 4,5 Prozent (Screenshot NDR)
Die NPD liegt laut Umfrage bei 4,5 Prozent (Screenshot NDR)

Mehr noch: Der NPD bläst mittlerweile auch ein kräftiger demokratischer Gegenwind an der Waterkant entgegen. Mehrere Kampagnen gegen die braune Wahlschlacht wurden initiiert, es gibt zwar noch Gegenden, in denen sich die Neonazis als Ordnungsmacht aufspielen, doch ihr Einfluss schwindet.

Dass sich das politische Leben in dem Bundesland weiterentwickelt, das zeigt auch die Tatsache, dass die Grünen nun auch hier in den Landtag einziehen (als letztes Landesparlament in Deutschland). Die NDR-Umfrage sieht die Grünen bei acht Prozent, stärkste Partei dürfte die SPD werden (36%), vor der CDU (26%) und der Linkspartei (17%). Eine erneute große Koalition scheint wahrscheinlich.

Für die Umfrage befragte Infratest dimap im Auftrag des NDR 1000 Personen durch computergestützte Telefoninterviews. Der Erhebungszeitraum war vom 23. Bis 25. August. Vorherige Umfragen hatten die NPD bei vier Prozent gemessen, eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Ostseezeitung sah die Neonazi-Partei zuletzt bei fünf Prozent.

Siehe auch: Hetzer, Kriminelle, Antidemokraten: Die NPD-Fraktion im Porträt, Missbraucht die NPD Fraktionsgeld für ihren Wahlkampf?, NPD-Kandidat wegen Körperverletzung verurteit, Mehr als vier Jahre Haft für Ex-NPD-Abgeordneten Krüger, Hammerskins und NPD-Kandidaten feiern in Jamel

9 thoughts on “Braune Zitterpartie: NPD laut Umfrage bei 4,5 Prozent

  1. Eine computergestützte Telefonumfrage?! Hier wäre es natürlich schon interessant zu wissen, ob die Meinungsforscher da auch irgendwelche Korrekturfaktoren hinsichtlich der Aufrichtigkeit der Befragten mit eingerechnet haben.

    Ich vermute mal stark, dass viele Befragte am Telefon nicht zugeben NPD-Wähler zu sein; zu stark ist hier das gesellschaftliche Tabu sich als Nazi zu outen. Insofern ist leider zu befürchten, dass am Wahlabend doch wieder ein Ergebnis von über 5% für diese Partei herauskommen könnte.

  2. für die Straße ist es egal, wieviel Prozent sie erheischen.Der potentiell mordende Nazimob sorgt weiterhin für Angst und Schrecken unter den Schwachen.
    Da können wir uns leider nicht darauf verlassen, daß das aufhört, wenn sie nicht mehr im Parlament vertretetn sind…

    Sicherlich sind diese Prognosen interessant, allerdings möchte ich darauf verweisen, das wir – Antifaschisten – uns nicht dadurch ‚einlullen‘ lassen sollten.
    Für mich wird ein wichtiger Parameter immer der Diskurs in der Gesellschaft sein,
    und zwar, inwieweit der Rassismus, Mord an Anderdenkenden, die Shoa, etc, in der Mitte der Gesellschaft akzeptiert und tolleriert, bzw. bekämpft wird.
    Auch die Abhörmassnahmen der Dresdner Polizei, beruhigen da nicht sehr 😉

    In der deutschen Polizei sollten sich die Antifaschisten zu erkennen geben, und offen gegen ihre rechten, rassistischen Kollegen vorgehen; und wenn das offenen Vorgehen nicht möglich ist, dann sollten sie jenes Verhalten dieser Kollegen öffentlich machen – viele Whistleblower machten es ihnen schon vor :-)

    da müssen alle Antifaschisten (wie die Finger einer Hand) zusammen stehen und den
    Nazihorden – wie auch immer sie sich nennen mögen – entgegentreten.

    also, immer wieder auf die Strasse!

  3. „… es gibt kein zwar noch Gegenden …“??? Da ist doch was durcheinander. Was soll der Satz sagen?

    Ist natürlich vollkommener Quatsch, danke für den Hinweis!

  4. Seien wir ehrlich: 50% der NPD sind regelmässig Gäste der JVA nach Wahl und die anderen 50% arbeiten für den Staat. Die armen Kerle hatten ja sogar bei der Altermedia-Abstimmung (bzw. auf MUPinfo) harte Konkurrenz von der Linken: 30% wählten dort Links oder demokratisch.

    Dass von denen überaupt noch jemand auf freiem Fuss ist, um Wahlkampf zu machen… Das Plakat „Gas geben“ ist auch so eine billige Peinlichkeit. Ich persönlich finds ja gut wenn die Hansel sich mit so billigem Zynismus wiedermal zum Horst machen, aber auf Erfolgslinie kommen die so nicht. Das ist einfach nur lachhaft – sorry meine Meinung.

    Aber naja, auch Hanswürste braucht das Land. Ich frage mich nur: wer bezahlt den Scheiss? Soviele Mitglieder haben die doch auch nicht. Wenn der Spass vom Staat bezahlt wird finde ich das ehrlich einen Skandal. Ich meine Idiotenstadel ist ja ok, aber dass für son Mist dann Euronen vom Steuerzahler gesponsert werden geht ja gar nicht.

    Hoffentlich bleiben sie unter 5%, Politiker sollen nämlich arbeiten und nicht Kinderzirkus veranstalten.

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