„Modell Adolf“: IKEA-Gründer war aktiver Nazi

In dem schwedischen Buch „Och in Wienerwald staar traaden kvar“ sind neue Details über die Nazi-Vergangenheit des IKEA-Gründers Ingvar Kamprad enthüllt worden. Demnach war Kamprad ein aktiver Nazi, der von den Sicherheitsbehörden in Schweden beobachtet worden war. In dem Buch der Journalistin Elisabeth Aabrink heißt es, der IKEA-Gründer und Milliardär sei Mitglied der Nazi-Partei gewesen, seine Nummer lautete 4014.

IKEA-Gründer Ingvar Kamprad
IKEA-Gründer Ingvar Kamprad

Kamprad sei äußerst aktiv in der „Svensk socialistisk samling“ (Schwedische sozialistische Sammlung, SSS) gewesen. Diese war aus der NSAP, der „Nationalsozialistischen Arbeiterpartei“ Schwedens, hervorgegangen. Die NSAP setzte stärker als die NSDAP auf sozialistische und antikapitalistische Ziele und orientierte sich am Strasser-Flügel der deutschen Nazi-Partei. Nach und nach entfernte sich die Partei vom deutschen Vorbild und verfolgte einen schwedisch geprägten Faschismus. 1945 wurde die Partei aufgelöst.
Aabrink meint, es sei etwas merkwürdig, dass Kamprad diese Fakten nicht selbst öffentlich gemacht habe. Er habe gesagt, er habe dies erzählen und um Entschuldigung bitten wollen, sagte Aabrink im schwedischen Fernsehen.

Die Autorin war durch Recherchen über einen jungen Juden, der aus Wien nach Schweden gekommen war, auf die Spur Kamprads gekommen. Dessen Kontakte zu nationalistischen Kreisen setzten sich auch nach der Befreiung Europas und Deutschlands von der NS-Herrschaft fort. So wurde der IKEA-Gründer bereits mehrfach mit der neuschwedischen Bewegung um Per Engdahl in Verbindung gebracht.

Dass der IKEA-Gründer Nazi-Sympathisant war, wurde in den 1990er Jahren erstmals öffentlich. Damals hatte Kamprad erklärt, dies sei eine Art oberflächliche Jugendsünde gewesen. Heute habe er eine ganz andere Meinung, betonte er im Jahr 2008 im schwedischen Fernsehen.

Kamprad hatte IKEA im Jahr 1943 gegründet. Der Konzern betreibt 280 Warenhäuser in 26 Ländern (Stand August 2010). Das Unternehmen hat 127.000 Mitarbeiter in mehr als 40 Staaten, das erste Möbelhaus wurde 1963 in Norwegen eröffnet.

5 thoughts on “„Modell Adolf“: IKEA-Gründer war aktiver Nazi

  1. alter hut? ja!
    jugendsünde? eher nicht!
    (neo-)nazi wird mensch nicht aus versehen. in menschenverachtende und ungleichwertigkeitsideologien vertretente kreise kommt mensch nur, wenn diese ideen schon vorhanden sind, wenn auch nur latent.

  2. Ich schlage vor:

    Sofort alle Billies zum Sperrmüll und kein Hot Dog für 1,50 mit Cola mehr bei Ikea.

  3. Apropos Wikipedia. Das oben verwendete Bild stammt aus der Wikipedia. Es darf genutzt werden. Aber auch aus den besten Gründen muß man die Urheberrechtsbestimmungen einhalten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ingvar_Kamprad.jpg

    Das heißt, daß man wenigstens den Ursprungsort und den Fotografen (OK, das ist hier schwer machbar) sowie die Lizenz, unter der das Bild veröffentlicht ist, nennt. Sonst sieht das nach schmücken mit fremden Federn aus. Das ist bei einem so wichtigen Thema nie gut. Bitte in Zukunft mehr Sorgfalt!

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