Gericht: MVregio muss mehr als 6500 Euro zahlen

Nach der erfolgreichen Klage gegen die Berichterstattung von MVregio über die Seite NPD-BLOG.INFO geht es nun ums Geld: Mittlerweile liegen gerichtliche Titel in Höhe von mehr als 6500 Euro gegen die MVregio News KG vor. Zahlen wollen die Hintermänner des Nachrichtenportals indes nicht. Die MVregio News KG soll insolvent sein.

Von Patrick Gensing

MVregio hatte unter anderem berichtet, NPD-BLOG.INFO werde vom amerikanischen Geheimdienst gesteuert und das Blog habe keinen Impressum, zudem wurden zahlreiche weitere Unwahrheiten verbreitet. Vor Gericht wurde der Klage wie erwartet stattgegeben, dennoch legte MVregio noch einmal Berufung ein, ließ die Frist für eine Begründung aber verstreichen. Allein diese Berufung verursachte noch einmal Kosten in Höhe von fast 1000 Euro.

Leserbrief des Neonazis Christian Worch auf MVRegio, Worch spekuliert über Anschläge auf Journalisten.
Leserbrief des Neonazis Christian Worch auf MVRegio, Worch spekuliert über Anschläge auf Journalisten.

Insgesamt belaufen sich die Kosten, welche MVregio bezahlen soll, auf 6.643,88 Euro. Darüber liegen gerichtliche Titel vor – einzig: MVregio behauptet nun, zahlungsunfähig zu sein. Der als Geschäftsführer aufgetretene Uwe Schröder gab am 14. Juni 2011 eine Eidesstattliche Versicherung ab, wonach MVregio insolvent sei. Der Geschäftsbetrieb sei eingestellt, erklärte Schröder, ein Insolvenzantrag solle gestellt werden. Angeblich verfügt MVregio über keinerlei Vermögen, Gegenstände, Anlagen oder Arbeitsgerät – zumindest gab Schröder dies bei der Obergerichtsvollzieherin in Rostock an. Worauf MVregio seine dubiosen Meldungen veröffentlichte und wie Kosten für Server bezahlt wurden, ist unklar.

Nachdem ein Haftbefehl gegen Schröder beantragt worden war, da er einer Vorladung nicht gefolgt war, wurde das „Nachrichtenportal“ umgetauft. Ab “heute, 04. Juni 2011″ führe eine spanische Firma den Betrieb von MVregio “unter dem Markennamen Mecklenburg-Vorpommer News” [sic!] im Internet unter www.mvpo.com weiter, hieß es. Dass die bekannte Domain MVregio.de weiterhin auf MVPo.com verweist, versteht sich von selbst.

 

Damit ist das unterhaltsame aber auch recht kostspielige Theater aber längst nicht beendet, denn NPD-BLOG.INFO veröffentlichte im Juni 2011 einen Artikel über das „Nachrichtenportal“. Darin wurde auch thematisiert, wer hinter dem Portal stand, beispielsweise ein Klaus Böhme/Springwald. Die Reaktionen auf den Artikel sind bizarr – darüber in Kürze mehr. Ein weiterer Knaller kann hiermit versprochen werden – und die Messlatte liegt bereits hoch.

Pressemitteilung der "NPD-Saar" auf MV Regio
Pressemitteilung der "NPD-Saar" auf MV Regio

Die gerichtlichen Titel gegen MVregio werden nun Inkassounternehmen übergeben, zudem werden derzeit weitere rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen geprüft.

Das NDR-Medienmagazin Zapp über MVRegio.

Siehe auch: MVRegio und die 20-Prozent-Partei NPD, Wenn der Kieler Staatsschutz den US-Geheimdienst abhört, Wenn der Gerichtsvollzieher zweimal klingelt, Rostock im Nazi-Sumpf? Ein Nachrichtenportal sieht braun, Einstweilige Verfügung gegen MVRegio bestätigt, Online-Portal als Sprachrohr für NPD-Propaganda, Nachrichtenseite verbreitet NPD-Propaganda als redaktionellen Inhalt, MV Regios “umfangreiche Recherchen”, “MV Regio”: “Dieses System muss überwunden werden”

 

5 thoughts on “Gericht: MVregio muss mehr als 6500 Euro zahlen

  1. p.s.: Bei jener Bude haut` ja nicht einmal die Verknüpfung zum deutschen Impressum hin … stattdessen kommt man zum „Papa Papst“. *lol* :)

  2. Endlich mal wieder lustige Unterhaltung mit MV Regio. Ich dachte immer, die BLÖD sei nicht zu unterbieten, aber MV Regio hat den Begriff „Satire“ neu definiert.

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