Güstrow: Prozess gegen rechte Schläger eröffnet

Vor dem Amtsgericht Güstrow müssen sich ab dem 03. August 2011 drei junge Männer aus Gnoien verantworten. Ihnen werden, mit unterschiedlicher Tatbeteiligung, zahlreiche Straftaten wie Körperverletzungen, Nötigung, Bedrohung und Sachbeschädigungen vorgeworfen, die größtenteils einen rechten Hintergrund haben. Das teilte die Opferberatungsstelle Lobbi mit.

Demnach werden einem heute 20-Jährigen aus Gnoien vier Körperverletzungen vorgeworfen, die er im Jahr 2010 begannen haben soll. In zwei Fällen sei von einer rechten Tatmotivation auszugehen. So schlug er im Juli gemeinsam mit einem der Mitangeklagten auf einen alternativen Jugendlichen ein, den er gemeinsam mit dem dritten Angeklagten im September erneut attackierte. Der zweite Angriff war so brutal, dass der Betroffene zwei Wochen stationär behandelt werden musste.

Ebenfalls im Jahr 2010 schlug ein Angeklagter, der heute 21 Jahre alt ist, gemeinsam mit einer weiteren, ermittelten Person auf zwei Jugendliche ein. Grund war laut Anklage, dass die Angreifer davon ausgingen, dass die beiden eine linke Gesinnung haben.

Angeklagt sind außerdem zahlreiche Sachbeschädigungen mit ebenfalls rechtem Hintergrund. Die Vorwürfe reichen vom massiven Verkleben neonazistischer Aufkleber bis zu zahlreichen Sprühereien. So soll einer der Angeklagten eine Schule, einen Jugendclub und ein Fahrzeug mit Parolen wie: „Frei, sozial, national“, „Nationaler Sozialismus“, „Achtung Antideutscher“ bzw. dem Kürzel „NSG“ (wahrscheinlich für „Nationale Sozialisten Gnoien“) beschmiert haben. Auch für einen Anschlag auf die „Kulturbörse“ soll der 20-Jährige verantwortlich sein. Das Familienzentrum in Gnoien ist seit längerem immer wieder das Ziel rechter Attacken. Der Prozess wird am 15. August um 13.30 Uhr fortgesetzt.

Siehe auch: Angriffe auf Parteibüros: LOBBI beklagt öffentliches Desinteresse, Rechte Schläger verletzen täglich mindestens zwei Menschen

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