Ordnung.Macht.Extremismus. Effekte und Alternativen des Extremismusmodells

Bestimmte Formen politischer Devianz werden wissenschaftlich und umgangssprachlich regelmäßig als „extremistisch“ bezeichnet. Diese Appellationen haben prinzipiell sowohl einen normativen als auch einen deskriptiven Charakter. Ihre Funktion liegt in der formalistischen Konstruktion eindeutiger politischer Feinde. Demokratietheoretisch ist diese Funktion problematisch: In der normativen Dimension des Begriffs werden die Kriterien zur Konstruktion dieser Feinde und in der Folge die als „extremistisch“ definierten und notwendig als organisierte/personifizierte Weltbilder konstruierten Positionen der politischen Verhandlung entzogen. Gleichzeitig werden in der deskriptiven Dimension des Begriffs undemokratische Einstellungen (bspw. latenter Rassismus) und Strukturen (bspw. institutioneller Rassismus) systematisch übersehen, weil sie im Extremismus-Modell weder als Feinde fungieren können, noch in der „demokratischen Mitte“ denkbar sind. Der Sammelband Ordnung.Macht.Extremismus. Effekte und Alternativen des Extremismusmodells fokussiert diese und andere Effekte des Extremismus-Begriffs. Die Beiträge verhandeln Geschichte, Praxis und Alternativen der politischen Semantik des „Extremismus“ aus einer interdisziplinären Perspektive.


 

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