Rechtsterrorismus: Hunderte Tote in Europa und den USA

Die Bluttat in Norwegen hat offenbar einen rechten Hintergrund. Mehr als 90 Tote sind zu beklagen. In den vergangenen Jahrzehnten hatte es bereits mehrere schwere Anschläge von Rechtsextremisten in Europa und den USA gegeben. Der Anschlag in Norwegen wäre allerdings der schwerste Terror-Angriff mit rechtsextremen Hintergrund seit dem 2. Weltkrieg in ganz Europa.

Der Anschlag von Oklahoma kostete mehr als 150 Menschen das Leben.
Der Anschlag von Oklahoma kostete mehr als 150 Menschen das Leben.

Am 19. April 1995 wurden bei einem Anschlag in Oklahoma in den USA 168 Menschen getötet. Zunächst war von einem islamistischen Hintergrund die Rede. Schnell stellte sich heraus, dass der Rechtsextremist Timothy McVeigh hinter der Bluttat steckte. Er wurde am 11. Juni 2001 hingerichtet.

Das Oktoberfestattentat war ein Terroranschlag mit rechtsextremistischem Hintergrund. Am 26. September 1980 starben 13 Menschen bei der Explosion einer Bombe am Haupteingang des Münchner Oktoberfests, 211 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Anschlag gilt als schwerster Terrorakt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ob der von den Behörden als Einzeltäter bezeichnete Bombenleger Gundolf Köhler tatsächlich allein verantwortlich war, ist umstritten. Mehrfach wurde von verschiedenen Seiten vergeblich versucht, eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu bewirken, zuletzt im Jahr 2005. (Quelle: Wikipedia)

Der Anschlag von Bologna (italienisch Strage di Bologna) war ein Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof der italienischen Stadt Bologna am Morgen des 2. August 1980. Bei dem Anschlag starben 85 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Die rechtsradikale terroristische Organisation Ordine Nuovo wurde beschuldigt, den Anschlag verübt zu haben. Zwei Agenten des italienischen Geheimdienstes SISMI und der Vorsitzende der Propaganda Due, Licio Gelli, wurden wegen Behinderung der Ermittlungsarbeiten verurteilt. (Quelle: Wikipedia)

Seit 1990 wurden zudem allein in Deutschland weit mehr als 100 Menschen durch Rechtsextreme getötet. Offizielle Stellen sprechen von „nur“ rund 50 Opfern, unabhängige Beobachter gehen von 150 Toten aus. Bei Brandanschlägen Anfang der 1990er Jahre wurden mehrere Menschen getötet, in Solingen waren es 1993 allein zwei Frauen und drei Mädchen.

Auch in Skandinavien wurden bereits mehrere Menschen von Rechtsextremen oder Rassisten getötet. Im Jahr 2010 sorgte ein Heckenschütze in Malmö für Angst und Schrecken, er tötete eine junge Frau und verletzte mehrere Personen schwer.

Siehe auch: Norwegen: 87 Tote bei Blutbad, Verdächtiger aus rechter Szene, Deutsche Neonazis verhöhnen norwegische Opfer, Malmö: Polizei fasst mutmaßlichen Heckenschützen