Norwegen: 87 Tote bei Blutbad, Verdächtiger aus rechter Szene

NRK berichtet, der Verdächtige gehöre zur rechtsextremen Szene.
NRK berichtet, der Verdächtige gehöre zur rechtsextremen Szene.

Es hatte sich bereits angedeutet, da das Vorgehen nicht an islamistische Anschläge erinnerte. Das Blutbad in Norwegen hat möglicherweise einen rechten Hintergrund. Ziel der Angriffe waren die Regierung, Medien – sowie die Arbeiterpartei, bzw. deren Jugendorganisation. Der festgenommene Anders Behring Breivik gehört nach Angaben von norwegischen Medien zur rechten Szene in Ostnorwegen.

Der 32-Jährige hatte zudem zwei Waffen auf sich registriert. Die Polizei geht davon aus, dass sie ihn mit den Explosionen in Oslo sowie dem Massenmord auf Utöya in Verbindung bringen kann. Der Norweger war der Polizei laut NRK bislang nicht bekannt. Im Internet soll er sich auf nationalistischen Seiten an Debatten beteiligt haben, in denen es gegen die multikulturelle Gesellschaft ging. Zu den Motiven des Mannes wollten offizielle Stellen aber noch keine Angaben machen.

Die Polizei fand laut NRK auf Utöya ein Auto, in dem sich Sprengstoff befunden haben soll. Der Wagen gehört offenbar dem norwegischen Rechtsextremisten.

Ähnlichkeiten zu Oklahoma-Attentat

Experten im norwegischen Fernsehen hatten bereits am Freitagabend auf das Oklahoma-Attentat hingewiesen, bei dem ein Rechtsextremist in den USA ein Blutbad angerichtet hatte. Die Polizei in Norwegen geht davon aus, dass der mutmaßliche Täter allein gehandelt habe. Er habe das politische Norwegen im Herzen treffen wollen, sagte ein Experte im NRK. Man habe viel über islamistischen Terror gesprochen, sagte er, doch dabei möglicherweise andere Bedrohungen von Rechtsextremen aus den Augen verloren.

Um 08.00 Uhr sprach Ministerpräsident Stoltenberg erneut zum norwegischen Volk und sprach von einem Albtraum. 80 junge Menschen seien auf Utöya ermordet worden. „Furcht, Blut und Tod“ – das hätten viele junge Menschen erleben müssen. Stoltenberg wollte am Sonnabend selbst an dem Jugendcamp teilnehmen, um dort mit dem Arbeiterpartei-Nachwuchs zu diskutieren. Stoltenberg musste mit den Tränen kämpfen, er würdigte den imponierenden Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften.

„Albtraum“

Das Land müsse nun zusammenstehen. Führende Politiker hätten die Nacht bei denen verbracht, die von dem Anschlag getroffen worden seien. Gestern hatte Stoltenberg bereits betont, Norwegen werde sich von solchen Anschlägen nicht einschüchtern lassen, die Antwort darauf sei nicht weniger, sondern mehr Demokratie und Solidarität. „Wir sind eine kleine, aber stolze Nation“, so Stoltenberg.

Auch am Sonnabend betonte Stoltenberg, die Feinde der Demokratie missbrauchten die Qualitäten der norwegischen Gesellschaft, eine offene und tolerante Gesellschaft. Doch Norwegen müsse diese Qualitäten erhalten, betonte der Ministerpräsident.

Hier der Live-Stream von NRK:

 

 

Im Internet schlossen sich bereits Hunderttausende Menschen zusammen, um der Opfer des Massakers zu gedenken. Hier beispielsweise die Facebook-Gruppe „Zünde ein Licht für die Toten und Verletzten nach der Tragödie in Oslo und Utöya„. Diese Gruppe hat bereits mehr als 400.000 Mitglieder.

8 thoughts on “Norwegen: 87 Tote bei Blutbad, Verdächtiger aus rechter Szene

  1. Wo gibt es online Hintergründe und Recherche zur norwegischen Nazi-Szene? Wisst ihr da was?

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