Fast 250 Terroranschläge in der EU – die meisten von Nationalisten

Im Jahr 2010 sind in Ländern der Europäischen Union insgesamt 249 Terroranschläge verübt worden. Das ist nach Angaben des Standard ein Rückgang um 21,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Jahresbericht der Polizeibehörde Europol hervorgehe. Demnach wurden die Anschläge in neun Mitgliedsstaaten begangen, sieben Menschen wurden dabei getötet. Die meisten Anschläge wurden von militanten Organisationen begangen, die eine Unabhängigkeit für ein Volk oder eine Region anstreben – lediglich drei Anschläge von islamistischen Attentätern.

Der generelle Rückgang bei Terroranschlägen sei vor allem auf eine signifikante Abnahme von Angriffen der baskischen Untergrundorganisation ETA zurückzuführen. Mit 90 beziehungsweise 84 Attentaten wurden Spanien und Frankreich den Angaben zufolge am häufigsten von Anschlägen getroffen. Dabei handelte es sich ebenfalls überwiegend um Taten von nach Unabhängigkeit strebenden Gruppen. Obwohl die Zahl der Anschläge dieser Gruppen zurückgegangen sei, stellten diese nach wie vor eine „erhebliche Bedrohung“ dar, erklärte Europol-Chef Rob Wainwright.

Europol zufolge ist das Ziel eines Terroranschlags, die Bevölkerung einzuschüchtern, einen Staat dazu zu bringen, den Forderungen der Täter nachzukommen, sowie politische, rechtsstaatliche, wirtschaftliche oder soziale Strukturen eines Landes oder einer internationalen Organisation zu schwächen. Islamistische Terroranschläge zielen darauf ab, möglichst viele Menschen umzubringen.

6 thoughts on “Fast 250 Terroranschläge in der EU – die meisten von Nationalisten

  1. Hallo,

    gibt es auch eine Quelle dazu? Ohne Quellenangabe ist dieser Beitrag leider nicht zitierfähig!

    Danke für’s Nachreichen!

    Hallo Fragender, lies doch einmal den zweiten Satz, Grüße, der Lesende.

  2. Mit Statistiken kann man jonglieren, wie einem lustig ist. Wenn man die Terroranschläge seit 2001 betrachten würde, wird deutlich, daß die meisten Todesopfer durch islamischen Terror umgekommen sind.
    Daß man reflexartig auf einen islamisch begründeten Terroranschlag schließt, ist mit den großen Anschlägen von London, Spanien, Beslan, Moskau und den versuchten Anschlägen in Deutschland nur verständlich, zumal sich auch recht schnell eine islamistische Organisation (fälschlicherweise) zu den Untaten in Oslo bekannt hat.

    Während die islamistischen Terroristen immer und ausschließlich das Ziel hatten, möglichst viele Menschen zu töten, haben Gruppierungen wie die ETA in vielen Fällen vor den Anschlägen gewarnt, da sie letztendlich nur die Politik ihrer Länder zu ihren Gunsten beeinflussen wollen(Das macht sie garantiert nicht zu Engeln!) Bei 246 Anschlägen von islamistischen Terroristen wären bestimmt nicht nur 7 Menschen gestorben.

    Der Hinweis, dass islamistische Terroranschläge auf eine möglichst große Zahl von Todesopfern abzielt ist berechtigt und wird oben auch genannt. Dennoch sollte man zumindest zur Kenntnis nehmen, dass ein sofortiger Fingerzeig auf Islamisten unangebracht ist, weil es einfach mehrere Möglichkeiten gibt.

  3. „Dennoch sollte man zumindest zur Kenntnis nehmen, dass ein sofortiger Fingerzeig auf Islamisten unangebracht ist, weil es einfach mehrere Möglichkeiten gibt.“
    Das sehe ich auch so. Die Medien sollten bei solchen Geschehnissen erst mal abwarten bis sie gesicherte Informationen haben, anstatt unseriös zu spekulieren. Durch die schnelle Veröffentlichungsmöglichkeiten im Internet wird solches Gebahren aber wohl eher zunehmen.

  4. Einspruch 1: 2010 ist zum Glück wenig Terroristisches passiert.
    2003 Massenmord an Juden in Istanbul (durch Islamisten)
    2004 Massenmord in Madrid (durch Islamisten)
    2005 Massenmord in London (druch Islamisten)

    Einspruch 2: Was soll die Begrifflichkeit hier: national/regional
    Es geht um Basken (ETA, Herri Batasuna…) und FNLC (Korsen).
    Beide Gruppen mit bis zu 200 Anschlägen sind klar als LINKE /Marxisten-Leninisten zu bezeichnen.

    Anmerkung: Oben ist von der EU die Rede, die Türkei gehört nicht zur EU. Zudem gibt es linke und rechte Nationalisten. Noch einmal: Es geht nicht darum, die Gefahr durch Islamisten zu verharmlosen, es geht darum, realistische Einschätzungen vorzunehmen und andere Bedrohungen einfach zu ignorieren.

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