Rechtsextreme Jobbik siegt bei Bürgermeisterwahl

Das Wappen von Göngyöspata
Das Wappen von Göngyöspata

Der Kandidat der rechtsradikalen Jobbik-Partei, Oszkar Juhasz, hat am Sonntag in der ungarischen Ortschaft Göngyöspata die Bürgermeisterwahl gewonnen. Juhasz gewann laut TT.com mit 33,8 Prozent der Stimmen. Damit schlug er bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent die angetretene stellvertretende Bürgermeisterin, Marika Matalik, sowie Tamas Eszes, den Leiter der rechtsradikalen Organisation „Schutzmacht“.

Nach dem Wahlsieg des Jobbik-Kandidaten äußerten die oppositionellen Sozialisten (MSZP) dem Bericht zufolge ihre Hoffnung, dass dieses Wahlergebnis der konservativen Regierungspartei Fidesz-MPSZ endlich „die Augen öffnet“ und die Partei einsehe, dass die Rechtsextremen nicht einmal „still und heimlich“ unterstützt werden dürften.

In der Gemeinde mit 2600 Einwohnern hatte die paramilitärische „Szebb Jövöert“ erklärt, sie wollte gegen „Zigeunerkriminalität“ auftreten. Für weitere Ängste im Ort sorgte das Auftreten der rechtsextremen Organisation „Schutzmacht“. Sie hatte nach dem Rücktritt des Bürgermeisters im April ein Ausbildungslager in Gyöngyöspata organisiert, in dem militärische Grundkenntnisse vermittelt werden sollten. Die Polizei verhinderte diese Aktion, wobei es auch zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Organisation und Roma kamen.

Sogar Amnesty International hatte bereits vor der Gefahr für die Roma gewarnt.

Aus dem mittelungarischen Ort hatte der Roma-Vertreter Jano s Farkas im Vorfeld der Wahlen erklärt, Angehörige der Minderheit müssten ihren Heimatort verlassen, wenn Jobbik-Kandidat Juhasz die Bürgermeisterwahl gewinnt.

Siehe auch: Ungarn: Neonazi hackt Freundin Hakenkreuz auf den Rücken, Europäische Rechtsextreme tagen in Japan, Rechtsruck in Ungarn: Hintergründe zu Jobbik, Ungarische Paras und deutsche Neonazis

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