NPD-Mann gesteht Hehlerei und Waffenbesitz

Sven Krüger, bis Mai noch NPD-Abgeordneter im Kreistag von Nordwestmecklenburg, hat laut NDR.de vor dem Schweriner Landgericht ein Geständnis abgelegt. Der 36-jährige Abrissunternehmer aus Jamel (Kreis Nordwestmecklenburg) gab den Angaben zufolge zu, dass er wusste, dass die hochwertigen Werkzeuge und Baumaschinen, die er teils selbst nutzte, teils weiterverkaufte, aus Straftaten stammten. Er habe zum Teil schon Schadenswiedergutmachung geleistet und Zahlungen an Geschädigte überwiesen. Krüger räumte laut NDR auch den Besitz von Waffen ein.

Krügers Firmenlogo (Quelle: Lobbi MV)
Krügers Firmenlogo (Quelle: Lobbi MV)

Im Januar hatten Spezialeinsatzkräfte der Landespolizei Krüger in Jamel festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung hatten Beamte eine funktionstüchtige Maschinenpistole mit 200 Patronen sichergestellt. Außerdem schlossen die Beamten das von Krüger aufgebaute Thing-Haus in Grevesmühlen, das die NPD seit April 2010 als Bürgerbüro nutzt. Krüger ist mehrfach vorbestraft – unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Die Ermittlungen gegen den Rechtsextremisten laufen laut NDR bereits seit längerem. Drei weitere Mitglieder der Hehlerbande waren bereits festgenommen worden.

Dem mehrfach vorbestraften Neonazi droht nun eine mehrjährige Haftstrafe. Kurz nach der Anklageerhebung im Mai gab der Rechtsextremist sein Mandat für den Kreistag Nordwestmecklenburg zurück. Seit 2009 hatte er für die NPD dem Kommunalparlament angehört.

Siehe auch: NPD in MVP: Zwischen gewerbsmäßiger Hehlerei und Kinderfesten