„Raffendes“ Kapital: NPDler Franz und die FDP-Monopoly-Affäre

Frank Franz bei einem Neonazi-Aufmarsch (Foto: Marek Peters)
Frank Franz bei einem Neonazi-Aufmarsch (Foto: Marek Peters)

Politiker aus dem Saarland sorgen eigentlich nur dann für bundesweite Schlagzeilen, wenn sie Oskar heißen oder Verhandlungen mit der SPD offenbar mutwillig gegen die Wand fahren, um dann mit der CDU zu koalieren. Nun weht über der Saar die Jamaika-Flagge – doch einige FDPler wollen sich wohl auch andere strategische Bündnisse offenhalten. Neu ist die ganze Geschichte eigentlich nicht, führte nun aber doch noch zu personellen Konsequenzen.

Was war geschehen? Der NPD-Chef in dem kleinen Bundesland, Frank Franz, gilt als ambitioniert und intellektuell unterfordert in seiner Partei. Kein Wunder, dass er Kontakte zu Leuten außerhalb der NPD  pflegt – wie beispielsweise zur FDP. Im Herbst 2010 begann Franz mit Stefan Krämer (FDP Saar) eine Monopoly-Runde, die dem „Liberalen“ nun zum Verhängnis wurde – er trat laut taz nun vom Vorsitz der beiden Landesarbeitsgemeinschaften Arbeit und Finanzen der FDP Saar zurück. Zudem wurden Vorwürfe bekannt, wonach Krämer und Parteikollegen die FDP rechts ausrichten wollten, dies dementierte Krämer allerdings vehement.

So weit, so uninteressant. Aus Sicht von NPD-Beobachtern stellt sich allerdings die Frage, welche Konsequenzen Franz zu erwarten hat. Was hat der Anwalt des kleinen deutschen Mannes mit der Speerspitze der neoliberal gestalteten Turbo-Globalisierung am Hut? Wollte er ihm beim Monopoly-Spiel die Vorzüge der Volksgemeinschaft aufzeigen?

Franz wird vom NS-Flügel der NPD ohenhin seit Längerem vorgeworfen, er wolle die NPD „verbürgerlichen“, die paranoiden Antisemiten sehen bereits die „Israel-Connection“ am Werk. Auch Leute wie Andreas Molau mussten vor dem ultimativen NS-Stumpfsinn kapitulieren. Franz` Monopoly-Runden mit dem FDPler befeuern nun die Kritik der Ultra-Reaktionären.

Einige Beobachter fragen sich ohnehin, warum Franz überhaupt noch in der NPD aktiv ist, möglicherweise fehlt nur eine halbwegs passende Alternative, also eine Art „Pro“-Partei mit Erfolg. Nach dem Aus für Krämer dürfte die FDP Saar für Franz erst einmal keine neue Heimat bieten können. Franz darf sich also weiterhin mit so spannenden Fragen beschäftigen, ob die NPD eher unter schwarz-rot-goldenen oder schwarz-weiß-roten Farben in die Schlacht um ein völkisches Deutschland ziehen sollte. Der Schuh scheint zu passen.

Siehe auch: Interne Strategiediskussion: “NPD tief verunsichert”, Nach NPD-Pleiten: Angst vor der “Israel-Connection”