NPD-Multifunktionär Apfel: Duftnoten aus dem Chefsessel

Die NPD hat in ihrer Hochburg Sachsen den bisherigen Landeschef Holger Apfel in seinem Amt bestätigt. Nach Angaben der rechtsextremen Partei stimmten mehr als 87 Prozent der etwa 65 Delegierten für den 40-Jährigen. Die NPD berichtet auf ihrer Seite in gewohnter Jubelmanier über ihre vermeintlichen Großtaten, so heißt es, allein die NPD in Sachsen habe durch die Fusion mit der DVU, die faktisch gar nicht stattgefunden hat, 43 Mitglieder begrüßen dürfen. Wahnsinn.

Auch die Pleite der NPD in Sachsen-Anhalt, wo Apfel – der auch Fraktionschef im sächsischen Landtag ist – als Wahlkampfleiter tätig war, verkaufte die NPD als Erfolg – zumindest des sächsischen Landesverbandes: “ Daß es mit 4,6 Prozent nicht für den Landtagseinzug reichte, habe an mehreren Faktoren gelegen, aber ganz bestimmt nicht am fehlenden Einsatz der wahlkampferprobten Sachsen.“ Vielleicht lag es daran, dass auch von Apfel auf den falschen Spitzenkandidaten – Stichwort Junker Jörg – gesetzt wurde?

Holger Apfel, Fraktionschef der NPD in Sachsen

„Programmatische Duftnoten“ setzte Apfel laut NPD mit „seinem leidenschaftlichen Bekenntnis zu einem volksnahen und gegenwartsbezogenen Nationalismus, der an die Sorgen, Ängste und Hoffnungen der Deutschen andockt“. Das Gebot der Stunde sei eine „seriöse Radikalität“, mit der die NPD auch in wenigen Wochen wieder in den Schweriner Landtag einziehen wolle. Schaut man sich die Kandidaten und deren Vita in Mecklenburg-Vorpommern einmal genauer an, erkennt man unschwer, dass die NPD eine recht eigenwillige Definition des Begriffs seriös hat. Laut NPD unterstützen Kader aus Sachsen den „Schwerpunktwahlkampf“ in „Mecklenburg und Pommern“.

Zu den stellvertretenden Landesvorsitzenden der sächsischen Nationaldemokraten wurden Mario Löffler (Kreisverband Erzgebirge), Helmut Herrmann (KV Leipzig) und Maik Scheffler (KV Nordsachsen) gewählt. Der bisherige stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Johannes Müller verzichtete aus persönlichen Gründen für diese Wahlperiode des Landesvorstandes auf eine Kandidatur und kündigte zugleich an, daß er in zwei Jahren wieder für das Amt zur Verfügung stehen wird. Ins Amt des Landesschatzmeisters wurde erneut Alexander Delle gewählt (KV Meißen).

Auf die zehn Beisitzer-Posten bewarben sich laut NPD 14 Kandidaten. Gewählt wurden demnach: Jens Baur (KV Dresden), Jürgen Gansel (KV Meißen), Thomas Sattelberg (KV Sächsische Schweiz/Osterzgebirge), Katrin Köhler (KV Chemnitz), Frank Lüdke (KV Bautzen), Holger Szymanski (KV Dresden), Andreas Storr (KV Niederschlesien/Oberlausitz), Beatrix Wolf (KV Vogtland), Hartmut Gliemann (KV Sächsische Schweiz/Osterzgebirge) und Arne Schimmer (KV Dresden).

Apfel gilt seit Jahren als ein möglicher Nachfolger von NPD-Chef Udo Voigt, der sich aber immer wieder vor einer Abwahl retten konnte. NPD-BLOG.INFO veröffentlichte im Februar 2009 ein Porträt über Holger Apfel, welches hier nachgelesen werden kann.

Siehe auch: NPD-Fraktionschef Apfel nun auch Landesvorsitzender in Sachsen

3 thoughts on “NPD-Multifunktionär Apfel: Duftnoten aus dem Chefsessel

  1. Ja, Schwerpunktwahlkampf. Pastörs gibt schon mal die Richtung vor:

    „Dennoch muß man sagen, ist ein Ergebnis Nahe bei 5 % ein großer Erfolg für die NPD insgesamt.“ (über Sachsen-Anhalt)

    Bemerkenswert für eine Partei, die für sich in Anspruch nimmt:
    „Wir sagen, was Sie denken!“

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