Anschlag auf Nazi-Kneipe: Rechtsextreme am 8. Juni vor Gericht

Neonazis marschieren durch Berlin - gegen "linke Gewalt" und für den "nationalen Angriff"

Die Neonazi-Szene hatte nach einem Brandanschlag auf das in der rechtsextremen Szene beliebte Lokal „Zum Henker“ laut aufgeschrien. Angeblich hatten Antifas das Lokal angegriffen. Obwohl Beobachter sofort an dieser Version zweifelten, mobilisierten die Neonazis sogar zu einem Aufmarsch „Gegen linke Gewalt“ – dort riefen sie zu mehr rechter Gewalt auf und drohten offen gegen politische Gegner. Zum Zeitpunkt der Demonstration war bereits deutlich geworden, dass es sich bei der Tat nicht um einen linken Angriff gehandelt hatte, sondern um eine Racheaktion. Am 24. Mai 2011 sollten sich zwei Verdächtige im Alter von 31 und 49 Jahren vor Gericht verantworten. Im Prozess vor dem Berliner Landgericht wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten versuchten Mord vor. Der 49-Jährige solle aus Rache zwei Brandsätze in Richtung der Kneipe geschleudert haben. Der Mitbeschuldigte soll wenige Tage vor dem Anschlag vom 4. Oktober 2009 aus der Neonazikneipe verwiesen und auch angegriffen worden sein. Der 49-Jährige soll selber dem rechten Spektrum angehören.

Allerdings platzte der Prozess nach Angaben der taz, da die Verteidigung die Auslosung der Schöffen gerügt hatte. Das Gericht akzeptierte die Rüge und wird ab dem 8. Juni in neuer Besetzung verhandeln.

Siehe auch: Anschlag auf Szene-Kneipe: Nazis schwören Rache, Berlin: Nazis fordern mehr rechte Gewalt, Anschlag auf Nazi-Kneipe: Täter handelten offenbar aus Rache