Ausländerbehörde: „Ich mache dich alle, du russisches Schwein!“

Wegen angeblich aggressiver Vernehmungsmethoden hat die Ausländerbehörde des Landes Niedersachsen interne Ermittlungen gegen mehrere Beamte und Angestellte in ihrer Außenstelle in Lüneburg eingeleitet. Dem Hauptbeschuldigten wird in einer Strafanzeige vorgeworfen, Anfang April zwei Flüchtlinge aus Dagestan bedroht, beleidigt und genötigt zu haben. Norbert Heine, Leiter der Landesaufnahmebehörde, bestätigte die Ermittlungen gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: Die Vorwürfe seien „schwerwiegend, weitgehend und sehr detailliert. Ich habe in Abstimmung mit dem Innenministerium Ermittlungen aufgenommen.“ Ein Ministeriumssprecher bestätigte die Aufnahme der Ermittlungen.

Eine Zeugin, die als Beistand an der Vernehmung des Ehepaars I. aus dem Kreis Gifhorn teilgenommen hat, schildert das Verhalten des Beamten gegenüber der HAZ als „sehr einschüchternd“. Unter anderem sollen gegenüber dem Ehemann Sätze gefallen sein wie: „Ich mache dich alle, du russisches Schwein.“ Nach Angaben der 24-jährigen Zeugin soll der Beamte dem Flüchtling gedroht haben: „Ich stecke euch alle ins Gefängnis ihr Idioten, ich mache euch alle platt, hörst Du das?“ Der Mann gibt außerdem an, in der Befragung als „Asylbetrüger“ beschimpft worden zu sein. Die Beschuldigten sind von der Behördenleitung zu Stellungnahmen aufgefordert worden. Soweit sie sich geäußert haben, bestreiten sie die Anschuldigungen.