Stadtverordneter Guse verlässt die NPD

Der Potsdamer NPD-Stadtverordnete Marcel Guse ist laut Inforiot aus der Partei ausgetreten. Dies teilte die Neonazipartei am 11. Mai 2011 mit. Der Austritt sei „wegen unüberbrückbarer politischen Differenzen“ erfolgt. Guse sei mit diesem Schritt einem Ausschluss zuvorgekommen, hieß es.

Wie bereits im März von Inforiot aufgezeigt, war der gelernte Koch im Brandenburger NPD-Landesverband schon seit einiger Zeit wegen seiner Strategie, immer enger mit den Kameradschaften zu kooperieren, parteiintern in die Kritik geraten. Guse, Jahrgang 1980, war Motor der in Potsdam zuvor brachliegenden NPD und organisierte mehrmals halbkonspirativ organisierte Vortragsabende.

Der blick nach rechts berichtete im Februar 2011, im Rahmen seiner neuen Posten und Aufgaben habe Guse zunächst einen regen Aktionismus an den Tag gelegt. Seine vermeintlich bürgerliche Rolle als NPD-Kader und -Mandatsträger, spielte er, wie es das Drehbuch seiner Partei vorgibt: Regelmäßige Anwesenheit bei den Sitzungen der SVV-Potsdam und anschließende Berichterstattung und „Öffentlichkeitsarbeit“. Zuletzt solle sein Engagement als Stadtverordnetenvertreter allerdings stark nachgelassen haben. So nähme Guse sein Mandat faktisch kaum noch wahr. Und wenn, sei sein Auftreten geprägt durch Desinteresse und gelegentliche, gezielte Provokationen mittels rassistischer und antisemitischer Zwischenrufe. Und weiter berichtete der bnr:

Öffentlich tritt der Stadtverordnete Guse als Redner sowie auch als Ordner auf Demonstrationen in Erscheinung. In seiner Ordnerrolle fällt er vor allem durch martialisches Auftreten auf. Er pflegt in diesem Zusammenhang enge und gute Kontakte zur gewaltbereiten Kameradschaftsszene in Potsdam. Darüber hinaus inszeniert er sich selbst gern als „Mann der Tat“. Am 1. Mai 2010 in Berlin etwa, war er in betont militantem Outfit in den ersten Reihen zu beobachten, wo er den Kontakt zu Gegendemonstranten zu suchen schien und in Auseinandersetzungen mit Journalisten und Polizisten verwickelt war, die scheinbar weniger der Demonstrationsabsicherung dienten.

Guse war vor seinem NPD-Beitritt in der DVU organisiert. Anstelle des im Mai 2009 tödlich verunglückten DVU-Stadtverordneten Günther Schwemmer war er in das Potsdamer Stadtparlament eingezogen. Nach dem Brandenburger Wahldebakel der DVU im September 2009 war er zur NPD übergetreten.

Im August 2010 hatte Guse für Aufsehen gesorgt, da er auf den Seiten des NPD-Kreisverbandes Texte von Adolf Hitler zitiert hatte.

Siehe auch: Hitler spricht beim NPD Kreisverband

2 thoughts on “Stadtverordneter Guse verlässt die NPD

  1. Passt doch wunderbar in die bereits erwähnt Pannenserie zum Niedergang dieser rechten Chaostruppe! Da denkt man immer Dümmer gehts nicht mehr, doch da kommt von irgendwo ein NPDler her…. 😉

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