Nach Anklage: NPDler legt Mandat nieder

Nachdem die Staatsanwaltschaft Schwerin Anklage gegen den Unternehmer und Kreistagsabgeordneten Sven Krüger aus Jamel erhoben hat, hat das NPD-Mitglied einem Bericht der Ostseezeitung nun sein Mandat im Kreistag niedergelegt. Der Neonazi habe „schriftlich mitgeteilt, dass er sein Mandat nicht mehr wahrnehmen wird“, sagte demnach Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises. „Wir müssen jetzt prüfen, wer als Nachrücker in Frage kommt. Die Lage ist etwas kompliziert“, so Rappen weiter. Seit 2009 ist die NPD im Kreistag Nordwestmecklenburgs vertreten. Damals saß Krüger zusammen mit David Böttcher im Parlament, Böttcher legte laut OZ nach kurzer Zeit sein Mandat nieder, für ihn sei Tino Streif nachgerückt.

Krügers Firmenlogo (Quelle: Lobbi MV)
Krügers Firmenlogo (Quelle: Lobbi MV)

Die Schweriner Staatsanwaltschaft hatte am 5. Mai 2011 Anklage gegen den rechtsextremen Bauunternehmer erhoben. In dessen Haus waren unter anderem Waffen und Munition gefunden worden. Der 36-Jährige ist bereits mehrfach vorbestraft.

Rückzug vom Rückzug

„Demokraten stürmen Jamel“, so polterte es nach der Razzia in Jamel auf einer Neonazi-Seite, welche von NPD-Funktionär David Petereit verantwortet wird. Die Neonazis waren offenbar schwer betroffen, so hieß es bei MUPINFO, “selbst repressionserfahrene Augenzeugen zeigten sich schockiert und sprachen von einer bislang noch nie da gewesenen Qualität der durchgeführten Maßnahmen”. Zu den Vorwürfen gegen K. (Hehlerei, Besitz einer Maschinenpistole sowie Munition) war bei MUPINFO hingegen nichts zu lesen, auch nicht zu den dessen Vorstrafen. Stattdessen monierte man das rüde auftreten der Einsatzkräfte, welche vor Kindern mit Maschinengewehren gefuchtelt hätten. Dass Kinder allerdings mit einer MP zu Hause aufwachsen, scheint aus Sicht der NPD in Ordnung zu gehen. MUPINFO haute indes auf die Kriegstrommel: “Die heutigen Ereignisse könnten durchaus als offene Kriegserklärung des Innenministeriums gegen die nationale Bewegung in Nordwestmecklenburg verstanden werden.” Es gebe kein Zurück mehr, der politische Kampf werde “mit unvermittelter Härte weiter geführt”.

Offenbar muss man aber nun doch etwas zurückrudern, denn der Prozess gegen K. könnte genau in die heiße Phase des Wahlkampfs fallen…

Siehe auch: MP-Fund bei NPDler: Neonazis wittern “Kriegserklärung”, NPD-Kandidaten: Angetrunkener Verkehrsexperte und rechtsextremer Grüßaugust aussortiert, Hehlerei: Vorbestrafter NPD-Funktionär im Visier der Ermittler

2 thoughts on “Nach Anklage: NPDler legt Mandat nieder

  1. “selbst repressionserfahrene Augenzeugen zeigten sich schockiert und sprachen von einer bislang noch nie da gewesenen Qualität der durchgeführten Maßnahmen”

    Weiter so!

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