Erneut SS-Gedenken in Bad Reichenhall

Neonazis haben am 08. Mai 2011 im Bad Reichenhaller Ortsteil Karlstein erneut ein SS-Gedenken zur Glorifizierung der SS-Einheit Charlemagne abgehalten. Das RABATZ-bündnis kritisierte, dass auch dieses Jahr den vermutlich 80 Teilnehmern kein zivilgesellschaftliche Widerstand entgegengesetzt wurde und ruft daher für den 21.Mai zu einer antifaschistischen Demonstration in Bad Reichenhall auf.

Archivbilder der SS-Gedenkfeier 2010
Archivbilder der SS-Gedenkfeier 2010

Die Charlemagne war eine Einheit der Waffen-SS, die überwiegend aus kollaborierenden französischen Freiwilligen bestand. Seit Jahrzehnten können ihr Alt- und Neonazis ungestört in Bad Reichenhall gedenken. Jahrelang beteiligten sich paramilitärisch auftretende, faschistische Gruppen aus dem In- und Ausland an der „Naziverehrung“. An der von dem NPD Kreisverband Traunstein- Berchtesgadner Land organisierten Nazifeier nahmen in diesem Jahr nach Polizeiangaben ca. 80 Alt- und Neonazis teil. Angereist war beispielsweise auch ein verurteilter Rechtsterrorist, der an den Anschlagsplänen Münchner Neonazis auf das Jüdische Gemeindezentrum involviert war.

Ein Großaufgebot der Polizei sicherte die Nazigedenkfeier und lies keine Bebobachter zu. „Es ist bezeichnet für das reaktionäre Klima in und um Bad Reichenhall, dass sich gegen eine derartige Naziveranstaltung kein Protest regt. Auch das Verhalten der Polizei die Dokumentation von Beobachtern zu unterbinden, ist mehr als unangemessen“, so Anna Jade vom antifaschistischen RABATZ-Bündnis.

Das SS-Gedenken dürfte ein jährlicher Höhepunkt der lokalen Naziszene sein. Dieser war es erst vor drei Wochen geglückt einen „nationalen Liederabend“ in der Region abzuhalten. Die Neonazis brachten des weiteren in der Höhe des Grenzübergangs Walserberg, bei Bad Reichenhall, ein 8 Metern langes Transparent an, das lange Zeit nicht entfernt wurde.

Anna Jade, Pressesprecherin des Bündnisses betont deshalb, dass die antifaschistische Demonstration am 21. Mai in Bad Reichenhall sich nicht nur gegen rechte Traditionspflege und den millitaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand richte. Explizit sollen auch die aktuellen neonazistischen Aktivitäten im Raum Bad Reichenhall thematisiert werden. „Wegschauen und Verschweigen hilft nicht weiter, Neonazis und rechtes Gedankengut müssen aktiv bekämpft werden“ so Jade. Die Auftaktkundgebung zur Demonstration am 21. Mai startet um 14:00 Uhr am Bahnhof Kirchberg. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.badreichenhall.org

Siehe auch:

9 thoughts on “Erneut SS-Gedenken in Bad Reichenhall

  1. Wahrscheinlich wollten Polizeieinsatzleitung, Versammlungsbehörde und SS-Freaks am 8. Mai einfach mal „unter sich“ sein..!? *lol*

    Nun ja … Bad Reichenhall … tausendjährige Geschichte, quasi eine „Never Ending Story“. 😉

  2. haGalil berichtet dazu noch etwas ausführlicher.

    Es wäre angenehm, wenn Links zu Nazi-Seiten vorher als solche kenntlich gemacht würden in den Kommentaren. Nicht jede_r servt da gerne drauf.

  3. Ihr Artikel ist inhaltlich nicht korrekt. Es wurde eben keine Veranstaltung zur „Glorifizierung der SS-Einheit Charlemagne“ abgehalten.
    Wir haben in Bad Reichenhall 12 Soldaten dieser Einheit gedacht, die am 8. Mai 1945 ohne Kriegsgerichtsurteil aber noch wenige Stunden vor Inkrafttreten des Waffenstillstandes auf Befehl eines französischen Generals durch französische Landsleute erschossen wurden, obwohl sie sich kampflos ergeben hatten. So etwas ist als Kriegsverbrechen zu werten.
    Zugleich wehrten wir uns gegen die im Jahre 2007 durch Stadt Reichenhall in fremdenfeindlicher Weise durchgeführte Beseitigung des Denkmals für die erschossenen Franzosen.
    Im Übrigen habe ich vor Ort etwa 100 Teilnehmer gezählt, etwa genau so viele Polizeikräfte mögen vor Ort und in der gesamten Umgebung im Einsatz gewesen sein.
    Angesichts dieser Zahl von einem Großaufgebot zu reden, ist absonderlich, sonst müßte es ja ebenso heißen, daß wir mit einem Großaufgebot dort gestanden hätten.
    Potentielle Gegendemonstraten kamen etwa eine Handvoll, zumindest waren weder an der Zufahrt zur Versammlung noch in der näheren Umgebung mehr davon zu sehen.
    Ansonsten kann ich dem erwähnten „reaktionären Klima“ nur zustimmen, denn wenn dieses dort nicht vorherrschen würde, wären nicht etwa 100 Personen sondern vielleicht 300 Menschen zu unserer Gedenkveranstaltung gekommen.
    Man stelle sich aber einmal vor, was dort für ein jährlicher Auflauf wäre, wenn es sich bei den Erschossenen nicht um Franzosen, sondern um Juden gehandelt hätte und wenn als Täter nicht Franzosen, sondern Deutsche in Frage kommen würden und was geschehen wäre, wenn dann so ein Denkmal entfernt würde.

  4. @ Bräuniger

    Ganz in Tradition Ihrer doppelzüngigen „Bewegung“ trieft Ihr Kommentar mal wieder vor Verlogenheit und pathetischer Phrasendrescherei.

    Der erbärmliche Versuch der radikalen Reaktion, sich selbst als revolutionär und ihre Gegner als raktionär umzulackieren, wird nicht weniger peinlich je öfter man sich dessen bedient.
    Ebensowenig originell ist ihr lächerliches Bemühen, SS-Verbrecher mit zivilen Opfern in einen Sack zu stecken, indem sie im zu bterachtenden Fall einfach völlig wertfrei von „Franzosen“ sprechen und dann so tun, als könne man diesen Begriff genauso gut durch „Juden“ ersetzen, ohne die Aussage zu verändern.
    Gleiches gilt für Ihre Wertung des Hintergrundes für Beseitigung des Denkmals für SS-Verbrecher als „fremdenfeinlicher“ Akt. Realitätsferner und verlogener gehts nicht mehr.

    Mit derart verzerrter und durschaubar dummdreister „Argumentation“ können SIe im besten Fall auf dem Schulhof einer Schweinchen-Dick-Bildungsanstalt beeindrucken, nicht aber im Umfeld denkender Menschen. Insofern frage ich mich immer wieder, wie Leute wie Sie darauf kommen, ihre Hirnkotze auf Seiten wie dieser zu erbrechen und somit die Intelligenz der hiesigen Besucher zu beleidigen.

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