NPD vertagt „Sozialkongress“ am 1. Mai in Bremen

Der für den 1. Mai groß angekündigte „Sozialkongress“ der rechtsextremen NPD in Bremen findet nicht statt. Er wurde um einen Tag vorverlegt – auf Sonnabend den 30. April. Das belegen parteiinterne Mails, die NDR Info vorliegen. Die NPD begründet die Verschiebung damit, dass die Versammlungsbehörde die Demonstrationsroute „in weit abgelegene Gebiete abschieben“ wolle, heißt es in der Mail. Bei den Behörden in Bremen ist der Vorgang nach Informationen von NDR Info bereits bekannt.

Von Stefan Schölermann NDR Info

Der Wahlkampfleiter der NPD in Bremen, Patrick Wieschke, hat die Verschiebung auf Nachfrage betätigt. Experten bewerten die Verschiebung nicht als raffiniertes taktisches Manöver, sondern als ein Eingeständnis der Schwäche. Die NPD hatte die erwateten Teilnehmerzahlen für den „Sozialkongress“ am 1. Mai in den vergangenen Wochen mehrfach herabgesetzt. Zuletzt war mit knapp 250 Teilnehmern gerechnet worden.

Auch der "Sozialkongress" der NPD entwickelt sich zur Luftnummer.
Auch der "Sozialkongress" der NPD entwickelt sich zur Luftnummer.

Der Grund: Für den 1. Mai sind in Greifswald, Halle und Heidelberg ebenfalls rechtsextreme Aufmärsche angemeldet worden. In der Szene ist für diese Veranstaltungen eine deutlich intensivere Mobilisierung wahrnehmbar.

Bereits vor Wochen hatte Andreas H., ein seit Jahren aktiver Rechtsextremist aus Bremen, am Rande einer braunen Demonstration in Lübeck erklärt, dass er den Aufmarschort Bremen am 1. Mai meiden werden: „Warum soll ich da hingehen, wo die Behörden es uns schwermachen?“ Vor diesem Hintergrund haben die NPD-Verantwortlichen in Bremen offenbar die „Notbremse“ gezogen. Entsprechende Anmeldungen für den 30. April liegen bereits vor.

Die NPD ist erkennbar selbst nicht sicher, dass auch die verschobene Demonstration planmäßig stattfinden kann. „Änderungen sind auch hier möglich“, heißt es in der parteiinternen Mail. In der Szene wird die Verschiebung bereits bespöttelt: Nun werde aus dem zu erwartenden Mai-Flop ein verspäteter Aprilscherz.

Siehe auch: Die Nazis und der 1. Mai: Homogenität statt Egalität

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