NPD-Kandidat Püschel bleibt Bürgermeister

Dieser Mann bleibt Bürgermeister in Krauschwitz: NPD-Kandidat Hans Püschel (Foto: Mikael Zellmann)
Dieser Mann bleibt Bürgermeister in Krauschwitz: NPD-Kandidat Hans Püschel (Foto: Mikael Zellmann)

Der NPD-Kandidat Hans Püschel, Bürgermeister von Krauschwitz in Sachsen-Anhalt, kann im Amt bleiben. In der Gemeinde im Burgenlandkreis findet sich nach Angaben der Mitteldeutschen Zeitung keine Mehrheit (!) gegen den rechtsextremen Politiker. Drei Wochen lang habe Daniel Frommann, für die SPD im Ortschaftsrat von Krauschwitz, versucht, eine Mehrheit für die Abwahl des Ortsbürgermeisters Püschel zu organisieren – vergeblich, schreibt die MZ. Dabei sei sich das Gremium zunächst einig gewesen, Püschel abzuwählen, so Frommann.

Doch damit das Gremium darüber überhaupt beraten könne, brauche es einen Antrag, den mindestens zwei Drittel der Ortschaftsratsmitglieder unterzeichnen müssten – also sieben von zehn, heißt es weiter. Frommann ließ laut MZ eine Liste rumgehen, nach drei Wochen standen jedoch nur sechs Namen darauf. Offenbar, vermutet der SPD-Mann, sei bei denen, die nicht unterschrieben hätten – Mitglieder von CDU und Freier Wählergemeinschaft Teucherner Land – die Angst zu groß, mit ihrem Namen dafür geradezustehen, den ungeliebten Bürgermeister loszuwerden. Warum auch immer, das geht aus dem Bericht nicht hervor.

„Wie lange will Krauschwitz denn noch mit einem NPD-Mann an der Spitze leben?“, fragt Frommann. Vier Mitglieder des Ortschaftsrates legten laut MZ mittlerweile ihr Mandat nieder, weil sie mit dem NPD-Überläufer Püschel nicht mehr zusammenarbeiten wollen. Eine Abwahl konnten sie aber nicht erreichen. Die MZ kommentiert treffend: Gerade von Menschen, die ein öffentliches Amt bekleiden, hätte man sich mehr Zivilcourage gewünscht. Wobei „mehr“ Zivilcourage schon übertrieben ist, überhaupt ein bisschen Courage hätte hier schon gereicht. Aber wie heißt es so schön: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient, dies gilt offenbar auch für Gemeinden.

Siehe auch: NPD in Hohenmölsen: (Volks-)Genosse gegen Karnevalist, Bürgermeister Püschel: Genosse wird Volksgenosse

17 thoughts on “NPD-Kandidat Püschel bleibt Bürgermeister

  1. @13 (frank):

    so wie sie ihn formuliert haben, kann ich ihren einwand nicht nachvollziehen.

    sind sie nun für oder gegen demokratische mehrheitsfindung? welche sachlichen gründe braucht denn der vorgang, um von ihnen als demokratisch anerkannt zu werden?

    demokratie bedeutet nicht „die umgehungsstraße wird gebaut, es gibt keine sachliche alternative“, sondern „wir entscheiden gemeinsam und nach verfasstem ablauf, ob die umgehungsstraße gebaut wird“. natürlich werden sachliche gründe ausgetauscht und erörtert. demokratie entsteht aber nicht in dem moment, in dem ich der meinung bin, recht zu haben. sondern dann, wenn wir uns mit demokratischen mitteln (information, diskurs, abstimmung) entschließen, übereinstimmung herzustellen und entscheidungen gemeinsam zu tragen.

    dass sie es subjektiv blöd fänden, dass der mann nur knapp an einer demokratischen abwahl vorbeigekommen ist, könnte ich ja nachvollziehen.

    aber für ihre behauptung, ein demokratischer vorgang sei objektiv undemokratisch, finde ich in ihren wortmeldungen kein argument. wie sie damit ihre (oder püschels?) position stützen wollen, und warum sie uns ihre sachlichen gründe vorenthalten, bleibt schleierhaft.

    am ende haben sie womöglich gar keine?

    .~.

  2. Auch ich komme von der linken Seite,kenne natürlich auch viele von dort,aber Antisemiten sind zumindest in meinen Kreis keine dabei.
    Wir sind gegen Antisemitismus(Gegen jüdisch Gläubige)Juden sind bei uns willkommen im Gegensatz zur rechten Seite,wir sind weiterhin NICHT ausländerfeindlich,homophob oder frauenfeindlich eingestellt.
    Das sind Menschen!
    Frank da musst du etwas durcheinander gebracht haben,die religiöse Zugehörigkeit einer Person ist deren Privat-Sache und respektieren die Religion!
    Püschel ist und bleibt eine untaugliche Person eines Amtes und kann ganz demokratisch selbstverständlich auch abgewählt werden.
    Auch wenn in diesen Dorf einige Sympatianten der NPD das nicht passt,ich fürchte Frank damit wirst du wohl leben müssen das nicht alle mit diesen „Komiker“ Püschel was zu tun haben wollen und seine ausländerfeindlichen Aussagen schießt er sich selber ab.

  3. @Frank

    Ein objektiv sachlicher Grund zur Absetzung dieses senilen Püschel wäre allein seine de facto-Erklärung des Dorfes Krauschwitz (oder so ähnlich) zur „national befreiten Zone“ … denn nichts anderes beinhalteten seine wirren „Ausführungen“ vor den Medien und in Beisein solcher SS-Freaks wie Apfel. – Da bleibt für ausländische Gäste „nicht-weisser Abstammung“ nur zu hoffen, dass sie sich nicht zu diesen Ostzonen-Redneck`s verirren um gleich gelyncht zu werden, falls sie die Kellnerin im Dorfhotel anlächeln.

    Wenn du offenbar das gleiche Demokratieverständnis wie die von dir so verteidigten „Eingeborenen“ jenes Kaff`s hast, dann wird natürlich der Müll den du hier schreibst` durchaus „verständlich“…

  4. Frank,
    der sachliche Grund ist die Zugehörigkeit zu einer anderen Partei und damit eine fundamentale Wendung aller politischen Positionen. Püschel wurde aus bestimmten politischen Gründen gewählt, die seit dem Eintreten für die NPD inzwischen alle negiert werden. Eine Abwahl wäre damit aus Ehrlichkeit vor dem Wähler nicht nur eine Option, sondern sogar geboten. Püschel ist einst vor einem ganz andren Hintergrund zur Wahl angetreten als er ihn heute besitzt.

  5. Ach Franky,

    klar, bei den linken gibt’s so viele Antisemiten, weil nicht alle linken bedingungslos pro-israelisch sind. Das Lied kenne ich zur Genüge, es wird langsam langweilig. Gerade, wenn Leute wie du – die ich nun eher im rechtspopulistischen Bereich alá Pro NRW sehe – die bösen Linken als Demokratiefeinde und Antisemiten bezeichnen, während sie gleichzeitig den Islam aus Deutschland vertreiben wollen 😉

    Dass CDU und Freie Wähler nicht bereit sind, die Absetzung von jemanden zu unterstützen, der ein klarer Verfassungsfeind ist, ist und bleibt traurig. Dass die SPD diesen Verfassungsfeind aber überhaupt erstmal in dieses Amt gewählt hat und nichts von seiner Einstellung bemerkt haben will – nunja, das spricht auch nicht für sie.

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