MVRegio und die 20-Prozent-Partei NPD

Das allseits beliebte „Nachrichtenportal MVRegio“ hat einen Kommentar zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Darin schreibt „Claudia Möller“ zum Scheitern der NPD, es gebe keinen Grund zur Freude. Denn: Es sei knapp gewesen – „und der Einzug ins Landesparlament scheiterte an wenigen tausend Stimmen“. Besonders bemerkenswert schätzt MVRegio die Tatsache ein, dass „fast jeder fünfte Wähler“ für die Partei votiert habe…

"Fast jeder fünf Wähler" votierte nach Angaben von MVRegio für die NPD.
"Fast jeder fünf Wähler" votierte nach Angaben von MVRegio für die NPD.

Jeder fünfte Wähler? Hat MVRegio einmal mehr besondere Exklusivinformationen vorliegen? Entscheidet die 20-Prozent-Partei NPD letztendlich über die Koalition in Magdeburg? Droht ein braun-schwarzer Hasselhoff?

„Imitative gegen «Rechts» im linksextremistischen Lager“

Weniger lustig ist der Rest des Beitrags, einmal mehr werden Behauptungen aufgestellt, die nicht belegt werden. So würden „Millionen von Steuergeldern für gut gemeinte Projekte verpuffen“, weil diese „durch fragwürdige Personen umgesetzt“ würden. Wenig hilfreich sei auch „die Tatsache [!], dass manche Imitative gegen «Rechts» im linksextremistischen Lager zu Hause seien“ (Fehler im Original).

„Ebenso zweifelhaft in ihrer Wirkung“, so kritisiert es MVRegio“, sei „die Art der Medienberichterstattung über die NPD“. Sie scheine „die Partei eher zu stärken als zu schwächen“. Also doch lieber das Rostocker Prinzip: NPD-Pressemitteilungen als redaktionellen Inhalt verkaufen?

MVRegio schlägt eine „Sisyphosarbeit“ vor: „Handlungsfelder sollten vielmehr dort sein, wo es im Alltag drauf ankommt: Bei den bisherigen und potentiellen NPD-Wählern. Diese Sisyphosarbeit wirft jedoch nicht soviel Prestige ab wie Glanzbroschüren und Infohefte“. Jaja, so eine Broschüre hat schon einen richtigen Glamour-Faktor, die Autoren finden sich nicht selten kurz nach der Veröffentlichung in Hochglanz-People-Magazinen wieder.

Fazit zu dem Kommentar: Hoher Unterhaltungsfaktor, aber kein Grund zur Freude!

Siehe auch: Wenn der Kieler Staatsschutz den US-Geheimdienst abhört, Wenn der Gerichtsvollzieher zweimal klingelt,  Rostock im Nazi-Sumpf? Ein Nachrichtenportal sieht braun

3 thoughts on “MVRegio und die 20-Prozent-Partei NPD

  1. Heyder traut sich wieder. Unter dem Titel „Das Internet als Waffe“ beginnt er einen Text mit „Ein junges Volk steht auf“ – einem verbotenen, nationalsozialistischen Kampflied – und stellt fest, „die Schlacht ging verloren“ – und nicht etwa die Wahl. Für die NPD geht es in einem demokratischen Prozess also um „die Schlacht“ – und anschließend die Niederlage :-)

    Währenddessen propagiert die NPD in Baden-Württemberg in gleicher Geisteshaltung den „erbitterten Wahlkampf bis zum letzten Flugblatt“ und hat dabei besonders – in präziser Selbsteinschätzung – „den letzten Stammtisch-Bruder“ im Sinn.

    Sehr gut, liebe NPD! Wo politische Inhalte fehlen, da hat ein gesteigerter Fanatismus ja schon immer volle Überzeugungsarbeit geleistet…

  2. OB man beim NPD Blog noch mal lernt, wie MVRegio richtig geschrieben wird?? Man lerne >MVregioZensorach so von Nazi-Gewalt belasteten Bundeland MV<

  3. Zitat: „…einmal mehr werden Behauptungen aufgestellt, die nicht belegt werden. So würden “Millionen von…“

    Behauptungen, in denen es um Millionen von… geht, müssen laut bundesdeutscher Rechtssprechung nicht belegt sein, sie gelten als „offenkundig“.

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