Hintergrund: Eine „Bundesschwester“ bei den „Freien Freunden“

In den vergangenen Tagen hat es vor allem in Sachsen-Anhalt viele Schlagzeilen um ein rechtsextremes Internetforum gegeben. Wenige Tage vor der Landtagswahl wird dem Landesvorsitzenden der dortigen NPD, Matthias Heyder, vorgeworfen, in einem Forum der Internetseite Freie-Freunde.de unter anderem Anleitungen zum Bau von Bomben eingestellt zu haben, und zur “Schändung” einer weiblichen politischen Gegnerin aufgerufen zu haben. Ebenfalls in dem Forum über Jahre aktiv war ein führendes Mitglied der Deutschen Gildenschaft.

Nachdem Isabel S., die bisherige Leiterin des “Referats Bildung und Erziehung”, die 2009 angab, dem Bundesvorstand der Deutschen Gildenschaft anzugehören, am 18. März 2011 mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, erklärte sie noch am gleichen Tag ihren Austritt aus der bündischen Studentenverbindung.

Der Aktivensprecher der Gildenschaft, Sven Reiß, nahm auf einem Internetblog rechter Jugendbünde zu den Ereignissen Stellung und gab das Ausscheiden der vormaligen “Bundesschwester” bekannt.

S. war seit 2005 unter dem Nutzernamen “Tilia” in dem Forum aktiv. Nachdem sie sich zwischenzeitlich zurückgezogen hatte, war sie ab November 2008 erneut unter dem Nutzernamen “Antonia” in dem Forum aktiv. Gegenüber rechte-jugendbünde.de bestätigte sie ihre Aktivitäten in dem Forum und stritt die ihr vorgehaltenen Aussagen nicht ab. S. hatte neben dem Verfassen von Beiträgen auch an Treffen von Forenteilnehmern teilgenommen und auch selbst zu solchen Treffen aufgerufen. Zugang zu dem geschlossenen Unterforum mit den Bombenbauanleitungen hatte S. nach eigenen Angaben nicht. Gegenüber dem Autor gab sie an, dass sie sich bei Kenntnis von derartigen Inhalten sofort aus dem Forum abgemeldet hätte.

Ratschläge zur Gestaltung von NPD-Wahlkampfmaterial

Dem mutmaßlichen NPD-Vorsitzenden Heyder hatte S. in dem Forum Ratschläge zur Gestaltung von NPD-Werbematerialien gegeben. Eine Darstellung des Politikers nannte sie “genau die notwendige Provokation”, obwohl das Bild selbst ihr nicht gefallen hatte und sie es als eigentlich “zum Weglaufen” bezeichnete.

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