NPD-Chef klagt auf Wohlfühlerlebnis

NPD-Chef Udo Voigt gilt für das Hotel „Esplanade Resort & Spa“ in Bad Saarow als ein Mann, der den anderen Gästen ein „exzellentes Wohlfühlerlebnis“ verleiden würde. Deshalb hatte Hoteldirektor Heinz Baumeister die Buchung des rechtsextremen Parteifunktionärs über ein Reisebüro zuerst stornieren lassen und ihm kurz darauf ein Hausverbot erteilt. Dagegen wehrt sich Voigt nun erneut gerichtlich. Am 14. März 2011 versuchte der abgelehnte Hotelgast seine vermeintlichen Rechte vor dem Brandenburgischen Oberlandesgericht (OLG) durchzusetzen, berichtet die Märkische Allgemeine. Der 1. Zivilsenat habe in dem Berufungsverfahren aber noch nicht entschieden, schreibt das Blatt.

Offenbar urlaubsreif: NPD-Chef Voigt
Offenbar urlaubsreif: NPD-Chef Voigt

Am 22. Juni 2010 hatte bereits das Landgericht Frankfurt (Oder) die Klage des NPD-Bundesvorsitzenden abgewiesen. Das Gericht habe die von Voigt beanspruchten Rechte nicht feststellen können, urteilte die Kammer den Angaben zufolge. Das Hotel Esplanade sei „im Hinblick auf die polarisierende Wirkung der NPD in der Bevölkerung befugt gewesen, in Sorge um das eigene Erscheinungsbild und die Außenwirkung des Hotels den NPD-Vorsitzenden auszuschließen“, erklärten die Richter laut Märkische Allgemeiner. Dem Kläger stehe auch kein Anspruch auf Widerruf des Hausverbotes nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz zu.

Voigts Rechtsanwalt ist der in der Szene bekannte Carsten Schrank. Er führte dem Zeitungsbericht zufolge nun ausgerechnet eine Zeitungsanzeige der Konditoreninnung aus dem Jahr 1937 ins Feld. Erneut versuchen sich Neonazis also als Opfer darzustellen, vergleichen couragiertes Auftreten gegen Rechtsextremismus mit der Juden-Verfolgung durch die Nazis im „3. Reich“. Dem Anwalt zufolge sieht sich Voigt nun ebenfalls diskriminiert. Schrank fragte, wie das alles weitergehen solle. Einmal mehr versuchte der Anwalt den Angaben zufolge zudem, die NPD mit der Linkspartei gleichzusetzen, welche nicht unter solchen Repressionen zu leiden habe.

Der Hoteldirektor hatte den Opfermythos der Neonazis bereits als “vollkommenen Unsinn” bezeichnet. Das Hotel habe “viele ausländische Gäste, unser Hotel ist behindertenfreundlich. Als Nächstes grenze ich Behinderte aus? Hallo, da müsste ich mich ja selbst ausgrenzen! Ich bin zu 50 Prozent schwerbeschädigt und gehöre zu Gruppen, die man auch Randgruppen nennt oder Minderheiten oder sonst was”, sagte er der taz. Auch viele Homosexuelle seien in dem Hotel, betonte Baumeister, sie seien “willkommene Gäste”. Und er könne und wolle es sich nicht erlauben, solche Gäste zu vergraulen.

Siehe auch: NPD-Chef ausgesperrt: Hoteldirektor wird ausgezeichnet, Der NPD-Chef und die Atmosphäre der Toleranz, “Da müsste ich mich ja selbst ausgrenzen!”

6 thoughts on “NPD-Chef klagt auf Wohlfühlerlebnis

  1. Die Zeitung fügt nach den Juden noch einen weiteren absurden Vergleich an:

    „Der Anwalt des NPD-Mannes bemängelte, dass das Hotel Esplanade mit zweierlei Maß messe und sehr wohl die Linkspartei als Gast zulasse, obwohl diese doch auch polarisierend und extremistisch sei und vom Verfassungsschutz beobachtet werde.“

    Wenn das so stimmt, da fragt man sich doch:
    Wenn Die Linke demonstriert, wo sind dann die Gegendemonstrationen und die Lichterketten?
    Wie viele Linke sind wegen Volksverhetzung verurteilt?
    Wie viele wegen verbotener Propagandadelikte?
    Wie viele wegen Gewalttaten gegen politische Gegner?
    Welche Linken propagieren Hass auf andere Menschen?
    Wie viele Linken ehren Kriegsverbrecher?

    Und ich möchte Fragen:
    Welche Juden wollten anderen Menschen ähnlichen Schaden zufügen, als man sie damals diskriminierte?
    Die Argumentation der NPD funktioniert immer nach dem Muster: Wir beklagen die Zustände, aber verschweigen die Ursachen.

  2. Man könnte noch anfügen:

    Wieviele Todesopfer hat der Linksextremismus seit der Wiedervereinigung gefordert?
    Wieviele Verbotsverfahren gab es gegen die LINKE/PDS/SED.PDS?
    Wieviele Linksextreme greifen in überlegenen Gruppen politische Gegner an und schlagen sie krankenhausreif?

    Immer diese Recht-Links-Gleichsetzung. Klar, so kann man gleichzeitig alles linke kriminalisieren und alles rechte rehabilitieren sowie sich als Opfer darstellen. Widerlich.

  3. Der Inhaber hat das Hausrecht fertig aus die Maus Voigt bleibt draußen!
    In den Hotel verkehren internationale Gäste davon lebt ein Hotel.
    Wenn jetzt bekannt würde ein Nazi-Funktionär gastiert in den Hotel bleiben früher oder später die Gäste weg,das währe ein wirtschaftlicher Suizit für so ein Haus.
    Jedes Hotel Gasthof oder andere gastronomische Einrichtung hat ein so genanntes Hausrecht,wo der Betreiber/Wirt bestimmt wer rein kann wer nicht,damit muss sich Herr Voigt nun mal abfinden,soll sich win Campingwagen kaufen und damit durch die Lande ziehen,und sich einen ruhigen Parkplatz bei den Nudisten auf Usedom ausruhen,kann sein das die ihm irgendwo weit weit weg irgend wo stehenlassen.

  4. Er ist keine Minderheit oder so, sondern eine Person. Damit ist das Hausverbot rechtens. Und meiner Meinung nach im Gegensatz zu einem Hausverbot für z.B. berechtigt. Der Typ hat sich seinen schlechten Ruf (zusammen mit seinen Leuten) hart „erarbeitet“ und wundert sich jetzt warum ihn keiner will? Wer erklärt ihm das mal?
    Will der Anwalt demnächst gegen Ü30-Partys klagen?

  5. Auch jener Schrank würde seinen Beruf selbstverständlich nicht für die Erreichung verfassungswidriger Zielstellungen instrumentalisieren und ist bei Jedermann anerkannt und ein gern gesehener Gast. *lol* 😉

    http://www.berlinkriminell.de/2/gericht_akt281.htm

    http://www.dvu-nds.de/2011/01/unklarheiten/#more-1320

    http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2001/03/kleber.htm

    http://www.infoportal24.org/kommentar.php?id=7209

    p.s. Da habe ich doch noch etwas Spannendes zur „ethnischen Homogenität des japanischen Volkes“ gefunden:

    http://www.infoportal24.org/kommentar.php?id=7225

    „Diese Disziplin ist ein Teil der japanischen Seele, des japanischen Volksgeistes.“ …hmm, *grübel*

    Irgendwoher kenne ich das, wo war das blos gleich? 😉

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