Hornbach will keine Nazis – Hand drauf!

Als Ursula Dauth am Montagmorgen ihr Emailpostfach aufmachte, traute sie ihren Augen kaum. Ein aufgebrachter Dresdner Bürger hatte der Hornbach-Pressesprecherin Fotos vom Naziaufmarsch am Sonntag geschickt. Zwischen „Bombenholocaust“-Transparenten und Fahnenschwenkenden Neonazis im Skelettkostüm ist dort deutlich das orange Logo der Baumarktkette zu erkennen. Die Rechtsextremen hatten ausgerechnet einen Hornbach Mietlaster zum Lautsprecher- und Bühnenwagen umfunktioniert.

Von Johannes Radke, Störungsmelder

In einem Spiegel-Online-Video ist zu erkennen, dass sogar noch ein Anhänger mit Lautsprechern an den Laster gehängt wurde. Wo sonst Hobbytüftler ihre Holzplatten verladen, standen jetzt Neonazis und sangen mit ihren 1300 „Kameraden“ die erste Strophe des Deutschlandliedes „Deutschland, Deutschland, über alles“. 

„Wir waren überrascht und empört darüber, dass die Rechten unser Fahrzeug für ihren Aufmarsch missbraucht haben “, sagte Dauth dem Störungsmelder. Seither seien dutzende Emails und Anrufe von verstörten Kunden eingegangen, die glaubten der Baumarkt hätte den rechten Aufzug bewusst unterstützt. 

Hornbach reagierte schnell. „Das Unternehmen wehrt sich in aller Schärfe gegen Anschuldigungen, die es in Verbindung mit Rechtsextremisten bringen,“ stellte der Vorstandsvorsitzende Steffen Hornbach in einer Presseerklärung klar. Gleichzeitig wurde die juristische Abteilung des Marktes beauftragt die Mietverträge für die Zukunft so zu ändern, dass die Nutzung für rechtsextreme Veranstaltungen ausgeschlossen wird. 

Nazihetze vom Hornbach-Laster in Dresden © Benjamin Laufer
Nazihetze vom Hornbach-Laster in Dresden © Benjamin Laufer

Angemietet wurde der Laster von Kai Pfürstinger, dem Landeschef der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland, die seit Jahren Europas größten Neonaziaufmarsch organisiert. Für kommenden Samstag, wenn erneut rund 6000 Rechte in Dresden aufmarschieren wollen, muss er sich nun einen anderen Vermieter suchen. 

Eine gewisse Komik birgt die ganze Geschichte trotzdem. Denn mit der Lastwagenmiete haben die Neonazis ohne es zu wissen indirekt Projekte gegen Rechtsextremismus unterstützt. 

Hornbach wies am Dienstag ausdrücklich darauf hin, dass das Unternehmen sich bewusst an der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft zur Entschädigung der Zwangsarbeiter aus der NS-Zeit beteiligt hat. „Hornbach selbst beschäftigte während des Dritten Reichs keine Zwangsarbeiter, sondern stellte sich mit der freiwilligen Spende der Verantwortung gegenüber der Vergangenheit aller Deutschen.“ Zudem wurde Hornbach 2007 Mitglied im Verein „Gesicht Zeigen! Aktion Weltoffenes Deutschland e.V.“ und fördert dort immer wieder Aktionen gegen den Rechtsextremismus und Rassismus. Außerdem unterstützt Hornbach als Mitglied im Förderverein „Gedenkstätte für NS- Opfer in Neustadt“ die Umwandlung des ehemaligen Gefängnisses im Quartier Hornbach in Neustadt in eine Gedenkstätte. Sie soll an die über 300 Inhaftierten aus 60 Gemeinden der Pfalz erinnern. In der ehemaligen Nachrichtenkaserne befand sich im Frühjahr 1933 eines der ersten Schutzhaftlager, beziehungsweise „wilden Konzentrationslager“ für Gegner des Nazi-Regimes Das wird noch für Diskussionsstoff in der rechtsextremen Szene sorgen.

Siehe auch:  Reportage: “Dresden, Du Opfer”

8 thoughts on “Hornbach will keine Nazis – Hand drauf!

  1. Das ist schon toll. Nun unterstützen die selbsternannten „Retter des deutschen Volkes“ auch schon Initiativen gegen sich. Weiter so, ihr „tapferen Kämpfer“. Das ist aber auch typisch für sie, denn, die größten „Feinde“ dieser „Partei“, sind nicht die anderen, sondern sie selbst. Das lässt schon gewisse Rückschlüsse auf die Intelligenz zu.

  2. Das ist ja mal ein fetter Patzer von den Nazis den sie wieder durch ihr off-line geschaltetes „Gehirn,chen hingelegt haben muhahaha.
    Da nimmt man sich ein Fahrzeug von Hornbach der Firma die sich gegen Nazis auspricht und bestimmt auch bis zu den Nazis durchgedrungen sein müsste,denke ich zu mindest und stellen sich mit den „Lautsprecherwagen“auf der Kundgebung und hängt die Hornbachplane drüber,ahauhahah!Die Nazis sind sowas von Blödheit beseelt das es wirklich lustig ist,wenn die sich in aller Öffentlichkeit zum Vollhorst machen.
    Ich hoffe das Hornbach gegen den Anleiher des Wagens wegen arglistischer Täuschung oder Missbrauch des Fahrzeug und Beleidigung ein Strafverfahren einleiten lässt.
    Weiter müssten sämtliche Baumärkte und Autoverleiher den Nazis sich weigern,ihnen einen Wagen zu vermieten.
    Gut die haben sich wieder mal selbst in den Fuß geschossen.
    Wenn man im Duden ein neues Wort für Dummheit gesucht wird wohl in Zukunft dort jetzt Nazi dafür stehen,diese Spinner sind ja wirklich selten dämlich ich grööööl mich weg!!!muhahaha. Solche Leute wie die Nazis braucht die Welt ganz bestimmt nie!!

  3. Darum freue ich mich das es einen Bürger mit Zivilcourage diesen Eigenschnitzer der Nazis fotografierte und es der Hornbach-Leitung zu sandte,so das Hornbach entsprechend reagieren konnte und es öffendlich machen konnte das kein Einverständnis ihre Werbeplane zu verwenden.
    Wie gesagt das die Nazis grotten dämlich sind ist ja jetzt das sie eigentlich eine Kampagne so gegen sich selbst gestartet haben.
    Ich bin gespannt welchen Bock die Nazis das nächste mal schießen.
    Wenn das Problem mit den Nazis nicht so ernst währe könnte man eine eigene Satiere/Parodieseite über Nazis auf machen,es gibt bestimmt genug über ihre Blödheit zu berichten.
    Wie eben kein Geld und Fehldemos oder ähnliche Dummheiten von Nazis die sich selbst in die Hufe schießen ohne das sie es merken.
    Dummheit muss halt bestraft werden,solche „Herrenrassler“wollen die Welt regieren???Nazis träumt weiter daraus wird nix.Ein Satz mit X das war wohl nix.

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